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Bad Schwartau Wie lange braucht Bad Schwartau noch zwei Gymnasien?
Lokales Bad Schwartau Wie lange braucht Bad Schwartau noch zwei Gymnasien?
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22:28 30.10.2013
„Einsparungen hätten auch Auswirkungen auf die Qualität.“ Maik Lindemann, Bauamtsleiter

Alte Technik, zu kleine Fachräume, durchhängende Decken: Bad Schwartaus weiterführende Schulen sind sanierungsbedürftig. Allein am Gymnasium am Mühlenberg (GaM) stehen laut Bauamtsleiter Maik Lindemann Investitionen im Wert von 12,2 Millionen Euro aus, am Leibniz-Gymnasium sind es knapp vier Millionen Euro. Für neue Fachräume an der Elisabeth-Selbert-Gemeinschaftsschule (ESG) wurden 3,7 Millionen Euro veranschlagt (die LN berichteten).

Diese Summen haben jetzt eine grundsätzliche Debatte um die Schullandschaft in der Stadt angestoßen. Es gelte, „sinnvoll zu investieren“, betonte Gerd Radisch von der Wählergemeinschaft Bad Schwartau (WBS) jüngst im Ausschuss für Bauwesen und Stadtplanung. Selbst der Neubau für die ESG, der bereits beschlossen schien, steht nun erneut auf dem Prüfstand. Die Mitglieder des Gremiums sahen in dieser Hinsicht „noch Beratungsbedarf“; die Verwaltung ist jetzt aufgefordert, Alternativen zu prüfen und auch für eine Sanierung der vorhandenen Räume eine detaillierte Kostenaufstellung vorzulegen.

„Diese Variante war eigentlich schon vom Tisch“, zeigt sich Schulleiter Torsten Hardt unangenehm überrascht. Die bisherige Planung sei mit der Schule abgestimmt worden. Laut Hardt würde ein Neubau allen Anforderungen gerecht — mit einer Sanierung der vorhandenen Räume dagegen seien „die Voraussetzungen für einen adäquaten Unterricht nur bedingt gewährleistet“. Er habe Verständnis für den Wunsch, möglichst kostengünstig zu sanieren, stellt der Schulleiter klar, er gehe aber davon aus, dass die Fachleute Kosten und Nutzen gegeneinander abgewogen hätten. Der jetzige „Rückschritt“ sei für ihn nicht nachvollziehbar; „dass der Ausschuss die Entscheidung vertagt hat, macht mir wirklich Sorgen“.

Es müsse „in absehbarer Zeit eine Entscheidung fallen“, mahnte auch CDU-Fraktionschefin Ellen Brümmer. Zwar sei angesichts sinkender Schülerzahlen eine Diskussion über die Situation der Gymnasien „legitim“ — die einzige Gemeinschaftsschule in der Stadt „werden wir aber mit Sicherheit auf Dauer behalten“, prognostizierte sie.

Ähnlich äußerte sich Bürgermeister Gerd Schuberth (CDU). Die Umstände seien nicht zu vergleichen. Bei den Gymnasien würden Faktoren wie der demographische Wandel bereits in die Planung einbezogen. So sieht die Verwaltung derzeit zum Beispiel keine Notwendigkeit, in die Pavillons mit Klassenzimmern am Leibniz-Gymnasium zu investieren. Zur Debatte stünden ausschließlich „dringende Sofortmaßnahmen“, so Schuberth, die erforderlich seien, „um den Schulbetrieb am Laufen zu halten“. Ansonsten werde man „die weitere Entwicklung abwarten“, kündigt der Verwaltungschef an, zusätzliche Maßnahmen sollten erst angegangen werden, „wenn klar ist, wie es mit den Gymnasien weitergeht“. Über dieses Thema werde früher oder später der Schulausschuss beraten.

Handlungsbedarf besteht nach Angaben der Stadtverwaltung am GaM in Sachen Heizungsanlage und Beleuchtung, am Leibniz-Gymnasium müssen die naturwissenschaftlichen Räume saniert werden. Für die Planung sollten 115 000 Euro (GaM) beziehungsweise 80 500 Euro (Leibniz) in den Haushalt eingestellt werden, so der Beschlussvorschlag der Verwaltung. Laut Bauamtsleiter Lindemann besteht durch die Maßnahmen auch „großes Einsparpotenzial“ bei den Energiekosten. Bereits durchgeführte energetische Sanierungen hätten am Leibniz-Gymnasium bereits zu einem 20 Prozent geringeren Gasverbrauch geführt, der Stromverbrauch sei um 25 Prozent gesunken.

Auch in diesem Punkt gab es vorerst allerdings keinen Beschluss. Über die Investitionen an allen drei Schulen soll nun bei der nächsten Ausschusssitzung am 9. Dezember entschieden werden.

ESG braucht neue Fachräume
1959 wurde der Trakt mit den Fachräumen der Elisabeth-Selbert-Gemeinschaftsschule (ESG) errichtet. Der energetische Zustand entspricht laut Bauamt diesem Jahr, inzwischen biegen sich zudem die Decken respektive Fußböden durch. Auch entspreche die jetzige Raumgröße von 72 Quadratmetern nicht mehr aktuellen Standards (mindestens 84).

Jennifer Binder

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