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Bad Schwartau Wildschweine verwüsten Minigolfplatz
Lokales Bad Schwartau Wildschweine verwüsten Minigolfplatz
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20:44 18.11.2018
Wildschweine haben den Minigolfplatz im Bad Schwartauer Kurpark verwüstet; Betreiber Helmuth Kirsten und Tochter Stefanie Hülsmann sind entsetzt und hoffen auf Hilfe seitens der Stadt. Quelle: Ilka Mertz
Bad Schwartau

Als Helmuth Kirsten an diesem Spätnachmittag auf seinen Minigolfplatz kommt, kann er seinen Augen kaum trauen. Seine Tochter Stefanie Hülsmann hatte ihn zwar vorgewarnt, doch das ganze Ausmaß der Verwüstung wird ihm erst jetzt bewusst. „Das kann ja wohl nicht wahr sein“, ruft er aus.

So schlimm war es noch nie

In der Tat sieht die Minigolf-Anlage, die Helmuth Kirsten (74) seit 48 Jahren im Kurpark betreibt, in weiten Teilen aus wie ein Acker. In der Nacht zu Mittwoch haben Wildschweine das Gelände heimgesucht und die Rasenflächen außerhalb der Bahnen durchwühlt. Wie viele Tiere es waren, kann niemand genau sagen. Fest steht jedoch: „So schlimm war es noch nie“, da sind sich Helmuth Kirsten und Stefanie Hülsmann einig. Ohnehin hatten sie jahrzehntelang überhaupt keine Probleme mit Wildschweinen.

Erster Besuch im letzten Winter

Im vergangenen Winter kamen die Tiere dann zum ersten Mal auf die Anlage, „das war auch im November, als ob sie einen Kalender haben“, erinnert sich Helmuth Kirsten. Dieses Jahr sind sie bereits zum zweiten Mal auf den Minigolfplatz vorgedrungen. „Beim ersten Mal haben sie aber nur eine kleine Ecke zerwühlt“, sagt Stefanie Hülsmann. Dieses Mal ist es fast der halbe Platz.

Die Minigolf-Anlage, die Helmuth Kirsten (74) seit 48 Jahren im Kurpark betreibt, sieht in weiten Teilen aus wie ein Acker.

Tiere stärker bejagen

Warum die Tiere sich bis auf die Minigolf-Anlage vorwagen, lässt sich schwer sagen. Im vergangenen Jahr hatten Stadtjäger Gert Kayser und Hegering-Leiter Tim Techau an die Stadt appelliert, die Wiesen im Schwartautal zu mähen, damit die Tiere dort keine Versteckmöglichkeiten mehr finden. Das ist mittlerweile geschehen, das hohe Gras ist gekürzt. Und dennoch dringen die Wildschweine immer weiter Richtung Stadt vor. Auch andere Spaziergänger berichten in den sozialen Medien von Begegnungen mit den Wildtieren im Kurpark. „Hier gibt es zwischen den Bäumen noch genug Deckung“, sagt Helmuth Kirsten. Der 74-Jährige plädiert dafür, die Tiere zu jagen. „Muss erst richtig was passieren“, fragt sich auch seine Tochter Stefanie Hülsmann, die auf ihren Hundespaziergängen durch das Tal an verschiedenen Stellen Trampelpfade der Wildschweine ausgemacht hat. „Die kommen sogar bis an die Gärten am Riesebusch.“

Mehr Unterstützung von der Stadt

Auch über einen Elektrozaun rund um den Minigolfplatz haben Vater und Tochter schon nachgedacht, allerdings würde der die Schwarzkittel auch nur eine gewisse Zeit lang abhalten. „Die Tiere gewöhnen sich dran“, sagt Stefanie Hülsmann. Das größere Problem ist ohnehin erstmal die Instandsetzung der verwüsteten Anlage, der Rasen ist büschelweise herausgerissen, die Löcher, die die Tiere hinterlassen haben, sind knöcheltief. „Eigentlich müssten wir uns sofort ranmachen, alles wieder zu begradigen und mit Rasen zu bedecken, solange der Boden locker ist“, sagt Stefanie Hülsmann, „aber wenn die Wildschweine dann wiederkommen, war alles umsonst.“ Also werde der Platz wohl bis zum Frühjahr in diesem Zustand bleiben. Helmuth Kirsten und Stefanie Hülsmann hoffen, dass sie bei der Arbeit Unterstützung seitens der Stadt bekommen, der die Fläche gehört, auf der der Minigolfplatz liegt. „Mein Vater wird 75, mein Mann und ich sind voll berufstätig. Wir können das nicht alleine leisten“, sagt Stefanie Hülsmann. Mitarbeiter des Bauhofs, die mitanpacken, und Mutterboden, um die Löcher aufzufüllen, wären eine große Hilfe. „Letztes Jahr gab es keine Hilfe außer eine Ladung Erde, die hier abgekippt wurde. Es wäre schön, wenn das dieses Mal anders ist“, so die 47-Jährige. Schließlich wolle man doch in zwei Jahren das 50-jährige Bestehen des Minigolfplatzes gemeinsam feiern.

Ilka Mertz

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