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Lokales Friseur Klinck insolvent
Lokales Friseur Klinck insolvent
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19:08 30.11.2018
Insgesamt betreibt die Friseur Klinck GmbH mit Sitz in Kiel 95 Salons in sieben Bundesländern. Quelle: Fotolia
Lübeck/Kiel

Die Friseur-Kette Klinck mit knapp 750 Mitarbeitern hat wegen drohender Zahlungsunfähigkeit beim Amtsgericht Kiel die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragt. Dies teilte am Freitag Rechtsanwalt Jens-Sören Schröder als vorläufiger Insolvenzverwalter mit. Hintergrund seien Liquiditätsengpässe wegen Umsatzrückgängen im laufenden und im vergangenen Jahr. Die Friseur Klinck GmbH mit Sitz in Kiel betreibt 95 Salons in sieben Bundesländern. Die Kette ist in Schleswig-Holstein, Hamburg sowie Mecklenburg-Vorpommern besonders stark vertreten. Allein in Lübeck befinden sich drei Klinck-Filialen, weitere in Bad Oldesloe, Bad Segeberg, Neustadt, Sereetz und Timmendorfer Strand.

Der Geschäftsbetrieb solle in enger Zusammenarbeit mit der Geschäftsführung, den Schwestern Monika und Susanne Klinck, und den Beschäftigten aufrechterhalten und fortgeführt werden, erklärte Schröder: „Friseur Klinck bleibt geöffnet.“ Um die Löhne und Gehälter der Mitarbeiter sicherzustellen, wollte er sogleich die Vorfinanzierung des Insolvenzgeldes bei der Arbeitsagentur in Kiel beantragen.

„Friseur Klinck ist ein Traditionsbetrieb, eine starke Marke und hat einen guten Ruf am Markt“, sagte Schröder. Der Großteil der Salons arbeite nach erster Einschätzung rentabel und könne fortgeführt werden. Für unrentable Salons müssten ein Verkauf oder auch eine Schließung geprüft werden. Durch eine Restrukturierung des Salonnetzes solle Klinck wieder schwarzen Zahlen schreiben und dauerhaft erhalten werden. 1928 hatte der Friseurmeister Wilhelm Klinck in Kiel den ersten Salon eröffnet.

Während bei der Friseur-Innung und der Gewerkschaft Verdi am Freitag keine Stellungnahme zu bekommen war, teilte Christof Tatka, Geschäftsführer des Vereins „Perfakta – Handwerk in Zahlen“ mit, die Insolvenz sei keine Überraschung. Von 2014 bis 2017 sei der durchschnittliche Mittellohn der Friseure in Schleswig-Holstein 8,30 auf 11,30 Euro gestiegen. „Dies ist eine Steigerung von rund 36 Prozent“, sagte Profatka. Diese Erhöhung der Personalkosten als Preissteigerung an die Kunden weiterzugeben sei schwierig. „Alle Friseure haben damit ein Problem.“ Kleinere Betriebe würden dies dadurch ausgleichen, dass der Inhaber auf Einkünfte verzichte. Bei einer Friseurkette mit vielen Filialen funktioniere dies aber nicht.

Der Personalaufwand von Klinck machte 2016 fast 15 Millionen Euro aus. Vom Rohergebnis von 21 Millionen Euro blieb ein Jahresüberschuss von 167 082 Euro.

Zwar steige die Nachfrage nach Friseurdienstleistungen, die Beschäftigtenzahl ist laut Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks in Köln jedoch rückläufig. Dies sei vor allem die „Folge eines extremen Verdrängungswettbewerbs in den vergangenen Jahren“. Immer mehr Friseurinnen und Friseure versuchten ihr Glück als „Ein-Personen-Unternehmen“, schreibt der Verband auf seiner Webseite. „Im Resultat kommt dies einer Atomisierung der Branche gleich – mit negativen Folgen für den Preiswettbewerb, die Qualitätsstandards und die Fachkräfteentwicklung.“

Marcus Stöcklin

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