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Bad Schwartau „Wir waren immer brav!“ Viel Spaß beim Klassentreffen
Lokales Bad Schwartau „Wir waren immer brav!“ Viel Spaß beim Klassentreffen
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19:13 26.04.2016
Aus Nah und Fern angereist: 63 Jahre nach der Entlassung gab es für die Ehemaligen viel zu erzählen.

Zufälle gibt‘s: Als die ehemaligen Schüler der Volksschule II Bad Schwartau, der heutigen Elisabeth-Selbert-Gemeinschaftsschule, zum 60-jährigen Klassentreffen zusammenkamen, staunten sie nicht schlecht: Saß da doch schon die Parallelklasse in dem angemieteten Raum der Gaststätte Süd-West in Rensefeld — allerdings die des Entlassungsjahrgangs 1953. So mancher konnte sich noch an die ehemaligen Mitschüler erinnern, für Gesprächsstoff war jedenfalls für viele Stunden mehr als gesorgt.

Überraschung: Gleich zwei Jahrgangsabgänge trafen sich zufällig, um über ihre Streiche und Erlebnisse in der Schulzeit vor über 60 Jahren zu klönen.

„Das mit dem Schneeball damals war doch nur ein kleiner Unfall.“Werner Börk

Alle zwei Jahre und das schon seit 40 Jahren — so oft treffen sich die ehemaligen Schülerinnen und Schüler, die vor 63 Jahren mit dem Abschlusszeugnis in der Hand der Volksschule den Rücken kehrten.

Längst nicht alle wohnen heute noch in Bad Schwartau, so mancher von ihnen nimmt einen langen Weg in Kauf, um mit den ehemaligen Klassenkameraden genüsslich über die alten Zeiten zu tratschen. Karin Wartzack (77), die über zehn Jahre in Buenos Aires in Argentinien lebte, ist sogar extra aus ihrem jetzigen Wohnort Nürnberg angereist, um in Erinnerungen an die Schulzeit zu schwelgen. Zum Beispiel an die Klassenfahrt nach Malente im Jahr 1953. „Die war legendär, weil der Werner mit dem Schneeball eine Scheibe ziemlich unglücklich getroffen hat“, weiß Ingrid Nowak (78), als wäre der Vorfall erst gestern gewesen. „Das gab damals einen Riesenärger, aber wir haben alle zusammengelegt, um den Schaden zu bezahlen.“

„Ich kann mich absolut an nichts erinnern“, schmunzelt der auf das Malheur angesprochene Werner Börk, um dann kleinlaut zuzugeben: „Das war doch nur ein kleiner Unfall. Aber eigentlich war ich immer der Bravste von allen“, versichert der 77-Jährige grinsend — und erntet natürlich großes Gelächter der Anwesenden.

„Nein, Dummheiten hat unsere Klasse nie gemacht“, sagt Gitta Bökmann (75) vom Abschlussjahrgang 1956, und sie klingt dabei sehr überzeugt. Ihre Abschlussklasse war seinerzeit übrigens der erste Jahrgang mit neun statt acht Schulpflichtjahren. Nach 25 Jahren gab‘s für diese Ex-Schüler und Schülerinnen eine erste Klassenzusammenkunft, seitdem treffen sich die Ehemaligen im Fünf-Jahres-Rhythmus und ab sofort alle zwei Jahre — so ist es beim jetzigen Treffen einstimmig beschlossen worden.

„Es war schon eine schöne Zeit damals, besonders der Chor hat uns viel Freude bereitet“, erinnert sich Elvira Grießmann, die dieses Treffen nach 60 Jahren organisiert hat. Ja, an die gemeinsamen Chorstunden denken auch die anderen Schüler besonders gern zurück. „Aber die Sitten waren insgesamt schon etwas rauer als heute“, meint Charlotte Lück. „Wer frech war, musste sich eine Zeit lang in die Ecke stellen und manchmal gab‘s auch vom Lehrer was auf die Finger.“

Für die 76-Jährige, die in Lübeck lebt, wurde das Doppel-Treffen auch zu einer unerwarteten Familienbegegnung, denn ihr älterer Bruder Hannes war Schüler des Abschlussjahrgangs 1953. „Als wir heute morgen telefonierten, sagte er plötzlich, er müsse nun auflegen, weil er noch zum Klassentreffen will. Ich antwortete, dass ich ebenfalls gleich ein Klassentreffen in Bad Schwartau habe — und so sind wir uns hier begegnet.“ Zufälle gibt‘s...

Von Birgit Jungke

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