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Bad Schwartau WBS verlässt das Rathaus
Lokales Bad Schwartau WBS verlässt das Rathaus
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17:49 11.03.2018
Man müsse gehen können, wenn die Anderen es noch bedauern, sagen Jörg-Reiner Zacharias (l.) und Thomas Patzke: „Wenn man die Probleme in der Stadt sieht, fällt es aber doppelt schwer.“ Quelle: Ilka Mertz

Leicht gemacht haben sich die Verantwortlichen der Wählergemeinschaft den Schritt nicht. Immerhin waren sie 24 Jahre in der Kommunalpolitik aktiv. „So lange war ich auch Fraktionsvorsitzender“, sagt Jörg-Reiner Zacharias. Nun ist er neuer Vorsitzender der Wählergemeinschaft, ihm als Stellvertreter zur Seite steht Thomas Patzke. Der bisherige Amtsinhaber Steffen Dannenberg hatte nicht wieder kandidiert. „Er wollte und konnte nicht mehr, die vergangenen Jahre und Monate haben ihn viel Kraft gekostet“, erklärt Zacharias. Dannenberg bleibe aber Mitglied der WBS, die derzeit insgesamt 20 hat.

Doch ebenso wie Dannenberg hatten vor der Jahreshauptversammlung „einige Leistungsträger“ angekündigt, sich zurückziehen zu wollen. „Eine ausgedünnte Mannschaft hätte die politische Arbeit übernehmen müssen“, so Zacharias, der von einem „Stamm von sechs bis acht Leuten“ spricht, der alle politischen Gremien hätten abdecken müssen. „Wir haben den Qualitätsanspruch, den wir an uns selber haben, gefährdet gesehen“, erklärt der neue Vorsitzende weiter. Daher habe der Vorstand bei der Versammlung die Empfehlung abgegeben, nicht bei der Kommunalwahl im Mai anzutreten. „Wir konnten es nicht verantworten, uns erst zur Wahl zu stellen, und dann nicht in der Qualität zu agieren, die die Wähler und wir uns vorstellen“, so Zacharias. Die überwiegende Mehrheit der anwesenden Mitstreiter teilte diese Auffassung, lediglich zwei stimmten dagegen.

Ganz überraschend kam der Schritt, sich aus der aktiven Kommunalpolitik zurückzuziehen, allerdings nicht. Schon als der Name Andreas Marks, bislang für die WBS unter anderem als Bauausschussvorsitzender aktiv, im Januar auf der Kandidatenliste der CDU auftauchte, machten entsprechende Gerüchte die Runde. „Andreas Marks ist nicht im Bösen gegangen“, betont Jörg-Reiner Zacharias, Marks sei auch bei der Versammlung dabei gewesen. „Er wollte weiterhin politisch aktiv bleiben, und das konnten wir ihm schon damals nicht garantieren.“

Aktiv bleiben will auch die Wählergemeinschaft. „Wir lösen uns nicht auf, wir treffen uns weiterhin und wollen uns weiterhin zu Wort melden, wenn es uns geboten erscheint“, sagt Thomas Patzke.

Allerdings wolle die WBS die Zeit auch nutzen, um sich zu erneuern. „Wir wollen dem Wort Gemeinschaft, das wir ja in uns tragen, wieder mehr Raum schaffen“, sagt Zacharias, der die Hoffnung hat, „dass wir gestärkt zurückkehren“. Und die WBS zur Kommunalwahl 2023 vielleicht wieder antritt.

Denn: „Eine Stadt von der Größe Bad Schwartaus braucht eine Wählergemeinschaft an ihrer Seite.“ Eine Gruppierung, die keinem Parteiprogramm verpflichtet sei und daher auch mal eine vermittelnde Rolle übernehmen könne. „Das Lagerdenken hat in der Kommunalpolitik keinen Platz“, so Zacharias.

Wer sich für die Arbeit interessiert, kann sich bei den Vorsitzenden melden per E-Mail an reinerzacharias@gmx.de oder tp-sh@web.de.

 Von Ilka Mertz

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