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210 000 Euro in fünf Jahren: Schwarzenbek melkt Sportler

Schwarzenbek 210 000 Euro in fünf Jahren: Schwarzenbek melkt Sportler

Dem TSV Schwarzenbek steht das Wasser bis zum Hals - vor allem weil die Stadt Schwarzenbek den Verein für die Sanierung der eigenen Kasse kräftig bluten lässt. Auf mehr als 200 000 Euro summieren sich die gestrichenen Zuschüsse und erhobenen Hallennutzungsgebühren innerhalb von fünf Jahren.

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Betretende Gesichter bei Innenminister Stefan Studt, TSV-Vorsitzendem Peter Stimper und TSV-Sportwart Volker Buck: Die Sportstättengebühren machen dem Verein zu schaffen.

Quelle: Foto: Hm

Schwarzenbek. Kritik daran kommt auch vom Innen- und „Konsolidierungs“-Minister Stefan Studt (SPD), der dem TSV Schwarzenbek mit Landtagskandidatin Kathrin Wagner-Bockey einen Besuch abstattete.

„Seit drei Jahren fällt die städtische Übungsleiterförderung in der Höhe von 17 000 Euro weg. Außerdem müssen wir neuerdings 35 000 Euro pro Jahr für die Nutzung der Sportstätten zahlen“, sagt TSV-Vorsitzender Peter Stimper. Belastungen, die sich innerhalb der fünfjährigen Laufzeit einer entsprechenden Vereinbarung mit der Stadt auf mehr als 210 000 Euro summieren werden und schon jetzt nicht so einfach wegzudrücken seien. Die Folge: Wenn der Vorstand des 2800-Mitglieder-Vereins am 2. Mai seine Bilanz präsentiert, wird bei den Finanzen eine rote Zahl stehen. Daran hätten auch Beitragserhöhungen in den vergangenen Jahren nichts ändern können. Der Sponsoren-Kuchen innerhalb der Stadt sei begrenzt und werde von immer mehr Vereinen und Verbänden angeschnitten, so Stimper.

Kommentar zum Thema: Parteien kapern

Den Verein finanziell gesund zu halten, werde immer schwieriger, sagt Stimper, der wie seine Vorstandkollegen im Zweifelsfall privat haften muss. „Für uns, die wir das hier just for Fun machen, wird das Spiel immer riskanter“, sagt Stimper. Wenn das so weiter gehe, „dann drehen wir hier den Schlüssel und es ist Schluss. Es sei denn, es findet sich ein anderer Depp, der hier seien Kopf hinhält“, sagt Stimper.

Bislang ist Schwarzenbek eine der wenigen Kommunen, die Gebühren in dieser Höhe erheben. Doch das könnte sich bald ändern. Inzwischen ist auch in Lauenburg eine entsprechende Diskussion entbrannt. Und in Schwarzenbek gibt es laut Stimper Stimmen in der Politik, die die Gebühren für den Verein nach Ablauf der Vereinbarung noch weiter anheben wollen. Ursprüngliche hatte Ex-Bürgermeister Frank Ruppert sogar 280 000 Euro als Verhandlungsbasis aufgerufen.

„Das ist sicherlich der falsche Weg“, sagte Minister Studt, als er von den Belastungen des Vereins hörte. Allein mit den 35 000 Euro aus den Sportstättengebühren könne man gerade im Jugendbereich viel bewegen. Grundsätzlich sei es natürlich im Ermessensspielraum einer Konsolidierungskommune, in welcher Höhe Sportstättengebühren erhoben werden, um die Einsparungsziele zu erreichen.

Doch das ist nicht das einzige Problem der Sportler. Wie jüngst erst auf einer Veranstaltung in Lauenburg deutlich wurde, graben gerade die Volkshochschulen den Vereinen in rentablen Sportbereichen mit Kursen, mit denen die Sportvereine ihre kostenintensive Jugendarbeit querfinanzieren könnten, immer mehr das Wasser ab. Und in Schwarzenbek muss die VHS nicht nur keine Gebühren für Räume zahlen, in denen sie ähnliche Angebote wie der TSV macht, sondern bekommt auch noch städtische Unterstützung in fünfstelliger Höhe.

Der Verein

Der TSV Schwarzenbek gehört mit seinen etwa 2800 Mitgliedern zu den größten Vereinen im Kreis. Geführt wird der Verein von einem ehrenamtlichen Vorstand mit Unterstützung einer hauptamtlich besetzten Geschäftsstelle in der Sporthalle Buschkoppel.

Der Verein ist untergliedert in insgesamt 17 Abteilungen mit eigenen Vorständen. Jüngste Abteilung sind die American Footballer, die Schwarzenbek Wolves. Zu ihrem ersten Spiel kamen etwa 1000 Zuschauer an die Schützenallee. Die größte Abteilung stellen die Turner.

 Holger Marohn

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