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Lauenburg 18 Bilder gegen Brustkrebs
Lokales Lauenburg 18 Bilder gegen Brustkrebs
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17:24 18.01.2018
Sahen ihre Bilder vorab exklusiv: Teilnehmerinnen des Foto-Shootings mit Fotografin Melina Waliczek (kniend links). Quelle: Thomas Biller
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Mölln

Über das Internet hatte Melina Waliczek ihre Initiative gestartet, mit dem Mammazentrum Hamburg und einem Fotostudio in der Hansestadt zusammengearbeitet, um ihre Idee umzusetzen (die LN hatten ausführlich berichtet). Im Gespräch mit den LN sagt die junge Fotografin: „Durch Erkrankungen in meiner Familie ist bei mir der Wunsch entstanden, auf das Thema Brustkrebs aufmerksam zu machen und erkrankten Menschen Mut zu machen. Meine Ausstellung soll auch ein Appell sein, regelmäßig die Vorsorgeuntersuchungen zu machen.“

Vor gut vier Jahren bekam sie von einer Tante eine Fotokamera geschenkt, seitdem ist die Fotografie ein wichtiges Thema im Leben der jungen Frau, die derzeit eine Ausbildung zur Kauffrau für Büromanagement absolviert. Vor den Fotoaufnahmen im Oktober sei sie sehr aufgeregt gewesen – „so, wie die Frauen am Tag des Shootings, aber es entstand ganz schnell eine Atmosphäre wie bei einem Treffen alter Freundinnen. Von da an hatte ich nur noch Angst vor dieser Rede“, sagte die sympathische junge Frau bei der Ausstellungseröffnung.

Rund 60 Gäste hatten sich im Stadthauptmannshof eingefunden. Viele trugen die Schleife in Pink, die Solidarität mit an Brustkrebs erkrankten Frauen zum Ausdruck bringen soll. Zwei der portraitierten Teilnehmerinnen sprachen bei der Eröffnung über ihre Erkrankung. „Mir, der Familie und den Freunden wurde bei meiner Diagnose von jetzt auf gleich der Boden unter den Füßen weggezogen“, erinnerte sich Susanne Gladbach aus Büchen. Sie plädierte für einen offenen Umgang mit der Erkrankung und berichtete, wie sich ihre Einstellung zum Leben geändert hat: „Ich kämpfe oft mit meinem Kopf-Kino, möchte aber das Leben genießen, nicht auf morgen warten, sondern Augenblicke genießen, denn diese Augenblicke sind unser Leben.“ Daniela Nissen aus Hamburg sagte: „Das alte Leben ist plötzlich weg.

Aber man muss uns erkrankten Frauen die Krankheit nicht ansehen. Ich passe jetzt mehr auf mich auf und lebe mein Leben anders.“

Rund die Hälfte der portraitierten Frauen aus Schleswig-Holstein, Hamburg und Niedersachsen, war nach Mölln gekommen, um sich die Ausstellung anzusehen. Ihre eigenen Bilder kannten sie vorab nur im Handy-Format. Melina Waliczek ließ es sich daher nicht nehmen, die portraitierten Frauen als erste exklusiv in die Ausstellung unter dem Spitzboden zu führen, bevor die Öffentlichkeit Zutritt erhielt. Selbstbewusst und lebensfroh wirken die Portraits in der Ausstellung. Auch technisch sind die Aufnahmen auf hohem Niveau. Für die Besucher der Ausstellung steht ein Spendentopf bereit. Das Geld möchte Melina Waliczek dem Hospiz Leuchtfeuer in Hamburg zukommen lassen. „Das habe ich mir ausgesucht, da es dort sehr familiär zugeht“, sagte sie.

Bis 1. Februar zu sehen

Die Ausstellung „Brustkrebs – gemeinsam stark“ im Stadthauptmannshof Mölln ist bis 1. Februar montags bis freitags von 8 bis 13 Uhr geöffnet, am 27. und 28. Januar zusätzlich von 11 bis 16

Uhr. Der Eintritt ist frei. „Meine Ausstellung soll auch ein Appell sein, regelmäßig die Vorsorgeuntersuchungen zu machen“, sagt Fotografin Melina Waliczek. thobi

 Thomas Biller

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