Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lauenburg 33 mahnende Seiten zur Windkraft
Lokales Lauenburg 33 mahnende Seiten zur Windkraft
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:10 29.06.2017
Ratzeburg

Am heutigen Freitag, 30. Juni, läuft die Frist zur Abgabe von Einwendungen gegen die geplanten Flächen für Windkraftanlagen ab. Der Kreis wird sich in einer 33-seitigen Stellungnahmen zu den geplanten Flächen im Lauenburgischen äußern – und äußert dabei nicht nur grundsätzliche Bedenken zu den Planungsgrundlagen, sondern weist auch auf zahlreiche Fehler und Nicht-Berücksichtigungen von Betroffenheiten hin.

Mit sechs Seiten zum Denkmalschutz und 14 Seiten zum Naturschutz umfassen allein diese beiden Bereiche fast zwei Drittel des quantitativen Umfangs der Stellungnahme. Auf sieben Seiten äußert sich schließlich der Bereich Regionalplanung. Grundsätzlich wird in der Stellungnahme des Kreises ein größerer Mindestabstand gefordert. So habe die Landesplanung ihr Gesamtkonzept auf eine Referenzanlage mit einer Gesamthöhe von 150 Metern bezogen. Zwar könnten Windkraftanlagen mit einer solchen Höhe gewinnbringend betrieben werden, „Erfahrungswerte zeigen aber , dass Anlagen dieser Art nicht als Standard gelten, sondern im Rahmen einer Gewinnmaximierung deutlich höhere Windenergieanlagen die Regel sind“, heißt es in der Stellungnahme. Daher würden viele Belange stärker betroffen, als bei einer Annahme der Referenzhöhe.

So weist die Denkmalschutzbehörde des Kreises darauf hin, dass alle in den vergangenen Jahren im Kreis errichtete Anlagen eine Gesamthöhe zwischen 175 und 184 Metern hätten. „Diese Tendenz dürfte auch nach Inkrafttreten des Regionalplanes 2017 nicht unterbrochen sein“, so der Kreis. Eine wie vom Land vorgesehene „Feinsteuerung“ im Rahmen des Bauleitplanung durch eine dortige Begrenzung der Höhen seien nur schwer umsetzbar, da sie rechtlich als „Verhinderungsplanung aufgefasst werden könnten und somit nicht zulässig seien. Außerdem fordert der Kreis eine stärkere Berücksichtigung bereits akzeptierter Windparks anstelle eines Repowerings an anderer Stelle.

Für die einzelnen Vorrangflächen führt der Kreis in Absprache mit den Gemeinden zahlreiche Einwendungen aus den verschiedenen Bereichen an.

So könnte eine Vorrangfläche bei Hohenhorn die ohnehin schon komplizierte Trassenfindung für die B 404/A 21 deutlich erschweren. Andernorts wie in Schnakenbek, Witzeeze oder Büchen würden künftige Windparks eine Entwicklung der Orte verhindern. Auch merkt der Kreis an, dass in mehreren Fällen wie beim Gut Bliestorf Wohnnutzungen und dadurch die dazugehörigen Abstandsflächen nicht berücksichtigt worden seien.

Aufgabe der Landesplanung ist, die Einwendungen nun abzuarbeiten. Die neue Jamaika-Koalition hat zusätzlich vereinbart, größere Abstände zur Wohnbebauung zu prüfen, wenn dadurch die Ausbauziele insgesamt nicht gefährdet werden. Anders ausgedrückt: Für jeden Hektar Vorrangfläche, der durch Einwendungen wegfällt, muss zuletzt weggefallene Vorrangflächen möglicherweise reaktiviert werden. In der Stellungnahme des Kreises hat die Naturparkverwaltung begrüßt, dass bei den bisherigen Abwägungen der Potentialflächen die im Naturpark Lauenburgische Seen ursprünglich vorhandenen Flächen im kompletten Umfang ausgenommen wurden. Dieser Kampf könnte nun aufs neue beginnen.

hm

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Feuerwehr erreicht höchste Leistungsstufe – Wehrführer Witte lässt danach Haare.

29.06.2017

Amt Sandesneben-Nusse lädt zur Info-Veranstaltung.

29.06.2017

Geschäftsführer Hans-Joachim Grätsch wird heute offiziell in den Ruhestand verabschiedet.

29.06.2017