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Bad Schwartau Wird das Open Hus wieder ein Gemeinschaftshaus?
Lokales Bad Schwartau Wird das Open Hus wieder ein Gemeinschaftshaus?
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21:17 15.10.2016
Verlassen: Das frühere Gemeinschaftshaus Open Hus in Langenfelde liegt brach. Quelle: Fotos: S. Prey

Im Jahr 2015 wurde in fast allen Kommunen händeringend nach Wohnraum für Flüchtlinge gesucht. Auch in Bad Schwartau – das Bahnhofsgebäude und ein Gebäude am alten Wasserwerk wurden umgebaut und zu Unterkünften hergerichtet, Grundstücke wurden zudem gekauft, Pläne für Neubauten erstellt und Wohncontaineranlagen bestellt. Ob der prekären Lage hat die Stadt auch das Gemeinschafthaus Open Hus im Gewerbegebiet Langenfelde von den Eheleuten Verico und Andreas Böck erworben. Auch dort sollten nach kleinen Umbaumaßnahmen 22 Flüchtlinge untergebracht werden.

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Die Zahl der Flüchtlinge, die in Bad Schwartau Zuflucht suchen, ist stark rückläufig – Einige Unterkünfte stehen leer oder werden auch künftig nicht mehr benötigt.

Doch die Immobilie, die im Februar 2016 von den Böcks übergeben wurde, steht seitdem leer. „Nach Lage der Dinge wird das Gebäude nicht mehr für die Unterbringung von Flüchtlingen benötigt“, sagt auch Ordnungsamtsleiter Bernd Kubsch.

Was soll nun mit der Immobilie, die über 193 Quadratmeter Gewerbefläche und 171 Quadratmeter Wohnfläche sowie zwei Garagenplätzen verfügt, geschehen? In der jüngsten Sitzung des Finanzausschusses wurde das Thema bereits andiskutiert. Dabei stieß der Vorschlag, das Open Hus wieder als ein Gemeinschaftshaus zu nutzen, durchaus auf Resonanz. „Darüber würden sich sicher viele Bad Schwartauer freuen. Das sollten wir den Bürgern ruhig gönnen“, erklärte Elisabeth Kremer (SPD). Parteikollege Hans Tylinski ist auch der Meinung, dass man eine solche Diskussion durchaus im Fachausschuss führen könne. Allerdings stimmte er auch Ellen Brümmer (CDU) zu, die als Grundvoraussetzung für weitere Überlegungen erst einmal genaue Zahlen auf dem Tisch liegen sehen will. „Wir müssen sehen, wie sich das wirtschaftlich darstellt: ob eine Vermietung möglich oder ob ein Wiederverkauf realistisch ist und ob es denn auch tatsächlich einen Bedarf für ein Gemeinschaftshaus gibt“, so Brümmer.

Entsprechendes Zahlenmaterial wird nun die Verwaltung erarbeiten. Eine Wiederveräußerung des Gebäudes wird von der Verwaltung allerdings kritisch gesehen. Grund: Es könnte im erheblichen Maße eine Spekulationsgewinnsteuer anfallen.

Angesichts der aktuellen Flüchtlingszahlen in Bad Schwartau ist das ehemalige Open Hus nicht die einzige Überkapazität. Aktuell leben laut Ordnungsamtsleiter Bernd Kubsch 305 Flüchtlinge in der Stadt. Der überwiegend große Teil lebt in angemieteten Wohnungen oder angekauften Gebäuden. Entsprechend gibt es Überkapazitäten bei den Wohncontaineranlagen. Die Anlage in der Kaltenhöfer Straße ist mit 44 Flüchtlingen nahezu komplett belegt. Drastisch sieht es in hingegen in der abgelegenen Unterkunft in der Pohnsdorfer Straße aus. Die Anlage ist für rund 180 Bewohner konzipiert. Aktuell leben dort 15 Flüchtlinge.

Laut Ordnungsamtschef Kubsch sei die Container-Unterbringung aber wesentlich komfortabler als ihr Ruf. Entsprechend gebe es auch Wünsche, Wohnungen zu verlassen und in einen Container umzuziehen.

 Sebastian Prey

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