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Bad Schwartau Weitere Mittel für Schulsozialarbeit abgelehnt
Lokales Bad Schwartau Weitere Mittel für Schulsozialarbeit abgelehnt
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00:08 04.02.2016

Der Bildungsausschuss der Stadt Bad Schwartau hat der Schulsozialarbeit einen Dämpfer verpasst: Ein Antrag des Gymnasiums am Mühlenberg (GaM) zur Verdopplung ihrer Mittel auf 30000 Euro ist am Dienstagabend abgelehnt worden. Der Grund: Es sei zu teuer und zudem ungerecht den anderen Schulen gegenüber.

„Ich stimme grundsätzlich zu, dass Schulsozialarbeit sinnvoll und notwendig ist. Aber ein eingeschränktes Sozialverhalten heißt nicht, dass es gleichzeitig einen größeren Bedarf gibt“, sagte Dr.

Konrad Rahe (Grüne). Damit nahm er Bezug auf die Begründung im Antrag der Schule, durch die 2014 abgeschaffte Schulartempfehlung in Schleswig-Holstein würden vermehrt auch schwächere Kinder die Schule besuchen. „Für mich kommt das so rüber, als hätten Schüler mit schlechten Noten auch ein schlechteres Sozialverhalten. Aus meiner Erfahrung kann ich das nicht bestätigen“, sagte Britta Petermann (SPD). „Ganz im Gegenteil.“ Rahe: „Selbst wenn sich die Klientel verändert: Woher wissen wir, ob das GaM stärker belastet ist, als andere Schulen? Gibt es Absprachen zwischen den Einrichtungen, wer bedürftiger ist?“

Für eine gerechte Verteilung sprachen sich auch andere Ausschussmitglieder aus. „Ich bin dafür, dass alle Schulen gleich behandelt werden und nicht, wer am schnellsten ist“, so Ellen Brümmer (CDU).

Durch den Wegfall der Schulempfehlung sehe auch sie keinen automatisch steigenden Bedarf. Wohl im Blick hat aber nicht nur sie den Fehlbetrag von 2,4 Millionen Euro im aktuellen Haushaltsjahr. „Bad Schwartau lebt im Augenblick über die Verhältnisse. Trotz guter Konjunktur wird mehr ausgegeben, als eingenommen wird“, betonte Rahe. „Es wäre schön, wenn auch die Schulen auf Einsparpotenzial achten könnten.“

Den Argumenten setzte Hans-Peter Pahlke (SPD) zumindest entgegen, dass die Mittel schon damals, als sie auf den Weg gebracht wurden, knapp bemessen gewesen seien. Das ging aus dem Arbeitskreis hervor. Seit 2014 werden den beiden Gymnasien jeweils jährlich 15000 Euro für die Schulsozialarbeit gewährt, im Wesentlichen für Personalkosten. Der Kinderschutzbund leistet im Zuge dessen Präventionsarbeit.

„Ich sehe es als eine Art Pilotprojekt, mit dem wir Erfahrungen sammeln. Das heißt, wir müssen irgendwann zu einer Evaluation kommen“, sagte Andrea Zacharias (WBS). Im Hinblick auf die Standortdiskussion sei es zudem wenig sinnvoll, mehrere Träger zu beschäftigen. Manfred Hanisch (SPD): „Wir sollten die Evaluationsphase abwarten und die Verwaltung prüfen lassen, wie der tatsächliche Bedarf ist. Dann sollten wir uns in Richtung Schülerzahlen und Haushalt 2017 orientieren.“ Dem stimmte der Ausschuss zu.

„Bad Schwartau lebt über die Verhältnisse.“

Dr. Konrad Rahe (Grüne)

„Die Mittel waren anfangs schon knapp bemessen.“

Hans-Peter Pahlke (SPD)

Irene Burow

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