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Bad Schwartau Zwei Brandstiftungen in einer Nacht hielten Feuerwehr in Atem
Lokales Bad Schwartau Zwei Brandstiftungen in einer Nacht hielten Feuerwehr in Atem
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08:55 17.10.2012
Während die Feuerwehrleute mit den Löscharbeiten im Gewerbegebiet Langenfelde-Nord beschäftigt sind, meldet sich die Leitstelle: Auch der alte Bahnhof Schwartau-Waldhalle brennt.
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Bad Schwartau

Was für eine Nacht für die Einsatzkräfte der Feuerwehren in Bad Schwartau! Gegen 3 Uhr der erste Alarm: Im Gewerbegebiet Langenfelde- Nord brennt ein Lkw-Anhänger, der Holzbohlen – vermutlich für ein Festzelt – geladen hat. Noch während die Feuerwehrleute dort löschen, meldet sich erneut die Leitstelle: „Sieht man euer Feuer von der Autobahn aus? Nein? Dann habt ihr noch eins!“ Jetzt brennt auch der alte Bahnhof Schwartau-Waldhalle hinter der Autobahnunterführung in der Elisabethstraße. Ein Einsatzfahrzeug mit fünf Mann Besatzung bleibt im Gewerbegebiet, alle anderen rasen an die Gleise.„Schnell war uns klar, dass wir das nicht alleine schaffen. Also haben wir nachalarmiert“, berichtet Lars Wellmann, stellvertretender Gemeindewehrführer Bad Schwartau, am nächsten Morgen. Etwa 20 Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehren Stockelsdorf und Mori kommen ihren 40 Bad Schwartauer Kameraden zu Hilfe. „Die Bauart und die Materialien des Gebäudes haben uns wirklich das Leben schwer gemacht“, sagt Wellmann, als das Feuer nach Stunden zwar noch nicht aus, aber immerhin unter Kontrolle ist. Strohputz, Holz und Zwischendecken mit Hohlräumen hätten dafür gesorgt, „dass das Feuer immer wieder durchzündet“. Zudem habe die „Wahnsinns-Rauchentwicklung“ den Einsatzkräften zu schaffen gemacht. „Wir konnten nur mit Atemschutz arbeiten, das ist körperlich sehr anstrengend“, erklärt Wellmann.Wegen der starken Rauchentwicklung steht in der Nacht auch ein Polizeiwagen an der Autobahn 1, um die Autofahrer vor den schwierigen Sichtverhältnissen zu warnen. Zudem müssen drei Bahnstrecken gesperrt werden, da während der Löscharbeiten der Strom der Oberleitung abgeschaltet werden muss. Die Route nach Travemünde bleibt bis in den Morgen gesperrt. „Die Güterzüge haben sich bis Bad Oldesloe gestaut“, sagt Wellmann, ändern kann er es nicht. Erst gegen 8.15 Uhr kann zumindest ein Gleis wieder freigegeben werden. In Schrittgeschwindigkeit rollen die Züge am Brandherd vorbei.Die Einsatzkräfte sind mittlerweile dabei, letzte Glutnester zu löschen. Knietief waten sie durch den Löschschaum, der – einem weißen Teppich gleich – rund um den zerstörten Bahnhof liegt. In Zusammenarbeit mit der Kriminalpolizei und der Bahn als Eigentümerin nehmen die Feuerwehrleute nach und nach das Dach auseinander. Später kommt ein Bagger, mit dem das Gebäude eingerissen wird. „Wir müssen vorsichtig vorgehen, schließlich dürfen wir der Kripo keine Spuren zerstören“, erklärt Wellmann, der sich mit einem Becher Kaffee wärmt und wachhält. Er will sich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, denn „die Kripo muss ja erst ermitteln“. Aber: „Beide Einsätze, der im Gewerbegebiet und der am Bahnhof, deuten auf Brandstiftung hin.“ Beim ausgebrannten Anhänger im Gewerbegebiet ist die Bad Schwartauer Kriminalpolizei sich denn auch schnell sicher: „Der ist in Brand gesetzt worden“, sagt Kirsten Beuck, Leiterin der Kripo vor Ort. Um den Bahnhof kümmern sich derweil die Lübecker Kollegen vom Kommissariat 11, denn: „Der liegt auf Lübecker Stadtgebiet“, erklärt Kirsten Beuck. Zudem gebe es derzeit keine konkreten Anhaltspunkte für einen Zusammenhang zwischen den beiden Bränden.Auch an der Bahnhofsruine kommen die Ermittler zu der Erkenntnis: „Ein technischer Defekt dürfte nicht vorliegen, also steht eine Brandlegung im Raum“, formuliert es Brandermittler Joachim Raeder. Ob diese allerdings vorsätzlich oder fahrlässig gewesen sei, lasse sich nicht sagen. „Der Brand ist so weit fortgeschritten, dass die Spurenlage extrem schwierig ist“, erklärt Raeder. Die Polizeibeamten sind jetzt auf Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen, „sonst sieht es nicht so aus, als hätten wir noch Chancen, den Brand aufzuklären“, so Raeder weiter. Wer etwas gesehen hat, kann sich unter derNummer 04 51/131 41 50 beim Lübecker Kommissariat 11 melden.

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