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Bad Schwartau WLan im GaM weiter ausgebremst
Lokales Bad Schwartau WLan im GaM weiter ausgebremst
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00:18 14.03.2018
Freuen sich, dass das GaM-WLan jetzt zumindest eingerichtet ist: Annette Schubart (v.l.), Arnd Hemmer, Alexander Grell, Alice Krahnstöver, Marcel Muth, Uwe Brinkmann, Dennis Kostrewa und Timo Michaelsen. Quelle: Foto: Jdi
Bad Schwartau

Das Gymnasium am Mühlenberg hat neuerdings WLan. 23 Access Points versorgen das gesamte Gebäude an der Ludwig-Jahn-Straße mit drahtlosem Internet. Bis Ostern soll die Schule an das Glasfasernetz der Stadt angebunden werden. Wobei noch unklar ist, ob dies die gewünschten Kabel mit Gigabit-Highspeed werden.

Bei aller Freude gibt es dennoch einen Wehmutstropfen: Die Schüler dürfen das WLan noch gar nicht nutzen. Da Bildung Landessache ist, soll es von dort einheitliche Regelungen über WLan an Schulen geben. Zuständig ist das Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen in Schleswig-Holstein (IQSH).

So haben Schüler, Lehrer und Eltern des GaM zwar bereits vor dreieinhalb Jahren ein Konzept für gewinnbringenden WLan-basierten Unterricht auf die Beine gestellt, wie Oberstufenleiter Marcel Muth erzählt. Für dieses beim Land eingereichte Konzept sei die Schule sogar ausgezeichnet worden. Dennoch muss sich jetzt erst das IQSH mit der Schule in Verbindung setzen, um dann einen gemeinsamen Plan für den Umgang mit WLan an der Schule zu erarbeiten. Solange dürfen die Schüler das Netzwerk nicht nutzen. Bis spätestens Ende des Jahres soll das Gymnasium den WLan-Einsatz starten können. Die Verzögerung tue ihm leid, sagte denn auch Bad Schwartaus Bürgermeister Uwe Brinkmann, er freue sich aber, „dass sich jetzt endlich etwas tut“.

Bislang war das GaM in Sachen Medienausstattung „ein schwarzer Fleck“. Wie die stellvertretende Schulleiterin, Alice Krahnstöver,berichtet, reiche das derzeitige mobile Netz in der Schule bei weitem nicht. Außerdem müssten sich bisher alle Klassen um die wenigen Computerkapazitäten der Schule streiten. Das Gymnasium am Mühlenberg wollte daher nicht länger auf Beschlüsse warten, sondern die Sache selbst in die Hand nehmen. Dieser Initiative habe sich auch niemand in den Weg gestellt, erzählen Arnd Hemmer und Annette Schubart vom Schulelternbeirat, die vor allem die Medienkompetenz der Schüler gestärkt sehen wollen.

Das Konzept wurde erarbeitet, 2016 wurde zudem ein Sponsorenlauf veranstaltet, bei dem die Schüler über 25000 Euro sammelten. Das Geld wurde an die Gemeinde überwiesen. Passiert ist dennoch lange nichts.

Das liegt unter anderem daran, dass eigentlich die Elisabeth-Selbert-Gemeinschaftsschule Vorreiterin im Bereich internetbasierter Schulunterricht sein soll und auch Fördermittel erhält. Dort soll ebenfalls eine alle Schwartauer Schulen umfassende Lernplattform ihren Serverstandort erhalten, trotz fehlendem WLan.

Das hat in Bad Schwartau bisher ausschließlich das Gymnasium am Mühlenberg. Hier herrscht deshalb Unverständnis, warum die Plattform nicht dort eingerichet wird. Timo Michaelsen vom Amt für Bildung, Sport, Soziales und Kultur begründet das damit, dass es noch unsicher ist, ob das Gymnasium saniert oder neu gebaut wird und damit der Standort der Server nicht sichergestellt sei. Die Schule fühlt sich ausgebremst, so Muth, vor allem da Server relativ mobil sind und eine Sanierung der Schule dem nicht im Weg stünde.

Denn auch in Sachen Sanierung wartet die Schule auf Bewegung. Spätestens bei der Rückumstellung auf G9 würden Klassenräume fehlen. Marcel Muth: „Das WLan ist kein Heilsbringer, es muss funktionierend eingesetzt werden. Und die Stadt muss jetzt zusehen, dass was passiert.“

Hintergrundinformation

Das Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen in Schleswig-Holstein mit Sitz in Kronshagen ist für das Lernen mit digitalen Medien im Fachunterricht zuständig. Daher müssen die dortigen Mitarbeiter an der Entwicklung des Konzepts beteiligt werden.

Am Gymnasium am Mühlenberg soll WLan im Unterricht vor allem zu Recherchezwecken verwendet werden mit dem Vorteil, nicht raumgebunden zu sein. Des Weiteren kann im naturwissenschaftlichen Bereich beispielsweise mit Animationen gearbeitet werden, die anschaulicher seien als Abbildungen auf der Tafel. Selbstverständlich müssen bestimmte Seiten und Inhalte gesperrt werden.

Um in Prüfungssituationen die Nutzung von Smartphones für Täuschungsversuche einzudämmen, könne, so Lehrer Alexander Grell, neben der sowieso obligatorischen Abgabe der Mobiltelefone auch für einzelne Benutzergruppen, zum Beispiel Klassen, das WLan gesperrt werden.

Julia Dittmann

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