Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lokales Mein Mofa und ich
Lokales Mein Mofa und ich
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:33 27.10.2018
Christian Borchardt mit seinem Mofa. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen
Lübeck

Als Christian Borchardt (50) 15 Jahre alt wurde, bekam er sein erstes Mofa. „Eine Starflite Tramp 2“, erinnert er sich. „Die hatte vorher mein Bruder.“ Der Bruder legte sich eine Honda PX E zu, auch ein Mofa. Zwei Brüder, zwei Mofas, ein Traum: „Wir wollten mit unseren Gefährten gemeinsam durch Deutschland fahren. Bis ganz in den Süden.“

Film schildert Mofatour durch Deutschland

Eine Fahrt mit 25 Kilometern pro Stunde, so schnell durften Mofas damals fahren. Und so heißt auch der neue Film von Carsten Baumgardt, der am 31. Oktober in die Kinos kommt – „25 km/h“. Die Handlung: Zwei Brüder treffen sich bei der Beerdigung ihres Vaters nach Jahren wieder. Sie beschließen, ihren Jugendtraum wahr zu machen: eine Mofatour quer durch Deutschland, vom Schwarzwald bis zur Insel Rügen. Dazu reaktivieren sie zwei 30 Jahre alte Knatterkisten – und das Roadmovie beginnt. Die Mofas sind retro, der Traum ist es auch, der von der großen Freiheit mit 25 km/h.

„Richtige Mofas gibt es ja eigentlich gar nicht mehr“, sagt Borchardt, der in Schlutup eine kleine Zweirad-Werkstatt namens „Bomos“ (Borchardts Moped Shop) betreibt. 2017 stellte Hersteller Peugeot die Produktion seines Mofas „Vogue“ ein, der Siegeszug des Rollers schien unaufhaltsam. Diese fahren meist etwas schneller. 25 Stundenkilometer – das schafft locker jedes Elektrofahrrad. Borchardt hat einige gebrauchte Roller, sein Lebensthema aber bleibt das Mofa. „Die Nachfrage steigt“, hat er festgestellt. Inzwischen kämen auch jüngere Kunden zu ihm. „Die haben von diesen Plastikrollern die Nase voll.“

Richtige Mofas sind heute etwas in die Jahre gekommen, wie oft auch ihre Besitzer. Ein Hingucker sind die Retro-Gefährte aber trotzdem.

Borchardt hat eine große Sammlung

In Borchardts Sammlung finden sie die guten alten Zweitakt-Stinker, die alten Marken aus den 80er- und 90er-Jahren: Hercules, Puch, Solo und Zündapp. „Die Solo konnte man unter dem Namen ,Mars’ im Quelle-Katalog bestellen. An sich ein gutes Mofa, aber sie war nicht so beliebt.“ Die meisten wollten Zündapp oder Hercules. Auch Christian Borchardt. Er träumte als Jugendlicher von einer Zündapp CS 50, die wie ein Mokick aussah und mehr Leistung und Geschwindigkeit vortäuschte. Erst 2002 fand er eine gebrauchte CS 50 und kaufte sie. „Bis vor drei Jahren bin ich jeden Tag damit gefahren“, sagt er. Alles habe er mit dem Mofa gemacht, Besorgungen, Ausflüge in die Umgebung. „Ich habe ja erst vor drei Jahren den Autoführerschein gemacht“, gesteht der Lübecker. Vor der CS 50 hatte Borchardt auch mal eine Zündapp „Hai“. „Das war die gleiche Maschine, nur im Enduro-Look.“

Der Traum lebt noch immer

Die rote CS 50 läuft immer noch, Borchardt möchte sich nicht von ihr trennen. „Damit bin ich so lange gefahren. Bestimmt fast 50 000 Kilometer.“ Und der Traum von der Mofa-Tour durch Deutschland, der ist auch noch da. Zwar sei sein Bruder inzwischen leider gestorben, sagt der unverbesserliche Mofa-Fan, aber wenn er es sich recht überlege, dann würde er trotzdem gerne losfahren. „Darauf hätte ich immer noch Bock.“

Mobil mit meiner Mobylette

Auch LN-Autor Marcus Stöcklin (55) ist Besitzer eines alten Schätzchens auf zwei Rädern. Das Motobecane-Mofa vom Typ N 150, Baujahr 1975, auch „Mobylette“ genannt, ersteigerte er bei Ebay für 150 Euro und holte es auf dem Rückweg vom Urlaub im Süden in der Pfalz ab. Es passte gerade so in den Kombi, zusätzlich zum Reisegepäck. Im Alter von 15 Jahren war es ein blaues Peugeot 103-Mofa gewesen, das ihn morgens zur rund 15 Kilometer entfernten Schule und wieder zurück brachte (mit etwas Bastelarbeit bald auch etwas schneller als mit 25 km/h). Trotz des inzwischen erworbenen Motorradführerscheins ist das Fahrgefühl auf einem Mofa für den Mobylette-Besitzer bis heute unvergleichlich. „Man fühlt sich sofort wieder wie damals, als man noch 15 oder 16 war.“ Eine weitere Reise mit dem Mofa kam damals für ihn allerdings nicht in Frage. Dafür kaufte das Peugeot-Mofa später ein junger Mann, der eine Reise mit 25 km/h bis nach Griechenland plante.

Marcus Stöcklin

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Lokales Bundesweite Diskussion - Droht dem Klingelschild das Aus?

Darf der Vermieter den Namen eines Mieters am Klingelschild anbringen? Diese Frage hat zu einer Debatte um den Schutz personenbezogener Daten geführt. „Übertrieben“, sagen Vermieter und Datenschützer.

18.10.2018
Lokales Stadtwerke Lübeck Marathon - Eine Nummer für den Start

Obwohl es erst am Sonntag beim Stadtwerke Lübeck Marathon losgeht, können die Läufer schon jetzt ihre Startnummer abholen. Von 10 bis 18 Uhr am Sonnabend für alle Teilnehmer und am Sonntag nur noch für Auswärtige hat das Meldebüro im Rathaus geöffnet.

12.10.2018
Lokales Tanzsport in Lübeck - Im Wiegeschritt übers Parkett

Am Sonnabend fand in der Hansestadt beim Tanzclub Hanseatic das 16. Lübecker Tanzsportwochenende statt.

08.10.2018