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Lauenburg 20 Jahre Möllner Anschläge: Bündnis mobilisiert gegen Rechts
Lokales Lauenburg 20 Jahre Möllner Anschläge: Bündnis mobilisiert gegen Rechts
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00:00 17.10.2012
Bürgermeister Rainer Voss vom Volksbund, Dr. William Boehart vom Kunstverein, Christian Lopau vom Heimatbund und Pröpstin Frauke Eiben (von links) wollen ein Zeichen setzen beim Gedenken.
Herzogtum Lauenburg

Der jährliche Volkstrauertag ist ebenso Anlass wie die Möllner Brandanschläge von 1992. Auf rechtsextreme Übergriffe und Aktionen im Kreis Herzogtum Lauenburg haben die Organisatoren einer jetzt vorgestellten Veranstaltungsreihe ein besonderes Augenmerk bei ihren Überlegungen gerichtet: Ein vom Kirchenkreis mitgetragenes Bündnis will im kommenden Monat mit einem Seminar, einer Plakataktion sowie Vortrags- und Diskussionsabenden nicht nur an den dreifachen Mord von Neonazis in Mölln von vor 20 Jahren erinnern, sondern auch die öffentlich praktizierte Gedenk- und Trauerkultur zum Gegenstand einer kritischen Diskussion machen.Beteiligt an der Veranstaltungsreihe sind neben dem Kirchenkreis sieben weitere Partner: der Heimatbund und Geschichtsverein, der Lauenburgische Kunstverein, das Ratzeburger Bündnis, der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, die Volkshochschule, der Verein Miteinander Leben aus Mölln sowie der Lokale Aktionsplan zum Bundesprogramm „Toleranz fördern – Kompetenz stärken“. Pröpstin Frauke Eiben, Ratzeburgs Bürgermeister Rainer Voss als Repräsentant des Volksbundes sowie die Archivare Dr. William Boehart und Christian Lopau stellten das Vorhaben gestern im Franziskus-Haus in Schwarzenbek vor. Als eines ihrer wichtigsten Anliegen bezeichneten sie die Absicht, die Trauer- und Gedenkkultur nicht den Verfechtern rechter Parolen zu überlassen: „Wir wollen uns das von Extremisten nicht aus der Hand nehmen lassen“, sagte Pröpstin Eiben.Die Veranstaltungsreihe, immer mit freiem Eintritt, beginnt am Freitag, 9. November, um 19.30 Uhr mit Podiumsgesprächen im Möllner Stadthauptmannshof über die Brandanschläge von 1992; Veranstalter sind der Verein Miteinander Leben und die Faith-Sultan-Moschee. „Vom Heldendenkmal zum Mahnmal“ überschrieben sind zwei Vorträge, die am Montag, 12. November, im Gemeindesaal der Bismarck-Gedächtniskirche in Aumühle und am Mittwoch, 14. November, in der Petri-Kirche Ratzeburg stattfinden; Beginn ist jeweils um 19.30 Uhr.Zentrale Veranstaltung ist ein Seminar am Sonnabend, 17. November, von 10 bis 17 Uhr in der Internationalen Begegnungsstätte im Lohgerbergang in Mölln. Unter dem Titel „Die Gefahr kommt von Rechts“ gibt es unter anderem Vorträge zur NS-Zeit im Lauenburgischen, über die Dönitz-Affäre am Geesthachter Otto-Hahn-Gymnasium sowie eine Podiumsdiskussion zu den Möllner Brandanschlägen. Die Plakataktion des Lauenburgischen Kunstvereins unter dem Motto „Künstler gegen Rechts“ soll am Volkstrauertag, am Sonntag, 18. November, in vielen Orten des Kreisgebietes stattfinden. Eine politische Diskussion am Donnerstag, 22. November, um 19 Uhr über den „Rechtsextremismus im Norden“ schließt die Veranstaltungsreihe im Geesthachter Museum ab.Die Veranstaltungsreihe ist nach den Worten von Bürgermeister Rainer Voss ein Beleg dafür, dass die Netzwerkarbeit gegen den Rechtsextremismus im Lauenburgischen voran komme: „Immer mehr Partner machen mit. Das ist wunderbar“, freute sich der Verwaltungschef. Gerade Kriegsdenkmäler und Gedenkstätten würden von Rechtsextremisten für deren Zwecke missbraucht: „Darauf wollen wir hinweisen. Wir müssen ganz deutlich machen, dass wir als Gesellschaft darauf Antworten finden müssen“, sagte Voss. Pröpstin Eiben wertete es als ermutigend, dass es dem Netzwerk gegen Rechts inzwischen gelinge, selber Akzente und Themen zu setzen und nicht mehr nur auf aktuelle Ereignisse zu reagieren.

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