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Lokales Feuerwehrmann warnt: Strommasten auf der A 1 sind gefährlich
Lokales Feuerwehrmann warnt: Strommasten auf der A 1 sind gefährlich
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22:19 05.12.2018
Die Autobahn 1 zwischen Reinfeld und dem Autobahnkreuz Lübeck soll eine Oberleitung entstehen. Elektro-Teststrecke für Lastwagen - Elektro-Autobahn - Lastwagen mit Elektroantrieb Quelle: Fotoredaktion FR
Lübeck/Kiel

Die meisten Masten stehen schon: Bereits im Mai sollen eigens gebaute Lkw über elektrische Oberleitungen auf der A-1-Teststrecke zwischen Reinfeld und dem Autobahnkreuz Lübeck rollen. Doch es gibt eine Menge offene Fragen – vor allem was die Sicherheit betrifft. „Mit dem Aufbau der Masten schafft man ein ungeheures Gefahrenpotenzial“, warnt der Feuerwehrmann und Polizist Hans-Georg Smak aus Wesenberg (Kreis Stormarn). „Die Gefahr tödlicher Unfälle steigt.“

Schon das Vorhandensein der Masten erhöhe das Unfallrisiko. Seien erst die Stromleitungen in fünf Metern Höhe verlegt, werde es extrem schwierig, verunglückte Fahrzeuge zu bergen. Der Rettungshubschrauber werde nicht mehr wie gewohnt auf der Fahrbahn landen können. Und Feuerwehr, Rettungskräfte und Polizei seien für den Umgang mit der neuen Lage bislang nicht geschult.

Notabschalten ist geplant

Tatsächlich warten Feuerwehr und Rettungsdienste noch auf Instruktionen – Schulungen hätten noch nicht stattgefunden, bestätigt Gerd-Heinrich Riemann, Gemeindewehrführer der Stadt Reinfeld . „Wir werden noch vor Inbetriebnahme entsprechend eingewiesen.“ Rettungsdienste und Feuerwehr sowie Polizei seien früh in das Projekt eingebunden gewesen und hätten Stellungnahmen abgegeben. „Wir sind zuversichtlich, dass wir das Gefahrenpotenzial in den Griff bekommen.“ Allerdings sei die rund sechs Kilometer lange Anlage „etwas Neues, was wir im Alltag testen müssen“.

Sobald der Strom freigeschaltet wird, müsste die Feuerwehr in der Lage sein, die Leitung zu erden. Spezielles Gerät dafür sei noch nicht geliefert, erklärt der Stormarner Kreiswehrführer Gerd Riemann. Er gehe davon aus, dass dies ähnlich funktioniere wie bei der Bahn. „Wenn wir gerufen werden, wissen wir, wo wir notabschalten können.“

Hubschrauber-Landung nicht möglich

Beim Landen des Rettungshubschraubers auf der Fahrbahn seien die Masten ein Flughindernis, sagt Ralf Timmermann, organisatorischer Leiter des Rettungsdienst-Verbundes Stormarn: „Das wird schwierig.“

„Der Hubschrauber kann natürlich nicht da landen, wo die Strommasten sind oder dazwischen“, bestätigt Harald Haase, Sprecher des Kieler Verkehrsministeriums. Dies sei aber auch andernorts an der Autobahn der Fall. „Die Ärzte und Rettungssanitäter laufen auch jetzt schon mal ein paar hundert Meter zum Einsatzort.“

Besondere Sorge: Eisglätte

Für die Masten mit ihrem soliden Betonfundament seien „Schutzplanken der höchsten Schutzklasse“ zum Schutz der Verkehrsteilnehmer vorgesehen. Installiert würden diese allerdings erst „irgendwann im Frühjahr“.

Smak stellen diese Auskünfte nicht zufrieden – wieso die Schutzplanken nicht früher aufgestellt werden, ist für ihn unverständlich – zumal die ersten Masten schon stehen. „Jetzt kommt die glatte Jahreszeit“, gibt Smak zu bedenken. Für den Verkehrsteilnehmer bedeute die Teststrecke eindeutig ein höheres Risiko. Denn wenn die Rettungskräfte „erst über den Acker und den Graben“ müssten, koste dies wertvolle Zeit. „Zumal, wenn es um Menschenleben geht.“

Marcus Stöcklin

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