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Bad Schwartau Wohnprojekt feiert Richtfest
Lokales Bad Schwartau Wohnprojekt feiert Richtfest
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18:10 07.10.2017
Maren (26, v.l.), Marcel (36), Katharina (27), Niklas (23, r.) und Loreen (25, vorne) freuen sich auf den baldigen Einzug.
Bad Schwartau

Es war zwar kein Schnaps, sondern Wasser, dafür aber gleich eine ganze Flasche davon, die Zimmermann Andreas Wichern beim Richtfest an der Fassade des Neubaus zerschmetterte. Tropfen spritzten, Scherben klirrten – rund 90 Gäste applaudierten. Neugierige und Nachbarn, Handwerker und (künftige) Hausherren waren gekommen, um diesen besonderen Moment zu feiern. „Jetzt ist Halbzeit, jetzt steht da wirklich was“, sagte Dieter Köpke von der Projektberatungsgesellschaft Conplan, bei der die Fäden für dieses in Bad Schwartau einmalige Projekt zusammenlaufen.

Nun ist ein Ende absehbar: Nach monatelangen Planungs- und Bauzeiten konnte am generationenübergreifenden Wohnprojekt „besser gemeinsam – nachbarschaftlich wohnen in Bad Schwartau“ in der Mühlenstraße nun Richtfest gefeiert werden.

Denn an der Mühlenstraße 38 bis 40 entsteht nicht irgendein Mehrfamilienhaus. Genauer gesagt sind es zwei davon mit insgesamt 4000 Quadratmetern Wohnfläche, auf rund elf Millionen Euro beläuft sich das Investitionsvolumen. Die beiden Häuser sind unterteilt in 49 Eigentumswohnungen, jede zwischen 43 und 132 Quadratmeter groß, von denen 47 bereits verkauft sind. Zwischen den beiden Häusern – und das ist die große Besonderheit – wird ein rund 60 Quadratmeter großer Gemeinschaftsraum mit Küche entstehen. Möglicherweise wird es auch noch eine gemeinsame Dachterrasse oder einen Gemeinschaftsgarten geben.

Wenn es im kommenden Jahr soweit ist, im Frühjahr sollen die Wohnungen bezugsfertig sein, werden dort sicher auch fünf ganz besondere Bewohner anzutreffen sein: Maren (26), Marcel (36), Katharina (27), Niklas (23) und Loreen (25) verlassen dann ihre Elternhäuser, um in der „Villa Wir“ zusammen zu leben. Der Verein „Villa Wir“ hat jahrelang für eine Wohngruppe, in der behinderte junge Menschen zusammen leben können, gekämpft. In diesem Wohnprojekt wird der Traum nun Wirklichkeit. „Als der Verein mit seinem Anliegen auf uns zugekommen ist, wurde die Idee von der gesamten Baugemeinschaft mit Freude aufgenommen“, erinnerte sich Dieter Köpke. „Besser gemeinsam“ sei also nicht nur ein Projektname, sondern werde wirklich gelebt. Für die zwei Frauen und drei Männer mit Behinderung wird im Erdgeschoss des einen Hauses ein eigener Bereich eingerichtet, bestehend aus fünf Einzelappartements mit Badezimmer und einer gemeinsamen Küche und Wohnbereich. „Die fünf haben schon die Zimmer verteilt und ausgesucht, wo der Fernseher stehen soll und wo die Couch“, berichtete Gisela Babies, zweite Vorsitzende von „Villa Wir“. Mit den anderen Hausbewohnern gebe es bereits Pläne, sich gemeinsam um die Gartenarbeit zu kümmern. „Es ist fantastisch, dass die jungen Leute hier so anerkannt werden“, sagte sie.

Dementsprechend groß ist auch die Vorfreude bei den künftigen Mitbewohnern. „Es hat ja jetzt lange genug gedauert, jetzt kann es bald losgehen“, sagte Maren. Bis zum Sommer werden sich die künftigen Mitbewohner weiterhin mindestens einmal monatlich treffen, um sich kennenzulernen und zu üben, an einem Strang zu ziehen. Die perfekte Vorbereitung für den Einzug in die „Villa Wir“.

Von Ilka Mertz

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