Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Bad Schwartau Wilhelmsquelle wird wieder schick
Lokales Bad Schwartau Wilhelmsquelle wird wieder schick
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:20 20.05.2017
Probesitzen: Bürgermeister Uwe Brinkmann (2.v.r) mit Mathias Fahr, Klaus Nentwig und Henning Beck (v.l.) vom Bürgerverein. Quelle: Fotos: Irene Burow

Spaziergänger, Hundebesitzer, Wanderer und Durstige können nun wieder an der Wilhelmsquelle im Riesebusch verweilen. Der Gemeinnützige Bürgerverein hat zwei Bänke aufstellen lassen. Die Stadt Bad Schwartau hat unter der Leitung von Carolin Welchert zudem die Quelle und die Umgebung wieder hergerichtet. Mitarbeiter des Baubetriebshofs haben unter anderem Platten gelegt und die Bänke befestigt. „Sehr viele Jahre konnte man hier nicht mehr sitzen“, sagt Klaus Nentwig, Vorsitzender des Bürgervereins, bei der ersten Sitzprobe. Gespendet wurden die Bänke von seiner Frau Marie-Luise Nentwig. „Ich freue mich, dass der Bürgerverein wieder mit einem feinen Auge fürs Detail und mit eigenem Engagement das Kleinod sichtlich aufgewertet hat“, sagt Bürgermeister Uwe Brinkmann.

Bänke für das Kleinod im Riesebusch – Eine lange überfällige Maßnahme.

Eine Quelle der Erholung ist der Ort schon seit mindestens 140 Jahren. Nentwig erzählt von alten Aufnahmen mit weißen Bänken, als der Platz noch prachtvoller gewürdigt und seiner außerordentlich historischen Bedeutung gerecht wurde. Die Quelle ist nach dem Schriftsteller Wilhelm Jensen benannt. Wie sein Schulfreund, der Dichter Emanuel Geibel, verweilte er oft hier im Bad Schwartauer Riesebusch. Und schließlich kutschierten Thomas Manns Buddenbrooks hier vorbei.

Im Jahr 1982 berichteten die Lübecker Nachrichten, dass vor mehr als 100 Jahren die Naturquelle noch unberührt vor sich hinsprudelte. Demnach wurde sie 1873 vom damals neu gegründeten Schwartauer Verschönerungsverein zum ersten Mal gestaltet. Jetzt plätschert das Wasser über drei Becken ins Tal, bevor es durch die Wiese in die Schwartau fließt.

Der Spagat zwischen Schutzgebiet und attraktivem Anziehungspunkt scheint nicht leicht. 2009 hatten Stadt und Bürgerverein die Neugestaltung der seit langem vernachlässigten Wilhelmsquelle unternommen. Eine Holzbrücke führte den Spazierweg über den Wasserlauf. Diese gibt es nicht mehr. Seither finden alle Jahre wieder Arbeitseinsätze statt. 2011 steuerte die Bruhn-Stiftung rund 1500 Euro für hölzerne Sitzgelegenheiten bei; Jugendliche aus Europa räumten in einem Workcamp drei Wochen auf. 2013 mussten Trampelpfade gesperrt werden, weil die mächtigen Buchen ringsherum morsch sind.

Das gilt nach wie vor: „In diesem Flora-Fauna-Habitat sollen die Bäume ein klassisches Ende erleben, sie dürfen nicht gefällt werden“, sagt Henning Beck vom Bürgerverein. Äste fallen also herunter oder rutschen die Hänge hinab. Jugendliche sollen die Schrägen als Spielplatz nutzen, was ebenso einen schönen Anblick verhindert. Mit der Sperrung vor vier Jahren waren sich Behörden und Vereine einig, dass die Quelle einen Zugang behalten muss; der Weg wurde saniert, eine neue Brücke gebaut und eine Infotafel installiert. Ende 2014 wurden neue Mauern gesetzt, die Fließbecken gereinigt und die Umgebung neu bepflanzt. Rund 18 000 Euro ließ sich die Stadt das kosten. 2015 reinigten die Umweltfüchse die Becken; die Grünen pflanzten 2016 eine Eibe und bemängelten fehlende Sitzgelegenheiten – an einem Ort, wo sich Besucher gern Teewasser abschöpfen und wo noch traditionell Taufwasser geholt wird. Die Rensefelder Kirchengemeinde plant im Juni wieder eine entsprechende Aktion.

Geschützte Bäume

Im Riesebusch wachsen die ältesten Buchen Schleswig-Holsteins. Bisher wurden sie auf rund 250 Jahre geschätzt. Neuen Annahmen zufolge könnten sie älter sein, erklärte Henning Beck. Das werde derzeit untersucht. Die Habitatbäume sind mit toten Ästen, Rissen, Faulstellen, Moos- oder Flechtenbewuchs für viele Lebewesen ökologisch wertvoll. Bis zu 1500 Pilz- und 1300 Käferarten bieten sie ein Zuhause.

Irene Burow

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Schüler am GaM und Leibniz zu Gast – Bücherei Stockelsdorf feiert Partnerschaft mit Le Portel.

20.05.2017

Über diese abenteuerliche Reise berichtet Axel Simanowski morgen bei Asklepios.

20.05.2017

Seniorenkino lädt am Dienstag um 14 Uhr zu einem Film-Klassiker.

20.05.2017
Anzeige