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Lokales Waldtraut Torff pflegt das Grab ihres Mannes
Lokales Waldtraut Torff pflegt das Grab ihres Mannes
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17:56 24.11.2018
Heiko Hamer und Maike Bichel decken in Altenkrempe ein Grab mit Zweigen ab. Quelle: FOTOS: F. KÖNIG, J. GARVE/54°
Altenkrempe

Waldtraut Torff (84) geht gerne auf den Friedhof von Altenkrempe (Kreis Ostholstein). Hier liegt ihr Mann Hans-Ulrich (Ɨ 2009). Vor dem bevorstehenden Totensonntag möchte sie sein Grab mit einem Christstern schmücken. „Hier kann ich stehen und mit ihm sprechen“ sagt sie und blickt auf den großen Granitblock, auf dem in metallenen Lettern Name und Todestag angebracht sind. An kirchlichen Feiertagen wie diesem ist ihr das besonders wichtig. „Genau wie am Geburts- und Todestag. Wenn ich manchmal an Gräbern sehe, dass der Verstorbene Geburtstag oder Todestag hat und niemand hat Blumen hingelegt, tut mir das immer so leid.“

„Es gehört zum Gedenken dazu, das Grab hübsch zu machen“, meint auch der Altenkremper Pastor Torsten Marienhagen (54). Im Gottesdienst werde am Totensonntag der Verstorbenen aus dem letzten Jahr gedacht. „Es ist eine Tradition, dass wir Friedhofslichter zum Altar tragen, die dann von den angehörigen auf die Gräber gestellt werden. Wir wollen uns bewusst machen, dass diese Menschen gegangen sind – aber es gibt Hoffnung auf das ewige Leben.“

Damit am Totensonntag alles schön ist auf dem Friedhof, hat die Gärtnerei im beschaulichen Altenkrempe alle Hände voll zu tun. Angehörige besuchen die Gräber ihrer Verstorbenen.

Für Friedhofsgärtner Heiko Hamer (44) ist die Zeit vor dem Totensonntag jedenfalls eine sehr arbeitsreiche. „Wir betreuen hier 400 Gräber. Die müssen winterfest gemacht und mit Tannen- und Fichtenzweigen abgedeckt werden.“ Fünf Angestellte sind derzeit auf dem Friedhof beschäftigt. „Gerade hier im ländlichen Bereich ist es den Leuten wichtig, dass die Gräber zum Totensonntag fertig sind und der Friedhof ordentlich aussieht.“ Mit grünen Nordmanntannen, silberfarbenen Omorika-Fichten und gelb- oder bläulichen Koniferen können die Gärtner die Grababdeckungen sogar farblich gestalten. „Ich weiß, dass in Lübeck sogar Familienwappen aus den verschiedenfarbigen Zweigen entstehen“, sagt Hamer.

Nicht jeder aber kann und will so viel Aufwand treiben. Bestattungen auf See oder der Grünen Wiese empfindet eine zunehmende Zahl von Hinterbliebenen als passender. Nicht selten auch aus finanziellen Gründen. „Wir stellen einen Wandel der Trauerkultur fest“, bestätigt Franz-Helmut Pohlmann (68), Obermeister der Bestatterinnung Schleswig-Holstein, in der 146 Bestattungsbetriebe organisiert sind. Grabpflege über 20, 30 oder 40 Jahre hinaus sei der jungen Generation, die nach der Ausbildung oft an einen anderen Ort ziehe, vielfach kaum mehr möglich.

Insofern sei die Zahl der Feuerbestattungen von um 15 Prozent im Jahr 1970 auf heute 70 Prozent gestiegen. Die Seebestattung sei gefragt, Urnen kämen dafür sogar aus anderen Bundesländern. Aber auch ein Fried- oder Ruhewald sei eine pflegeleichte Alternative. Friedhöfe hätten diesen Trend vielerorts aufgegriffen und einen Heide- oder Staudengarten angelegt, bei dem die Pflege der Fläche der Friedhof oder die Gemeinde übernehme. Entscheidend sei der letzte Wille der Verstorbenen. „Wir empfehlen, die Bestattungsweise mit der Familie durchzusprechen.“

Helmut Dieterich (75), Pastor im Ruhestand und seine Frau Ute (74) haben das getan. „Wir denken eher an eine Erdbestattung auf einem Friedhof“, sagt sie. „Eine Feuerbestattung wäre mir nicht so sympathisch.“ Die letzte Entscheidung aber, finden beide, solle den Kindern überlassen bleiben. Diese müssten sehen, wie es am besten passe. Ihre Tochter arbeite in der Domäne Fredeburg (Herzogtum Lauenburg), nahe dem Ruheforst, erzählt das Ehepaar aus Uetersen (Kreis Pinneberg). Da biete es sich an, dort spazieren zu gehen und sich umzusehen. Ein richtiges Grab auf einem Friedhof aber hält Ute Dieterich für besser. „Für mich war es nach dem Tod meiner Eltern wichtig, einen Ort zu haben, zu dem ich gehen kann, um ihnen nahe zu sein.“ Erst nach der Bestattung würden viele Menschen merken, wie bedeutsam das sei. Sie finde es auch schön, über den Friedhof zu gehen und Namen und Lebensdaten der

Marcus Stöcklin

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