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Bad Schwartau Weichen gestellt für konkrete Maßnahmen zum Klimaschutz
Lokales Bad Schwartau Weichen gestellt für konkrete Maßnahmen zum Klimaschutz
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20:23 13.05.2016
Etwa zwei Dutzend Bürger kamen zur Abschlussveranstaltung und der Präsentation der Ergebnisse der Aktionen im Vorfeld der Erstellung des Klimaschutzkonzeptes für die Gemeinde Stockelsdorf. Die meisten Teilnehmer waren bekannte Gesichter aus Politik und Verwaltung. Quelle: Fotos: Dankert

Dass der Wille, aktiv mitzumachen beim Klimaschutz, in der Gemeinde Stockelsdorf kein Lippenbekenntnis, sondern sehr ernst gemeint ist, das beweisen die Aktionen in jüngerer Vergangenheit in Richtung Klimaschutzkonzept. Innerhalb des vergangenen halben Jahres haben dazu verschiedene öffentliche Aktivitäten zu unterschiedlichen Schwerpunkten wie Konsum oder Verkehr unter Einbeziehung der Bürger stattgefunden. Jetzt sind die Ergebnisse in einer Abschlussveranstaltung im Sitzungssaal des Rathauses vorgestellt worden. Das integrierte Klimaschutzkonzept der Gemeinde Stockelsdorf hat der Klimaspezialist Jörg Wortmann von Arbeitsgemeinschaft Wortmann/EMN/Lorenz präsentiert.

Der Kieler Klimaschutzexperte Jörg Wortmann begleitet den Prozess vor Ort von Anfang an.

„In privaten Haushalten gibt es über 1000 Gasanlagen, die älter als 20 Jahre sind. Das heißt Adieu, die Zeit ist um.“Jörg Wortmann, Klimaexperte

Als Experte begleitet Wortmann die Gemeinde Stockelsdorf von Anfang an auf dem Weg zu einem Klimaschutzkonzept. In diesem Zusammenhang unterstrich Wortmann noch einmal, dass er es als sehr positiv wahrgenommen habe, dass die Spitze der Verwaltung – allen voran Bürgermeisterin Brigitte Rahlf-Behrmann – bei allen Veranstaltungen präsent war und ihrer Vorbildfunktion gerecht werde. Das der Verwaltungschef einer Kommune mit gutem Beispiel vorangeht, das sei laut Wortmann keine Selbstverständlichkeit. „Dass die Spitze dabei ist, ist wichtig“, so Wortmann. Wenn die Spitze dabei ist, dann läuft das auch.“

Erik Brauer, Leiter der Energieagentur der Investitionsbank Schleswig-Holstein, war ein weiterer Gast des Abends. Brauer sprach zu den Fördermöglichkeiten für Klimaschutzmaßnahmen. 65 Prozent der Investitionen sind demnach förderfähig. Und Brauer hatte dabei noch eine besonders gute Nachricht parat: „Es gibt eine neue Richtlinie, in der bestimmte Maßnahmen sogar bis 85 Prozent förderfähig sind.“ Doch was wann und wie genau beantragt werden muss und dann gefördert werden kann – das ist eine Materie für sich, mit der sich dann sicher auch der Energiemanager befassen wird, für den eine ebenfalls förderfähige Stelle geschaffen werden soll (die LN berichteten).

Die Fördermöglichkeiten sollen Anreize sein, zu handeln in Sachen Klimaschutz, so Brauer. „Die Fördermittel stehen zur Verfügung, aber sie stehen nicht unendlich zur Verfügung.“

Jörg Wortmann erklärte, dass „wir 90 Prozent unserer Maßnahmen mit Fördermaßnahmen belegen können“. Der Klimaschutz sei ein Gestaltungsprozess, der sich über verschiedene Teilbereich wie private Haushalte, Verkehr, Wirtschaft, Konsum und Kommune erstrecke.

Der kommunale Anteil am Gesamtenergieverbrauch in der Gemeinde liegt dabei bei nur einem Prozent. Der Anteil der Privathaushalte beträgt 35 Prozent. Für die rund 30 Liegenschaften der Gemeinde werden pro Jahr rund 400000 Euro an Energiekosten für Gas und Strom fällig, hat Wortmann errechnet. Allein durch durch das Ausloten von Effizienz könnte ein Energiemanager ohne tiefgreifende Maßnahmen wie Dachsanierung oder Fassadendämmung 10 bis 15 Prozent an Einsparung bewirken. Allein das würde die Gemeindekasse pro Jahr um 40000 bis 60000 Euro entlasten.

In den privaten Haushalten von Stockelsdorf, so Jörg Wortmann, gibt es über 1000 Gasanlagen, die älter als 20 Jahre sind. „Das heißt Adieu, die Zeit ist um“, lautet der Kommentar des Klimaexperten.

Über 40 konkrete Maßnahmen werden beschrieben in dem Klimaschutzkonzept, das erst in einigen Wochen komplett fertig sein wird, so Wortmann. Dieses Konzept soll dann auch online für jeden Bürger abrufbar sein. Das große Ziel der Bundesrepublik ist es, den CO2-Ausstoß von 1990 bis 2050 um 80 Prozent zu reduzieren. Und Stockelsdorf will seinen Beitrag dazu leisten. „Wir schaffen das“, so Jörg Wortmann, „wir sind auf einem guten Weg“.

Doreen Dankert

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