Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lauenburg 150 Jahre „dem Nächsten zur Wehr“
Lokales Lauenburg 150 Jahre „dem Nächsten zur Wehr“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:50 30.06.2016
Ein Bild von 1927 Quelle: hfr

Es wird gefeiert – und Freitag über das gesamte Wochenende und auch an weiteren Terminen im Laufe des Jahres.

„Im Jahre 1866 folgten einige beherzte Ratzeburger Turner dem Aufruf, eine Feuerwehr zu gründen, und taten sich zusammen, um ihren Mitmenschen bei Feuer und Not, freiwillig und ohne Lohn, zu jeder Tages- und Nachtzeit und mit heute kaum mehr vorstellbaren einfachsten Mitteln zu helfen“, berichtet Michael Dawert in seinem Grußwort zum 150-jährigen Jubiläum „seiner“ Ratzeburger Feuerwehr.

Ein Bild von 1891 Quelle: HFR

Damals zählte diese Wehr schon beachtliche 55 Mitglieder – alles durchweg Männer. Mit der Gründung wurden folgende Gerätschaften im Laufe der ersten Jahre angeschafft und eingesetzt: „drei große Spritzen nebst den dazu erforderlichen Schläuchen und sonstigen Apparaten, zwei kleinere Spritzen, drei große Wasserwagen, 113 lederne und 46 blecherne Feuereimer, sieben hölzerne Handspritzen, zehn Feuerhaken, neun Feuerleitern, drei große Wasserschleifen und sonstige kleinere Utensilien“ (Chronik im Sonderheft zum Jubiläumsjahr).

Heute zählt Wehrführer Michael Dawert 83 aktive Mitglieder, darunter neun Frauen. Zwölf Mitglieder kommen aus umliegenden Gemeinden.

Weiterhin zählt die Wehr 13 Ehrenmitglieder, zwei Mitglieder in der neu gegründeten Verwaltungsabteilung sowie 140 fördernde Mitglieder und 180 Mitglieder des Fördervereins. In der Jugendfeuerwehr sind 33 Jungen und Mädchen engagiert. „Wir freuen uns, dass wir eine sehr intakte und aktive Jugendfeuerwehr haben, aus der wir jährlich zwei bis drei Mitglieder in den aktiven Dienst übernehmen können“, sagt Dawert. Die Freiwillige Feuerwehr habe in Ratzeburg einen sehr guten Ruf. Zurückzuführen sei das auf die gute Brandschutzerziehung und eine offene Kommunikation und Präsentation auf öffentlichen Veranstaltungen.

Auch was die Ausstattung betrifft, hat sich im Laufe der anderthalb Jahrhunderte eine Menge getan. Vor allem direkt nach dem Zweiten Weltkrieg nimmt die Feuerwehr der Kreisstadt einen gewaltigen Aufschwung. Seit 1945 fand sie ihre Bleibe in der Below-Kaserne. Als diese durch den Bundesgrenzschutz belegt wurde, bezog die Wehr am 1. Oktober 1959 die damals modernste Feuerwache an der Ziethener Straße.

Als dieses Gebäude nach 40 Jahren Dienstzeit ebenfalls nicht mehr den Ansprüchen genügte, ergriff die Stadt die Chance, eine alte Maschinenbauhalle im Gewerbegebiet an der Robert- Bosch-Straße für die Zwecke der Wehr umzuwidmen. Die feierliche Übergabe ging einher mit dem Wechsel an der Wehr-Spitze von Prof. Neithard Bethke auf Michael Dawert.

In dessen „Ägide“ hat sich weiter viel getan. Dawert hat in seiner Amtszeit rund 220000 Euro Spendengelder „eingesammelt“. Das Geld wurde für verschiedene Projekte wie den Bau eines Übungsturmes, einen Brunnen zur Schachtrettung, einen gebrauchten Wasserwerfer der Bundespolizei mit 9000 Litern Fassungsvermögen, ein hochmodernes Rettungs- und Transportboot, eine Wärmebildkamera, einen mobilen Schaum- Wasserwerferanhänger sowie ein internes Fitnessstudio eingesetzt. Auch eine Feldküche hat Dawert noch für seine „Blauröcke“ besorgt.

Aktuell verfügt die Feuerwehr Ratzeburg über folgende Fahrzeuge: Vorausrüstwagen, zwei Mannschaftstransportwagen, Einsatzleitwagen, Gerätewagen Wasserrettung, vier Tanklöschfahrzeuge (LF 8/6, TLF 16/24, LF 16/12 und HLF 20/16) Gerätewagen Logistik, Teleskopmastfahrzeug (im Kreis einmalig) und einen Wasserwerfer. Dazu kommen noch zwei Rettungsboote und verschiedene Anhänger.

Mittlerweile verfügt die Wehr noch über zwei weitere Standorte: Ein THW-Fahrzeug steht in der Wache in der Robert-Bosch-Straße, im Gegenzug ist ein FW-Fahrzeug in der Vorstadt beim THW stationiert. Nur so kann die Hilfsfrist von zehn Minuten in allen Stadtteilen gewährleistet werden. Außerdem wurde das FW-Rettungsboot im alten Bootshaus der Landespolizei in der Seestraße am kleinen Küchensee untergebracht.

Ein starkes Standbein ist zudem der 2014 gegründete Förderverein, der bei der Finanzierung wichtiger Anschaffungen hilft, sofern die kargen Mittel der verschuldeten Stadt Ratzeburg nicht ausreichen.

 unk/cn

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Anzeige