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Bad Schwartau Wanderung durch verbotene Zone
Lokales Bad Schwartau Wanderung durch verbotene Zone
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21:20 26.07.2017
Es ist immer eine recht große Gruppe, die sich für die geführte Wanderung durch die Wüstenei mit Helmut Neu (vorne Mitte) interessiert. Quelle: Fotos: Gk

Wenn der Eckhorster Dorfvorsteher Helmut Neu zu einer Wanderung durch die Wüstenei einlädt, dann kommen sie zu Hauf. Und weil die Größe der Wandergruppe bei 100 ihr Limit erreicht, geht die Einladung zu dieser besonderen Wanderung, die jedes Jahr stattfindet, auch in erster Linie an die Adresse der Eckhorster. Und diesmal auch die hiesigen Abgeordneten.

Führung durch Wüstenei ging mit Sondererlaubnis auch durch gesperrte Gebiete der Bundeswehr.

Was das Besondere an dieser Wanderung, die Helmut Neu leitet, ist? Sie führt auch durch ein Gebiet, das die Bundeswehr als Truppenübungsplatz nutzt – also die verbotenen Zone in der Wüstenei. Das Betreten dieser Zone ist nicht erlaubt – es sei denn, jemand wie Helmut Neu organisiert eine Sondererlaubnis.

Die Wüstenei ist ein 400 Hektar großes Landschaftsschutzgebiet, von denen zwei Drittel als Übungsgelände von der Bundeswehr genutzt werden. Über 100 Hektar der Knick- und Waldlandschaft im östlichen Teil sind öffentlich zugänglich und können als Naherholungsgebiet genutzt werden. „Hier ist der Einklang zwischen naturverträglicher Erholung und dem Schutz der Natur in vorbildlicher Weise verwirklicht“, erklärte Helmut Neu bei der Wanderung.

Das leicht hügelige Gelände besteht zu knapp einem Drittel aus Wald unterschiedlicher Ausprägung und zu zwei Dritteln aus ungedüngtem Mäh- und Grünland. Im Grünland befinden sich zahlreiche kleine Niedermoor-Senken und Tümpel. Im zentralen Waldkomplex sind auf größeren Überschwemmungsbereichen Bruchwälder ausgeprägt.

Bekannt ist die Wüstenei auch dafür, dass sie Lebensraum für viele Tiere ist. Für Wildschweine zum Beispiel ist dieses Gebiet eine beliebte Futterkammer. Auch ein Wolf soll hier vor ein paar Jahren mal gesichtet worden sein (die LN berichteten).

Doch Helmut Neu weiß noch mehr Interessantes zu berichten – und auch diesmal sind die Teilnehmer der Wanderung sehr daran interessiert. Erwähnt hat Neu nämlich auch das Grabmal des Freiherrn von Rumohr, der unter alten Buchen in der Wüstenei seine Ruhestätte gefunden hat. Er war der letzte Eigentümer des Gutes Steinrade, von dem nur noch eine Scheune und ein Obstgarten geblieben sind.

Wenn Helmut Neu zur großen Wanderung in die Wüstenei einlädt, dann sind auch immer ein Sanitätstrupp vom DRK Stockelsdorf und die Feuerwehr Eckhorst dabei, um im Falle eines Falles gehschwachen Wanderern über Hindernisse hinwegzuhelfen.

Begeistert waren am Ende alle, auch der Gast aus dem Kieler Landtag Hartmut Hamerich (CDU) und sein Parteikollege aus dem Berliner Bundestag Ingo Gädechens, der sich diese besondere Tour durch die Wüstenei nicht entgehen ließ. „Übergreifendes Schutzziel für die Wüstenei ist die Erhaltung eines ungestörten Lebensraumkomplexes mit einem naturnahen Gewässerschutz“, erklärt Hamerich. Und weil eine Wanderung hungrig macht, gab es anschließend Gegrilltes für alle.

 Gert Kayser

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