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Lokales Es gibt zu wenig Wild
Lokales Es gibt zu wenig Wild
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17:50 24.11.2018
Wildschweine sind lecker. Aber sie machen sich rar. Dafür gibt es verschiedene Gründe. Quelle: dpa
Lübeck

Wildfleisch ist derzeit Mangelware: Das Weihnachtsgeschäft steht vor der Tür und viele Wildhändler machen sich Gedanken, ob sie die zu erwartende Nachfrage befriedigen können.

„Schon im Sommer wurde wenig geschossen“, sagt Jürgen Fritze von der Fleischerei Fritze in Mölln (Kreis Herzogtum Lauenburg). Richtig gefüllt wurden die Tiefkühltruhen auf diese Weise nicht. Jetzt habe die Drückjagdsaison begonnen, doch nicht alle Jagden seien gleich erfolgreich. „Es gibt bisher viel zu wenig Sauen“, klagt der Metzger. „Wir nehmen, was wir kriegen, kaufen ganze Jagdstrecken auf.“ Bei Reh- und Damwild sehe es besser aus. Doch: Im Dezember begännen die Kunden, sich für die Advents- und Weihnachtszeit einzudecken. „Wildschwein wird am meisten nachgefragt“, weiß Fritze. „In diesen zwei Monaten bis zum Jahresende gehen bei uns normalerweise rund 1000 Stück Wild durch. Das sind etwa 20 Tonnen.“ Noch ist nicht abzusehen, ob diese Menge wieder zusammenkommt. Fritze: „Wir sind jetzt bei vier Tonnen.“

Obwohl es viel Arbeit für wenig Fleisch sei, werde selbst auf das Zerwirken kleinster Frischlinge nicht verzichtet, erklärte ein Händler in Mecklenburg-Vorpommern nach einer Jagd. „Wir nehmen alles mit.“

„Es ist wenig da“, lautet auch die Auskunft beim Wildhandel Ellerbrock in Bad Oldesloe (Kreis Ostholstein). „Viele Drückjgaden funktionieren nicht so gut.“ Und auch Ursula Schulz von der „Wilderei“ in Lübeck bestätigt: „Es ist tatsächlich etwas wenig.“ Die Bestellungen der Stammkunden kämen Anfang Dezember. „Schwer zu sagen, wie es kommt.“ Es bleibe zu hoffen, dass die kommenden Jagden erfolgreich seien.

Doch im Wald hat das große Treiben gerade erst begonnen. Was dabei herauskommt, ist schwer vorherzusagen. Große Strecken seien in seinem Revier ohnehin selten, gibt etwa Förster Karsten Tybussek von der Försterei Scharbeutz (Ostholstein) Auskunft. Die Wildhändler kämen trotzdem, um auch kleinere Mengen abzuholen. „Im Sommer war der Jagderfolg ganz schlecht“, berichtet Tybussek. Das Wild habe sich kaum sehen lassen. „Vermutlich wegen der hohen Temperaturen.“ Schon die Bockjagd, die im Mai begann, sei weniger erfolgreich gewesen als sonst. „Ich habe so gut wie keine Böcke gekriegt.“ Und so sei es übers Jahr weitergegangen. „Kollegen haben ähnliche Erfahrungen gemacht.“ Entsprechend groß sei die Nachfrage beim Wildhandel. „Weil die Händler schon seit Mai viel zu wenig bekommen haben.“ Erst jetzt, wo es kühler werde, sei im Wald auch wieder mehr Wild zu sehen und es werde wieder mehr erlegt.

Was die Wildschweinjagd betrifft, sieht Christopher von Dollen, Revieroberjäger und Leiter des Hegelehrreviers Grönwohld des Landesjagdverbands, noch andere Ursachen, die die Jagd erschweren. „Es ist ein gutes Mastjahr mit vielen Eicheln und Bucheckern.“ Die Schweine seien dadurch gut im Futter. Sie müssten nicht an die Kirrung, wo der Jäger sie anfüttere und zu schießen versuche. Bei der Einzel- und Ansitzjagd sei daher tatsächlich weniger erlegt worden. Bei den jetzt stattfindenden herbstlichen Bewegungsjagden entsprächen die Strecken seiner Beobachtung nach bisher aber dem Durchschnitt. Für eine abschließende Beurteilung sei es indes zu früh. Grund zur Sorge, dass – auch angesichts der drohenden afrikanischen Schweinepest – zu wenig Sauen geschossen würden, gebe es aus seiner Sicht nicht.

Marcus Stöcklin

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