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Bad Schwartau Welpe verschwunden: Wer hat „Charlie“ gesehen?
Lokales Bad Schwartau Welpe verschwunden: Wer hat „Charlie“ gesehen?
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12:43 23.12.2015
Seit letzter Woche vermisst: der sechs Monate alte "Charlie". Quelle: Fotos: Mertz / Privat
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Horsdorf

Ein Tannenbaum steht im Wohnzimmer, eine Miniatur-Winterlandschaft auf dem Sideboard — im Haus von Familie R. in Horsdorf sieht alles nach weihnachtlicher Vorfreude aus. Doch der Schein trügt. Wer genauer hinschaut, entdeckt, dass die vierte Kerze auf dem Adventskranz nie gebrannt hat. Statt Plätzchen stapeln sich Flyer auf dem Esstisch. Familie R. ist die Freude aufs Weihnachtsfest gründlich vergangen.

Letzten Donnerstag wurde in das freistehende Einfamilienhaus der Familie eingebrochen. An sich schon ein Schock, aber das Schlimmste ist: Seitdem ist der kleine Welpe „Charlie“ spurlos verschwunden.

Mama Manuela (40) und Sohn Jared (10) wollen die Hoffnung nicht aufgeben, dass „Charlie“ bald wieder in seinem Körbchen liegt.

„Ein Familienmitglied ist weg, wie könnten wir da richtig Weihnachten feiern“, sagt Manuela R.. Die vielen Tränen, die sie in den vergangenen Tagen vergossen hat, sieht man der 40-Jährigen an. „Diese Ungewissheit zerreißt einem das Herz“, sagt sie.

Denn niemand weiß genau, was passiert ist. Sicher ist: „Vergangenen Donnerstag habe ich das Haus gegen Viertel nach sieben verlassen, um zur Arbeit zu fahren. Mein Sohn und mein Mann waren schon weg“, erzählt Manuela R. „Charlie“ habe in seinem Körbchen im Flur gelegen — wie immer. „Als ich gegen Viertel nach eins nach Hause kam, habe ich mich gewundert, dass die innere Haustür offen stand, dachte mir aber nichts dabei. Ich habe „Charlie“ gerufen, doch keine Antwort bekommen.“ Im Haus dann der Schock: In der Küche und im Wohnzimmer waren die Schränke ausgeräumt, auch im Badezimmer haben sich die Einbrecher zu schaffen gemacht. Im Schlafzimmer der Eltern lag die Unterwäsche verstreut. „Nur das Zimmer meines Sohnes haben sie verschont“, berichtet die Mutter. Um 8.38 Uhr sind die Einbrecher eingestiegen, das hat die Alarmanlage noch aufgezeichnet, dann wurde sie ebenso wie die Telefonanlage aus der Wand gerissen. Es fehlen ihr Ehering und anderer Schmuck, Uhren und ein Laptop. Und eben „Charlie“. „Im Flur hat er hingepiescht, er muss solche Angst gehabt haben, denn das macht er sonst nicht“, sagt Kay R. Ansonsten gibt es keine Spur von dem sechs Monate alten Bolonka-Welpen, einem 4,5 Kilo schweren, wuscheligen, schwarzen Hund.

„Vielleicht ist er rausgelaufen und hat sich irgendwo versteckt; die Terrassentür stand auf“, vermutet Vater Kay R. Jeden Tag stellt er Futter für den Hund auf die Terrasse, auch Kleidung der Familie liegt dort. „Er kennt doch unseren Geruch“, erklärt Manuela R., die befürchtet dass jemand den kleinen „Charlie“ mitgenommen hat — die Einbrecher selber oder jemand, der ihn auf der Straße gesehen hat. „Er ist ja wirklich süß. Trotzdem möchte ich appellieren, dass wer auch immer ihn hat, uns den Hund wiedergeben möge“, sagt sie flehentlich. Der materielle Schaden des Einbruchs sei zu verschmerzen, aber „,Charlie‘ gehört zu unserer Familie“. Jeden Abend habe man zu viert im Bett gekuschelt, „das war unser Ritual“.

Besonders der zehnjährige Jared leidet unter dem Verlust. „Er ist mal wütend, mal traurig“, erklären die Eltern, die seit dem Einbruch im Wohnzimmer schlafen — falls „Charlie“ nachts an der Tür kratzt. Mehr können sie momentan nicht tun. Polizei, Tierheim, Förster, Nachbarn — alle sind informiert. Es hängen Flyer, auch im Internet läuft die Suche. „Wir fühlen uns so hilflos“, sagt Kay R.

Die Familie wartet. Darauf, dass sich jemand meldet, der „Charlie“ gesehen hat. Nicht auf Weihnachten. Die Familie ist unter Telefon 0160/ 99449822 und unter Telefon 0170/ 1222646 erreichbar.

Ilka Mertz

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