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Lauenburg 8000 demonstrierten gegen das AKW Krümmel
Lokales Lauenburg 8000 demonstrierten gegen das AKW Krümmel
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15:12 08.01.2013
Quelle: Timo Jann

„Ihr habt heute euren Spaß und wir müssen später aufräumen“ stand auf einem Transparent, das sich Jenny O’Gorman umgehängt hatte. „Meine Generation hat doch heute kein Mitspracherecht, muss aber all das, was heute verbockt wird, später ausbaden“, sagte die junge Lüneburgerin.

Wie ihr ging es vielen Demonstranten. Sie wollten ein Zeichen gegen die Politik der schwarz-gelben Bundesregierung setzen. „Ausstieg jetzt“ war ihr Motto. Auf Fahrrädern, mit Traktoren, in Bussen, mit dem Auto oder zu Fuß kamen die Demonstranten aus ganz Norddeutschland nach Krümmel.

„Seit 30 Jahren mache ich das hier, unentwegt, immer wieder“, sagte Geesthachts engagierteste Dauer-Demonstrantin Bettina Boll zu der Menschen-Masse, die vor das wegen der Demo zusätzlich mit Nato-Draht gesicherte Werkstor in Krümmel gezogen war. Die Polizei hatte ein Großaufgebot in der Hinterhand, um bei Zwischenfällen eingreifen zu können. „Alles ruhig, alles friedlich“, zog Polizeisprecher Andreas Dirscherl Bilanz. „So ist das für uns okay“, sagte er.

Überrascht waren die Veranstalter der Demo offenbar über die große Menge Radfahrer, die auf ihren Drahteseln aus allen Richtungen anrollten. Die Polizei schätzte die Zahl auf 3500 bis 4000 Menschen. Es gab Probleme, die Fahrräder zwischen den Traktoren der „Bäuerlichen Notgemeinschaft“ aus dem Wendland hindurch zum Kraftwerk zu kriegen, um sie dort abzustellen.

Als alles geordnet war, zogen die Demonstranten im Trauermarsch zum Menzer-Werft-Platz. Sie kehrten dabei dem Kraftwerk am Elbufer symbolisch den Rücken. „Ich hoffe, wir waren heute das letzte Mal hier. Aus bleibt aus“, forderte Bettina Boll ein Ende für Krümmel. Doch eine Wiederinbetriebnahme könnte technisch noch in diesem Jahr möglich sein.

tja

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