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Lauenburg 5,1 Millionen Euro Förderung für Geesthachter Helmholtz-Zentrum
Lokales Lauenburg 5,1 Millionen Euro Förderung für Geesthachter Helmholtz-Zentrum
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16:37 24.10.2018
Der CDU-Bundestagabgeordnete Norbert Brackmann, HZG-Geschäftsführer Wolfgang Kaysser, Norbert Hort, der Abteilungsleiter für Magnesiumprozesstechnik des HZG, und Herbert Zeisel, Ministerialdirigent beim Bundesforschungsministerium (von links) im MagIC des Helmholtz-Zentrums. Quelle: TIMO JANN
Geesthacht

Als im Juli 2017 ein Großbrand eine Versuchsanlage des Magnesium Innovations-Centers (MagIC) beim Helmholtz-Zentrum Geesthacht (HZG) zerstörte, war der Schock groß. Die Magnesium-Forscher haben weltweit eine Spitzenstellung. „Der Brand war schlimm, aber das Team des HZG hat etwas Gutes daraus gemacht“, sagt Dr. Herbert Zeisel, Ministerialdirigent im Bundesforschungsministerium und Aufsichtsratsvorsitzender des HZG. Denn spätestens in eineinhalb Jahren soll die Forschung in einer neuen Anlage deutlich besser als je zuvor fortgesetzt werden können.

Zeisel und Norbert Brackmann, CDU-Bundestagsabgeordneter aus Lauenburg und Maritimer Koordinator der Bundesregierung, besuchten das HZG am Mittwoch und verkündeten eine Förderung des Neubaus in Höhe von 5,1 Millionen Euro. 90 Prozent bringt der Bund auf, zehn Prozent teilen sich die am HZG beteiligten Bundesländer. Brackmann anerkennend: „Hier wird an einem Stück Zukunftssicherung geforscht.“ Das, was in Sachen Magnesium-Technologie, aber auch in Fragen des Klimaschutzes, durch das HZG geleistet werde, trage dazu bei, das Leben der Menschen ein Stück weit besser zu machen, so Brackmann.

HZG-Geschäftsführer Professor Dr. Wolfgang Kaysser führte die Besucher durch das Forschungszentrum an der Max-Planck-Straße. „Ziel mit unserem Neubau ist es, die Materialeigenschaften gleichmäßig einzustellen. Und zwar schon während der Produktion“, erklärte Kaysser. Das spare Material ein, biete konsequent in Echtzeit abrufbare Messdaten und sorge so für optimale Eigenschaften. „Das ist Industrie 4.0“, freute sich Kaysser über die neue Technik, die installiert werden soll. Der Prozess bei der Fertigung von Forschungsbauteilen könne künftig direkt beeinflusst werden. Ein Novum. „Diese Digitalisierung braucht viel Kompetenz, die wir aber auch in anderen Forschungsbereichen nutzen werden“, sagte Kaysser. Und im MagIC könne man von der Grundlage bis zum Prototyp künftig alles herstellen, in der Medizintechnik ebenso wie in der Verkehrstechnik.

Man wolle die Technologie in Deutschland sichern, begründete Zeisel die Investition. „Die Konkurrenz weltweit schläft nicht, deshalb soll der Wiederaufbau schnell gehen“, machte er deutlich. Etwa zwei Jahre Wissensvorsprung bescheinigen die Experten den HZG-Forschern im weltweiten Vergleich. „Wir haben hier den gesamten Prozess im Blick, das ist herausragend“, betonte er.

Die ausgebrannte und zerstörte Versuchshalle solle abgerissen und so Platz für einen Neubau geschaffen werden. Einige Maschinen, die aus der Halle geborgen werden konnten, werden aktuell bei ihren Herstellern bereits überholt. Neue Technik sollen ergänzend beschafft werden. Ursache des Großbrandes war damals ein technischer Defekt.

Der verheerende Brand

Der Brand auf dem Gelände des HZG war am 26. Juli gegen 12 Uhr ausgebrochen. Die Feuerwehr war an dem Tag zunächst durch die automatische Brandmeldeanlage alarmiert worden, allerdings zu einem anderen Objekt auf dem weitläufigen Gelände. Auf dem Weg dorthin war an der MagIC-Halle noch nichts zu sehen, auf dem Rückweg, weil man an der anderen Adresse keine Feststellung hatte, kam es in der MagIC-Halle gerade zur Durchzündung, als die Feuerwehr auf der Höhe war. Trotz der sofort eingeleiteten Löschmaßnahmen erlitt das Gebäude einen Totalschaden.

Timo Jann

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