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Lauenburg 21 Messerstiche: Opfer lag tot und ohne Hose im Sachsenwald
Lokales Lauenburg 21 Messerstiche: Opfer lag tot und ohne Hose im Sachsenwald
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00:00 26.10.2012
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Herzogtum Lauenburg

Er besuchte seine 23 Jahre ältere Freundin Anke M. mehrmals in der Woche in der Fördereinrichtung Sachsenwaldau in Reinbek. Mit dem Fahrrad kam er zur Einrichtung am schönen Sachsenwald. Doch Am 19. Mai 2012 saß das ungleiche Paar nicht wie so oft am Nachmittag zusammen in der Cafeteria und aß Kuchen. Zeugen hatten beide auf der Terrasse der Einrichtung gesehen, aber nicht gemeinsam. Einen Tag später wurde Anke M. tot im Sachsenwald bei Aumühle aufgefunden. Ihr Freund, der 45-jähriger Rüdiger G. aus Reinbek, muss sich seit gestern am Lübecker Landgericht wegen Totschlags verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, sein Opfer mit 21 Schnitten und Stichen eines Küchenmessers getötet zu haben.

Abends erschien die 68-Jährige, die nach LN-Informationen wechselnde Partner hatte und unter Alkoholproblemen litt, nicht zur Medikamentenausgabe. Einen Tag später fanden Radfahrer ihre Leiche im Sachsenwald, nur 20 Meter entfernt vom Wanderweg nahe der Doktorbrücke. Ohne Rock und Slip lag sie auf dem Rücken: An der Kehle, am Kopf, am Hals, am Bauch und an den Händen fanden Gerichtsmediziner blutige Verletzungen. Herz und Lunge wurden verletzt sowie die die Hauptvene am Hals. „ Sie starb aufgrund massiven Blutverlustes“, erklärte Staatsanwältin Dr. Ulla Hingst.

Die Beweislast ist erdrückend. Am ersten Verhandlungstag wurde nicht nur die Anklageschrift verlesen. Fünf Schutzpolizisten sowie Kriminalbeamte aus Lübeck sagten vor Gericht detailliert aus. Die Polizei kam nach dem Fund der Leiche im Sachsenwald schnell auf die Spur des 45-Jährigen. In seiner Wohnung im Mühlenweg fanden Ermittler blutige Kleidungsstücke des Opfers, welche die DNA des Täters trugen. An der 11,5 Zentimeter langen Klinge der Tatwaffe, ein Küchenmesser mit der Bezeichnung superscharf, wurde das Blut von Anke M. gefunden. Am Griff fanden sich die DNA sowie Fingerabdrücke des Angeklagten.

Auch Spermaspuren des Angeklagten fanden sich an der Kleidung der Toten, die teilweise an der Leiche, teilweise in der Wohnung des mutmaßlichen Täters gefunden wurde. „Wir können aber nicht sagen, ob der Sexualverkehr einvernehmlich war und vor der Tat stattfand, oder nicht“, erklärte die Staatsanwältin. Im akkurat aufgeräumten Zimmer des Opfers stand ein Wasserglas mit DNA-Spuren des mutmaßlichen Täters.

Die Wohnung des Angeklagten sei laut Kripo-Beamten in einem verwahrlosten Zustand gewesen. „Es gab nur ein Bett und Kartons. Es war so erbärmlich, dass man sich nie hätte hinsetzen wollen“, berichtete ein Beamter im Zeugenstand. Bei der Verhaftung trug Rüdiger G. kurioser Weise einen Damenslip. Der Angeklagte ist groß, und trug im Gericht einen Vollbart, ein Sweatshirt und Jeans. Er ist laut Gericht geistig zurückgeblieben und Analphabet. Auf der Anklagebank sprach er nur einmal mit lauter und emotionsloser Stimme, als er Angaben zu seinen Personalien machte.

Die Aussage verweigerte er. Er sitzt seit 21. Mai in Untersuchungshaft. Das Gericht hat für die Hauptverhandlung sechs Tage vorgesehen. Geladen sind 18 Zeugen und zwei Sachverständige. fg

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