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Bad Schwartau Wühlmausplage im Kurpark wird bekämpft
Lokales Bad Schwartau Wühlmausplage im Kurpark wird bekämpft
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20:56 08.06.2017
Das Wühlmaus-Vorkommen ist sehr weit verbreitet. Es gibt rund 150 verschiedene Arten.

Im Kurpark knattert ein Kasten im Rasenmäher-Format. Aus den umliegenden kleinen Sandhaufen auf der Rasenfläche steigt weißer Rauch auf. „Das ist Kohlenmonoxid“, sagt Björn Röwe (40). Gemeinsam mit seinem Schädlingsbekämpfer-Kollegen Christian Nevermann (38) will Röwe den Wühlmäusen in Bad Schwartau den Garaus machen. Gestern ist das Duo von der Firma Bockholdt im Kurpark im Einsatz. Am Tag zuvor haben die beiden Schädlingsbekämpfer schon den Sportplatz am Leibniz-Gymnasium mit dem „Knatter-Kasten“ namens „Mauki“ bearbeitet.

Der Sportplatz am Leibniz und die Rasenflächen im Kurpark werden derzeit von Wühlmäusen befreit.

Experten-Infos

Der Umweltbeirat bietet eine Informationsveranstaltung zu dem Thema „Wühlmaus-Bekämpfung“ an.

Der Vortrag mit Experten findet am Mittwoch, 21. Juni, um 17 Uhr im Sitzungssaal (erster Stock) des Rathauses statt. Natürlich dürfen Zuhörer auch Fragen stellen.

„Wir mussten dringend handeln“, sagt Carolin Welchert, die im Bauamt der Stadt Bad Schwartau das Thema Grünpflege betreut. Der Sportplatz und auch das Grün im Kurpark ist übersät mit kleinen Erdhaufen. Damit nicht genug, denn auch der Untergrund wurde von den Wühlmäusen so stark unterwandert, dass die Nutzung und die Pflege nicht mehr uneingeschränkt beziehungsweise gefahrlos möglich ist. „Die Gefahr, beim Sport umzuknicken, war einfach zu groß. Wir mussten jetzt handeln oder den Platz sperren“, erklärt Welchert.

Unlängst haben Fachleute von der Firma Bockholdt, darunter ein Schädlingsbekämpfer und ein Biologe, die Flächen am Kurpark und am Leibniz inspiziert. Das Ergebnis stand schnell fest: In den Flächen sind ausschließlich Wühlmäuse und keine Maulwürfe aktiv. Wühlmäuse dürfen im Gegensatz zu Maulwürfen bekämpft werden. „Es gibt mehrere Faktoren, die diesen Schluss zulassen. Zum einen haben die Erdhaufen unterschiedliche Größen. Maulwürfe sind aber bekannt dafür, immer gleich große Haufen zu hinterlassen“, erklärt Röwe. Ein weiteres Indiz, das für ein Wühlmaus-Vorkommen spricht, ist das Tunnelsystem. „Maulwürfe graben mehr in die Tiefe. Das hier vorhandene Tunnel-System liegt hier aber direkt unter der Grasnarbe“, berichtet Nevermann und bohrt mit einer Hand in einen kleinen Erdhaufen.

Wie viele Wühlmäuse im Kurpark und am Leibniz-Sportplatz ihr Unwesen treiben, können die Schädlingsbekämpfer nicht sagen. „Es werden nicht wenige sein“, erklärt Röwe, denn die betroffenen Flächen sind schon sehr weitläufig wie auch das Umfeld mit Büschen und Wasser. Entsprechend ist das von der IHK (Industrie- und Handelskammer) geprüfte Schädlingsbekämpfer-Duo einen ganzen Tag lang auf den Rasenflächen im Kurpark unterwegs. Abschnittsweise wird die Grünfläche mit Kohlenmonoxid begast – jeweils bis zu zehn Minuten. Nevermann: „Das überleben die Mäuse, die keine große Widerstandskraft haben, nicht.“

Trotz des Begasungseinsatzes gibt es keine Garantie dafür, dass die Flächen ab sofort nicht mehr von Wühlmäusen heimgesucht werden. Röwe: „Wir werden in der nächsten Woche eine erneute Begehung machen – dann sehen wir, ob es neue Erdhaufen gibt.“ Auch Carolin Welchert weiß, dass eine zweite Bekämpfung zum Jahresende notwendig werden könnte.

 Sebastian Prey

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