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Bad Schwartau Weder Streit noch Ärger mit Flüchtlingen in Bad Schwartau
Lokales Bad Schwartau Weder Streit noch Ärger mit Flüchtlingen in Bad Schwartau
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11:03 09.06.2016
Die Container-Anlage an der Pohnsdorfer Straße wird weiter für Flüchtlinge hergerichtet. Die Anlage bietet Platz für 184 Personen. Quelle: Fotos: S. Prey

Das Thema Unterbringung und Betreuung von Asylbewerbern und Migranten hat auch den hiesigen Kommunlapolitikern vor nicht einmal einem halben Jahr noch den Schweiß auf die Stirn getrieben. Inzwischen hat sich die Lage beruhigt und die Zahl der Menschen, die in Deutschland Schutz vor Krieg und Verfolgung suchen, ist rapide zurückgegangen. Zudem läuft die Zusammenarbeit bei der Unterbringung und Integration von Flüchtlingen problemlos. „Ich kann nur sagen: Es funktioniert“, teilte jetzt Ordnungsamtsleiter Bernd Kubsch dem Ausschuss für Soziales, Senioren, Kultur und Sport mit.

Weitere Unterbringungs-Kapazitäten in der Stadt werden trotz aktuell geringer Zuweisungen hergerichtet – Problemlose Zusammenarbeit zwischen Ämtern und Helfern.

Kubsch, der die Unterbringung von Flüchtlingen koordiniert, bezeichnete die aktuelle Lage als entspannt. „Wir wissen aber auch nicht, was noch auf uns zukommt“, erklärte Kubsch. Seit Anfang des Jahres sind rund 100 Flüchtlinge in Bad Schwartau angekommen. Die angekündigte Zuweisung von rund 400 für das Jahr 2016 sei noch nicht revidiert worden. Grundsätzlich müsse man also weiter ausreichend Kapazitäten vorhalten. „Auch der Familiennachzug wird kommen“, so Kubsch, der gemeinsam mit der Koordinatorin der Flüchtlingshilfe, Lena Middendorf von der Lebenshilfe, einigen Ausschussmitgliedern zuvor die Container-Anlage in der Kaltenhöfer Straße zeigte. „Es sah sehr gut aus da. Ich war von den Gegebenheiten angenehm überrascht“, sagte die Ausschussvorsitzende Elisabeth Kremer (SPD). Laut Kubsch wird die Container-Anlage an der Pohnsdorfer Straße, die derzeit noch entsteht und für bis zu 184 Personen hergerichtet wird, analog zur Anlage in der Kaltenhöfer Straße aufgebaut – sprich mit Einzel- und Doppelzimmern, separaten Sanitärbereichen und Gemeinschaftsräumen. Voraussichtlich Anfang Juli werden dort die ersten Bewohner einziehen.

Aktuell leben in Bad Schwartau 324 Flüchtlinge. Sie sind in 34 angemieteten Wohnungen und in den Großunterkünften Bahnhofsgebäude (73 Personen), Stockelsdorfer Weg (42 Personen) und in der Kaltenhöfer Straße untergebracht. Fast die Hälfte aller Flüchtlinge kommt aus Syrien, die somit die stärkste Volksgruppe vor dem Irak und Afghanistan stellt. Die Betreuung der Flüchtlinge laufe reibungslos. „Die Ämter sind untereinander bestens vernetzt und die Zusammenarbeit mit der Lebenshilfe und den Flüchtlings-Lotsen klappt bestens“, berichtet Kubsch.

Das konnte auch Lena Middendorf bestätigen. Sie berichtete, wo überall die Flüchtlingsarbeit und Hilfe ansetzt. „Wir müssen gut informieren, damit es nicht zu Konflikten kommt“, so Middendorf. Müll und Mülltrennung, Ruhestörungen, Außenbeleuchtungen und Aufenthalt von Gruppen in öffentlichen Räumen wie am Bahnhof seien nach wie vor die größten Konfliktfelder. Die Lebenshilfe schult nicht nur Lotsen, die Hausordnungen in fünf Sprachen entwickelt haben, sondern holt auch Referenten. Jüngst habe es einen Vortrag für Kita-Mitarbeiter im Umgang mit traumatisierten Kindern gegeben. Doch zum Konzept gehört auch das gesellige Zusammensein. Middendorf: „Das nächste Fest mit Spielen für Erwachsene und Kinder ist am 9. Juli im Moorwischpark geplant.“

 Sebastian Prey

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