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Bad Schwartau WBS schickt Steffen Dannenberg ins Bürgermeister-Rennen
Lokales Bad Schwartau WBS schickt Steffen Dannenberg ins Bürgermeister-Rennen
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20:20 15.01.2016
Andreas Marks und Jörg-Reiner Zacharias stehen voll hinter Steffen Dannenberg, der für die WBS zur Bürgermeisterwahl antritt.

Steffen Dannenberg will es noch einmal wissen. Gegen Gerd Schuberth (CDU) war der Diplom-Verwaltungswirt bei der letzten Bürgermeister-Wahl chancenlos. „Das war mir von vornherein klar. Amtsinhaber werden in der Regel nie abgewählt. Damals habe ich praktisch nur aus der Not heraus kandidiert, damit die Leute überhaupt eine Wahl haben. Das gehört zu meinem Verständnis von Demokratie“, sagt Dannenberg. Doch mit der Kandidaten-Rolle will er sich diesmal nicht zufriedengeben. „Jetzt will ich es auch werden“, erklärt Dannenberg, der sich durchaus gute Chancen ausrechnet. „4000 Stimmen sind mein Ziel. Das sollte dann reichen.“ Gewählt wird in Bad Schwartau am Sonntag, 24. April. Neben Dannenberg haben bislang Ellen Brümmer (CDU) und die beiden Einzelbewerber Michael Neese und Gerd Radisch ihre Kandidatur bekundet.

Bei seiner Bürgermeister-Wahlkampf-Premiere konnte Dannenberg insgesamt 1252 Stimmen auf sich vereinen und landete bei knapp 20 Prozent. „Das war ein respektables Ergebnis“, sagt nicht nur Dannenberg. Auch seine Mitstreiter in der Wählergemeinschaft sind von dem 54-Jährigen, der bei der Deutschen Rentenversicherung Nord in einer Stabsstelle arbeitet, überzeugt. „Wir haben frühzeitig entschieden: Wenn die WBS einen eigenen Kandidaten aufstellt, dann soll es Steffen machen“, erklärt WBS—Fraktionschef Jörg-Reiner Zacharias. Dass Dannenberg seit seiner ersten Kandidatur politisch eher im Hintergrund als WBS-Vorsitzender aktiv war, sieht Zacharias nicht als Problem. „Amt und Mandat zu trennen, gehört zu den Grundsätzen der WBS“, erklärt Zacharias, der wie seine anderen Mitstreiter in der Wählergemeinschaft von der Kandidatur Gerd Radischs um das Bürgermeisteramt etwas überrascht ist. Radisch gehört auch der WBS an, sitzt für die Wählergemeinschaft im Finanzausschuss und kandidiert nun als Einzelbewerber (die LN berichteten). „Das hat uns schon ein wenig verwundert, denn Gerd Radisch hat ja an der entscheidenden WBS-Mitgliederversammlung teilgenommen.“

Steffen Dannenberg ist in Bad Schwartau aufgewachsen. Er absolvierte nach der Fachhochschulreife eine Ausbildung im mittleren Zolldienst, danach wechselte er zur LVA und qualifizierte sich an der Fachhochschule Altenholz als Diplom-Verwaltungswirt. Seit 1985 ist er bei der LVA, heute Deutsche Rentenversicherung (DRV) Nord. Dort ist Dannenberg für den Bereich „Reha-Strategie“ verantwortlich.

Zuvor hat er acht Jahre lang acht Dienststellen im Norden geleitet. „Ich kenne mich also mit Organisation, Verwaltung und Personalführung aus“, berichtet der WBS-Mann, der als Bürgermeister unter anderem die Stimmung zwischen Verwaltung und Politik verbessern sowie die Aufgabe und Rolle der Verwaltung als Exekutive schärfen möchte. Ferner sieht er beim Thema Stadtentwicklung weiter Handlungsbedarf. „Der Bürgermeister muss der oberste Stadtmanager sein“, meint der Vater von zwei erwachsenen Kindern (21 und 24 Jahre).

Wichtig ist Dannenberg auch, in großen Dimensionen zu denken. „Auch wenn am Ende weniger rausspringt, aber den Mut muss man haben, um etwas überhaupt erreichen zu können“, erklärt der Diplom-Verwaltungswirt und denkt dabei auch an den Neubau der Kaltenhof-Brücke. „Meine Vorschläge: Kauf des Amtsgerichts oder die Landesgartenschau nach Bad Schwartau zu holen, wurden bei meinem ersten Wahlkampf noch belächelt.“ Weil es seine Idee gewesen sei, habe die CDU-Mehrheit in der Stadtvertretung das Thema Amtsgericht jahrelang nicht weiter verfolgt. „Da hat die Verwaltung mit ihrem CDU-Bürgermeister nicht unabhängig gehandelt. Es wird ganz einfach Zeit für einen Kurswechsel“, sagt Dannenberg, der sich wünscht, dass in Bad Schwartau auch wieder Neubaugebiete für junge Familien ausgewiesen werden. „Es kann nicht sein, dass Stockelsdorf um uns herum alles zubaut und in Bad Schwartau passiert nichts.“

„Nicht nur verwalten — ein Bürgermeister muss auch gestalten.“
Steffen Dannenberg, WBS-Kandidat
Die erste offizielle Bewerbung liegt im Rathaus vor
Bis zum 7. März können noch die offiziellen Bewerbungsunterlagen für das Bürgermeisteramt in Bad Schwartau eingereicht werden. Der parteilose Bewerber Michael Neese hat bereits seine „Hausaufgaben“ erledigt. Gestern überreichte der 58-Jährige eine Liste mit 153 Unterschriften von Bad Schwartauer Bürgern, die seine Kandidatur unterstützen. „Das ist mehr als genug. 135 Unterschriften hätten auch gereicht“, so Ordnungsamtsleiter Bernd Kubsch, der jetzt auch noch die Richtigkeit der Liste überprüft.
Keine zwei Wochen hat Neese, der Leiter der Kindertagesstätte an der Christuskirche ist, benötigt, um die Unterstützerliste zusammen zu stellen. „Das war gar kein Problem.Ich musste gar nicht erst auf mein Netzwerk in den Vereinen, Schulen und Kindertagesstätten zurückgreifen“, berichtet Neese, der mit ein, zwei Unterstützern von Haustür zu Haustür gezogen ist. Das sei so eine Art Vorwahlkampf gewesen, berichtet der Kita-Leiter. Neeses erster Eindruck: „Die Menschen sind offen für Neues.“ Entsprechend rechnet er sich auch weiterhin gute Chancen aus.
Unterstützer-Unterschriften müssen nur Einzelbewerber einreichen. Wer von den Mitgliedern einer Partei nominiert wird, benötigt keine Unterstützer-Unterschriften.

Sebastian Prey

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