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Lauenburg 20 Prozent weniger Stromverbrauch angepeilt
Lokales Lauenburg 20 Prozent weniger Stromverbrauch angepeilt
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22:13 01.06.2016
Bürgervorsteherin Kerstin Niemann und Seniorenbeirat Jörg Scheele gehörten zu den ersten (und wenigen) Bürgern, die mit farbigen Punkten Schwerpunkte markierte. Insgesamt waren 22 Projekte an den Wänden vorgestellt worden. Quelle: ge

„Ich wünsche mir Mut für die Umsetzung.“Ute Borchers-Seelig, Schwarzenbeks Bürgermeisterin

Im Mittelpunkt stand das Integrierte Klimaschutzkonzept, das nach einjähriger Vorbereitung nun vorgestellt wurde.

Im April 2015 war die Aufstellung eines Integrierten Klimaschutzprojektes von der Stadtverordnetenversammlung beschlossen worden. Nun liegen Ergebnisse vor. Danach hat Schwarzenbek ehrgeizige Ziele: Die Kohlendioxid-Emissionen sollen bis 2030 um 33 Prozent reduziert werden, indem der Wärmeverbrauch um 19 Prozent, der Stromverbrauch um 20 Prozent gedrosselt werden. Und trotz stetig wachsender Mobilität soll der Treibstoffbedarf konstant gehalten werden. „Handeln tut Not. Das zeigen die Unwetterkatastrophen der vergangenen Tage“, sagte Bürgermeisterin Ute Borchers-Seelig. Sie bezeichnete das Klimaschutzkonzept als „Meilenstein und Richtschnur“ für künftiges Handeln. „Ich wünsche mir Mut für die Umsetzung“, sagte die Bürgermeisterin. In den vorangegangenen Klimaschutzkonferenzen der Stadt waren mit Bürgerbeteiligung 22 Projekte erarbeitet worden. Hilfestellung hatten die Mitarbeiter von BAUM Consult (Bundesdeutscher Arbeitskreis für Umweltbewusstes Management) gegeben.

 Zwei Mitarbeiter waren am Dienstag nach Schwarzenbek gekommen, um die Projekte zu erläutern und Fragen zu beantworten. Wie soll die Zukunft der Europastadt aussehen? Zu den 22 Maßnahmen, die auf Stellwänden festgehalten waren, gehören zum Beispiel eine Bürgerenergiegenossenschaft, ein Solar-Kataster, Carsharing, die Einstellung eines Klimaschutzmanagers oder die Schaffung von Kompetenznetzwerken. In einer 40-minütigen Pause waren die Bürger aufgefordert, sich die Projekte anzusehen und mittels farbiger Punkte Schwerpunkte zu markieren. Diese Möglichkeit wurde allerdings kaum genutzt. Es war wohl auch zu so später Stunde etwas zu viel verlangt, die vielen Seiten zu lesen und zu bewerten. Die meisten Bürger nutzten die Pause deshalb, etwas zu trinken und einen Smalltalk zu halten. Eugen Prinz, einer der interessiertesten Bürger Schwarzenbeks und hartnäckiger Fragesteller, bat darum, ein Präsenzexemplar des Konzeptes in der Stadtbücherei auszulegen.

Die wenigen Anregungen, die an diesem Abend gemacht wurden, sollen jetzt eingearbeitet werden. In etwa zwei Wochen soll das Klimaschutzkonzept dann im Internet zu finden sein. Marita Böhm, Vorsitzende des Seniorenbeirats: „Es gibt immer mehr Menschen und immer mehr Autos. Wie soll das mit der Treibgasreduzierung klappen?“ Eine schlüssige Antwort gab es von den beiden BAUM-Mitarbeitern aus Berlin nicht.

 Silke Geercken

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