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Bad Schwartau Wo bitte geht’s hier zum Bohlenweg?
Lokales Bad Schwartau Wo bitte geht’s hier zum Bohlenweg?
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20:38 21.08.2017
Umweltbeirat Rudolf Meisterjahn begibt sich im Schwartautal auf die Suche nach dem Bohlenweg, der zum Teil vollkommen zugewuchert ist. Quelle: Fotos: Sebastian Prey

Der Naturerlebnisraum, der im Tal der Schwartau und seinen angrenzenden Waldhängen liegt, steht bei Erholungssuchenden, Naturfreunden und Spaziergängern hoch im Kurs. In dem rund 36 Hektar großen Areal gibt es 15 Stationen, die spielerisch auf die Besonderheiten in dem Naturerlebnisraum aufmerksam machen. Kaum einer kennt das Gelände so gut wie Gert Kayser, der seit fast 20 Jahren regelmäßig Gruppen durch die Natur führt. Der Stadtjäger und Naturfreund ist enttäuscht, dass die Stadt Bad Schwartau sich so wenig um den Naturerlebnisraum kümmert.

Umweltbeirat macht sich für die Instandsetzung des beliebten Weges stark.

Auch der Umweltbeirat der Stadt Bad Schwartau sieht die Verwaltung in der Pflicht, initiativ zu werden. „Hinter dieser grünen Wand irgendwo liegt der Bohlenweg. Hier kann doch keiner langgehen“, sagt der Vorsitzende Rudolf Meisterjahn bei einem Ortstermin.

Aus Sicht von Meisterjahn besteht dringend Handlungsbedarf. „Die Stadt ist in der Pflicht, diesen Naturraum erlebbar zu machen. Es ist ein Natura-2000-Gebiet. Da muss die Erlebnisfähigkeit organisiert sein“, erklärt Meisterjahn. Kayser erinnert zudem an eine Zusage, die bei der offiziellen Anerkennung als Naturerlebnisraum 1999 gemacht wurde. „Die Stadt hatte jährlich 3000 D-Mark für die Instandhaltung der Wege zugesagt. Gemacht wurde aber nichts“, erklärt Kayser, der jährlich mehr als 1000 Menschen durch diesen Naturraum führt. Im vorigen Jahr hat Kayser 23 Schulklassen, 16 Kindergarten-, 14 Kindergeburtstags- und sechs Erwachsenengruppen den Naturraum nähergebracht. „Der Bohlenweg ist bei den jungen Teilnehmern der absolute Renner“, berichtet Kayser. Doch der größte Teil des Bohlenwegs sei schon länger nicht mehr begehbar. Einige Eichenbohlen sind gebrochen und der Weg rechts und links vollkommen zugewuchert. Das ist auch in der Verwaltung bekannt. „Wir haben die Bohlenweg natürlich im Auge“, sagt Carolin Welchert aus dem Bauamt. Mitarbeiter des Bauhofs hätten immer wieder versucht, den Weg freizuhalten. Das sei aber nicht mehr möglich, deshalb habe man jetzt am Anfang des Bohlenwegs auch schon die Eichenstämme weggenommen, um niemanden mehr auf diesen Pfad zu schicken. „Der Weg ist so einfach nicht passierbar. Die Bohlen sind morsch und versinken im Morast“, erklärt Welchert, die sehr wohl über die Bedeutung des Bohlenwegs weiß. „Der Weg ist ein Hit. Ich habe selbst schon Gruppen durch den Naturerlebnisraum geführt“, berichtet Welchert, die an einer Lösung arbeitet. Aus ihrer Sicht sei es besser, den Bohlenweg komplett zu erneuern und zwar mit Kunstoffbohlen in Holzoptik. „Das würde die Unterhaltung wesentlich vereinfachen. Ich versuche für dieses Vorhaben, Mittel in den nächsten Haushalt einzustellen“, kündigt Welchert an. Wie hoch die Kosten tatsächlich sein werden, steht allerdings noch nicht fest. Die Summe, die die Politik dann noch genehmigen muss, dürfte aber in einem guten fünfstelligen Bereich liegen.

Stadt ist Träger

1999 eröffnete der damalige schleswig-holsteinische Umweltminister Rainder Steenblock den Zwei-Kilometer- Pfad. Er überbrachte auch die Anerkennungsurkunde für den Naturerlebnisraum. Die Stadt ist Träger der 36-Hektar-Anlage. Der Naturerlebnisraum umfasst den Kurpark, die Schwartau-Wiesen und die Waldfläche Mönchskamp. Sein Herzstück bildet ein ringförmig angelegter, 3600 Meter langer Naturpfad; dieser führt über Waldwege und Bohlen zu markanten Stationen – unter anderem ins Grüne Klassenzimmer.

Sebastian Prey

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