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Lauenburg 29 Pferden droht der Abdecker: Neuer Gnadenhof gesucht
Lokales Lauenburg 29 Pferden droht der Abdecker: Neuer Gnadenhof gesucht
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14:57 21.05.2016
Sabine Kutenia (53) und ihr Lieblingspferd „Fighter“ (20) müssen ihr Zuhause verlassen. Ihr Lebensgefährte, dem der Gnadenhof gehörte, starb überraschend. Da kein Testament vorlag, hat sie keinen Anspruch auf die Immobilie. Sie sucht einen neuen Hof für sich und die Pferde. Quelle: Fotos: Grombein
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Alt-Mölln

Sie stand urplötzlich allein da mit einem acht Hektar großen Reiter- und Gnadenhof in Alt-Mölln. Im August 2015 hat Sabine Kutenia ihren 46-jährigen Lebensgefährten Thorsten Schulz am Morgen leblos im gemeinsamen Haus gefunden. Nach elf Jahren muss sie ihr langjähriges Zuhause verlassen, weil die Besitzverhältnisse sich veränderten. Vor allem sorgt sie sich um ihre 29 Pferde. Die meisten von ihnen sind alt oder krank und würden ohne neuen Hof wohl beim Abdecker landen. Wie lange sie bleiben darf, steht in den Sternen. Die Erben teilten den LN auf Anfrage mit, dass das Anwesen in Alt-Mölln mit Krediten belastet sei und sie deshalb gezwungen seien, es zu verkaufen. Die Idee der Pferdefreundin ist nun, zusammen mit ihrer Freundin Jessica Pagel einen neuen Hof zu kaufen.

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Sabine Kutenia (53) und ihr Lieblingspferd „Fighter“ (20) müssen ihr Zuhause verlassen. Ihr Lebensgefährte, dem der Gnadenhof gehörte, starb überraschend. Da kein Testament vorlag, hat sie keinen Anspruch auf die Immobilie. Sie sucht einen neuen Hof für sich und die Pferde.

„Jetzt bin ich alleine mit den Problemen. Mit dieser Situation wäre Thorsten nicht glücklich.“Sabine Kutenia (53),

Pferdefreundin

„Wenn sie keinen neuen Hof findet, landen diese alten Tiere beim Schlachter“, erklärt Gaston Prüsmann, Vorsitzender des Tierschutzvereines für Mölln und Umgebung. Aus Sicht des Tierschutzes sei das ein Desaster. Prüsmann ist Menschen wie Sabine Kutenia dankbar für ihr Engagement. Er weiß genau, dass mit dem Gnadenhof ein wichtiger Partner im Netzwerk zum Wohle der Tiere wegbricht. „Der Hof in Alt-Mölln ist der einzige im Lauenburgischen, mit dem wir zusammenarbeiten wenn es um Pferde geht“, sagt er. Er befürchtet, dass Kutenia die Lage über den Kopf wächst.

„Jetzt bin ich alleine mit den ganzen Problemen. Mit dieser Situation wäre Thorsten sicher nicht glücklich“, sagt die 53-Jährige traurig. Wenn sie bei den Pferden ist, kann sie sich ablenken. Es fällt ihr schwer, über ihren verstorbenen Partner zu sprechen. Sich um Wohnhaus und Stallungen zu kümmern, ist ein Fulltimejob. Ihr Tag beginnt morgens um 5 Uhr und endet abends um 22 Uhr. Füttern, ausmisten – Pflege von 29 Tieren. Hilfe bekommt sie manchmal von Pferdehaltern, die ihre Tiere auf dem Hof eingemietet haben. Zwischendurch arbeitet sie Vollzeit im Tierheim, um die Miete aufzubringen.

Vor vielen Jahren nahm die gebürtige Niedersächsin erste Pferde auf. Auch Reitunterricht gab Kutenia. Überwiegend ging es aber um Pferde, die keiner mehr haben wollte. Kranke, alte oder verletzte Tiere fanden in Alt-Mölln ein Heim. So wie der 20 Jahre alte Hengst „Fighter“ oder das Pony „Bruno“. Operationen für mehrere Tausend Euro, um Tiere vorm Abdecker zu retten, waren nicht selten. „Ich habe jetzt nur einen vorläufigen Mietvertrag und befinde mich im Schwebezustand“, erklärt sie. Sie war nicht verheiratet. Da ihr Lebensgefährte kein Testament machte, hat die 53-Jährige keinerlei Ansprüche auf die Immobilie. Sie sei von den Erben aufgefordert worden, sich etwas Neues zu suchen. Ihr Angebot, den Hof in Alt-Mölln zu kaufen, sei ignoriert worden. Einen Verkauf an Kutenia lehnten die Erben ab, teilte auch ein Mitglied der Erbengemeinschaft am Telefon mit. Und, dass spätestens im Herbst eine Klage auf Eigenbedarf unausweichlich sei.

Die Zeit drängt also. Kutenia und Pagel geben nicht auf. „Wir teilen den Traum von einem Pferdehof und sind über jede Hilfe und jeden Tipp dankbar“, sagt Kutenia.

Kontakt unter 0162/2054078 oder sabinekutenia@live.com

Florian Grombein

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