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Bad Schwartau Wechsel an der Spitze der SPD: Yannick Ashby übernimmt
Lokales Bad Schwartau Wechsel an der Spitze der SPD: Yannick Ashby übernimmt
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23:25 25.03.2015
Der rote Schal ist bei Yannick Ashby (25), der die hiesige SPD führt, auch ein politisches Statement. Quelle: S. Prey
Bad Schwartau

Der SPD-Ortsverein Bad Schwartau hat sich neu aufgestellt. Yannick Ashby lenkt künftig die Geschicke der Bad Schwartauer SPD. Der 25-Jährige tritt die Nachfolge von Sandra Redmann an, die nach 22 Jahren an der Spitze des Vereins sich nicht noch einmal zur Wahl stellte. Die Landtagsabgeordnete Redmann ist seit Sommer Sommer 2014 ehrenamtliche Vorsitzende der Stiftung Naturschutz. „Da bin ich im ganzen Land unterwegs. Die Aufgabe erfordert auch viel Zeit“, so Redmann, die ihrem jungen Nachfolger aber weiter mit Rat und Tat zur Seite stehen will.

„Ich habe zwar die weitaus größeren Füße, aber die Fußstapfen von Sandra Redmann auszufüllen, wird nicht ganz einfach“, so der Zwei-Meter-Mann Ashby, der zwar seit zwei Jahren für die SPD im Kreistag sitzt, aber noch eher neu im hiesigen Polit-Geschäft ist und entsprechend noch nicht so gut vernetzt ist. Ashby ist in Münster geboren und aufgewachsen. Erst 2009 ist er der Liebe wegen in Bad Schwartau gelandet und hat inzwischen mit seiner Partnerin einen vierjährigen Sohn. Ashby ist gelernter Feinblechner, hat auf dem zweiten Bildungsweg Abitur gemacht, ist inzwischen Betriebswirt sowie Gesundheitsökonom und arbeitet vornehmlich als freiberuflicher Dozent in der politischen Jugendbildung. „Ich komme mehr von der gewerkschaftlichen Seite“, sagt Ashby und weiß sehr wohl, dass er auch damit parteiintern nicht immer wohlgelitten ist. Von 2006 an hat Ashby bei den Jusos mitgemischt. Seit 2011 ist er auch Mitglied in der SPD. „So schnell den Vorsitz zu übernehmen, ist in Bad Schwartau nicht neu. Auch Sandra Redmann war bei ihrer Amtsübernahme noch recht frisch dabei“, weiß Ashby, der ohne Gegenstimme gewählt wurde. „Kümmern, da sein und mit klarer Kante Interessen vertreten“, umreisst Ashby seine Schwerpunkte in den kommenden Monaten. „Es muss wieder klar erkennbar sein, dass wir soziales Gewissen und politischer Taktgeber in Bad Schwartau sind. Wir müssen unsere Themen deshalb stärker in die Öffentlichkeit tragen — aber auch offen für Impulse von außen sein!“

Wie er die Zukunft Bad Schwartaus und des Ortsvereins konkret neu gestalten will, hat Ashby mit seinen neuen Vorstandskollegen bereits bei einer ersten Zusammenkunft festgezurrt. „Wir haben eine gute Mannschaft zusammen“, so Ashby optimistisch. Den Stellvertreter-Posten hat Björn Frohne von Uwe Beckmann übernommen. Die Kassenführung obliegt weiter Hans- Peter Pahlke und auch Hansjörg Thelen wurde als Organisationsleiter bestätigt. Joachim Bahr, Heinz-Dieter Steigert und Andreas Mühlmeister komplettieren den neuen Vorstand.

„Wir müssen die Drei-Generationen-Stadt mehr pflegen. Derzeit stehen die Senioren doch sehr im Vordergrund, aber es gibt auch Jugendliche, junge Familien und die Generation zwischen 30 und 50 Jahre, die berücksichtigt werden sollte“, so Ashby, der gemeinsam mit der Fraktion selbstverständlich auch an den großen Themen wie 380kV-Leitung sowie Hinterlandanbindung der Festen Fehmarnbeltquerung arbeiten wird. Fest steht für den jungen Chef des knapp 100 Mitglieder starken Ortsvereins auch, dass seine Partei bei der anstehenden Bürgermeisterwahl in 2016 einen eigenen Kandidaten aufstellen wird. „Ich bin zuversichtlich, dass wir da jemanden finden werden“, so Ashby, der nicht nur in der Partei, sondern auch in der Gewerkschaft ehrenamtlich mitarbeitet. Wenn dann noch neben der Familie Zeit übrigbleibt, geht Ashby gerne Fußball spielen oder im Kurpark joggen.

Schwerpunkte
Deutlich politischer will der Ortsverein der SPD in den kommenden zwei Jahren agieren. Das hat sich der neue Vorstand bei seiner ersten Zusammenkunft jetzt vorgenommen. Dabei sollen die städtischen Themen in Zusammenarbeit mit der Fraktion besser in der Öffentlichkeit kommuniziert werden.
Ein weiteres politisches Themenfeld soll zudem die nähere kritische Betrachtung von möglichen Auswirkungen der geplanten Freihandelsabkommen auf Bad Schwartau sein. Ashby: „Die Folgen sind vielen noch gar nicht bewusst.“ Ein weiteres Ziel ist es, vorhandene Mitglieder zu aktivieren, neue Mitstreiter zu begeistern und Interessierten ein niedrigschwelliges Angebot zur Mitarbeit zu bieten.

Sebastian Prey

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