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93 Jungvögel: Störche brüteten im Kreis so fleißig wie noch nie

Mölln 93 Jungvögel: Störche brüteten im Kreis so fleißig wie noch nie

Meister Adebar zog in diesem Jahr im Lauenburgischen sechs Junge mehr groß als 2013, meldet der Naturschutzbund.

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2014 ist ein gutes Storchenjahr, das so viele Jungstörche hervorbrachte wie noch nie — für manchen vielleicht zu viele? In Duvensee beanspruchte ein Kater sein Revier gegenüber Störchen.

Quelle: Strunk

Mölln. Das insgesamt milde Klimajahr 2014 hat sich auch auf den Nachwuchs der heimischen Weißstörche positiv ausgewirkt: Mit 93 erfolgreich aufgezogenen Jungvögeln im Herzogtum Lauenburg wurde die bisherige Rekordbilanz aus dem vergangenen Jahr 2013 gleich um sechs Tiere überboten.

Dabei hätten es sogar weit über 100 Jungstörche werden können: „Leider mussten wir auch 26 Jungtiere als Verlust beklagen“, erklärt Trudel Borck vom Nabu Mölln, die sich gemeinsam mit ihrem Mann Heinz-Achim um die Störche im Nordkreis kümmert. Der erste Storch traf mittags am 11. Februar in Nusse ein, der zweite in Berkenthin drei Tage später. Die Mehrzahl der Vögel aber kamen erst Ende März, Anfang April in die lauenburgischen Gefilde zurück.

48 Brutpaare zählten die Nabu-Experten im Kreisgebiet, 37 zogen besagte 93 „Küken“ auf, elf Paare blieben dagegen erfolglos. In den Nestern in Fuhlenhagen, Kulpin, Sandesneben und Sirksfelde kam es zu Totalabbrüchen, wo jeweils ein bis drei Junge aus dem Nest geworfen wurden. Auch in Poggensee fiel ein Junior aus der Wiege. In Schönberg fand nach 27 Jahren erstmals gar keine Brut statt. „Hier gehen wir davon aus, dass bei mehreren Kämpfen das Gelege zerstört wurde“, erklärt Trudel Borck. Erhebliche Probleme für die Störche in Hornstorf, Klempau Hof und Siebenbäumen gab es mit Nilgänsen, die gerne Storchennester besetzen und sie auch aggressiv versuchen zu verteidigen.

Die Altvögel selbst scheinen robust und aktiv zu sein. Verluste bei den Alten sind nicht zu beklagen. In Klinkrade, Kuddewörde, Lanze und Nusse gab es Viererbruten. „Wobei man allerdings dazu sagen muss, dass in Nusse zugefüttert wird, was eine Abhängigkeit der Tiere bedeutet“, kritisiert Heinz-Achim Borck puristisch.

Von einer Besonderheit weiß er aus dem Tierpark Krüzen zu berichten: „Hier hat sich ein wilder Storch zu einem gesellt, der hier seit zwei Jahren frei lebt. Gemeinsam zogen sie drei Junge auf, die aber als zooabhängige Tiere wie üblich nicht gelistet werden.“ Auch die drei Jungstörche — das erwähnte Poggenseer Tier, ein verletztes aus Krukow und ein drittes aus Wentorf —, die in den Wildpark Eekholt gebracht wurden, sind nicht in die Statistik mit aufgenommen worden.

Brutgelegenheiten gibt es übrigens genug im Kreis: Der Nabu verzeichnet insgesamt 156 Neststandorte, 55 wurden genutzt — vier mehr als 2013. Die „Neuen“ kamen nach Giesensdorf, Klein Zecher, Krukow und Sandesneben. Eher zufällig entdeckten die Nabu-Leute ein Nest in Mühlenrade, das der Eigentümer schon vor mehreren Jahren eingerichtet hatte. „In diesem Zusammenhang weisen wir darauf hin, dass es sich bei den Störchen um eine geschützte Vogelart handelt. Bei jeglichen Eingriffen ist nicht nur der Nabu, sondern auch die Untere Naturschutzbehörde des Kreises oder das Landesamt in Flintbek zu informieren“, bittet Trudel Borck eindringlich. Hilfen an maroden oder absturzgefährdeten Nestern können dann gemeinsam ergriffen werden — wie 2014 unter anderem in Siebenbäumen, Göldenitz, Kollow, Lehmrade, Niendorf bei Berkenthin.

„Wir möchten uns ganz besonders bedanken bei all jenen Storchennestbesitzern, bei Privatleuten und spendefreudigen Firmen, bei den Feuerwehren des Kreises und bei der Firma BBV-Manske, die uns zweimal eine Hubbühne kostenlos zur Verfügung gestellt hat“, sagt Storchenbetreuer Heinz-Achim Borck.

Beringt und fotografiert
Ein Mittel zur wirksamen Kontrolle des lauenburgischen Storchenvolkes ist das Ablesen der Ringdaten. Die Mitarbeiter der Weißstorch AG des Nabu Mölln bitten darum, beringte Störche nach ihrer Rückkehr aus dem Winterquartier umgehend zu melden, damit genug Zeit bleibt, die Daten per Spektiv oder Fotografie abzulesen.



Weitere Meldungen aus dem Kreis zu den (Weiß-)Störchen sind beim Nabu auch willkommen: So werden nicht nur die Brut- und Ringdaten erfasst, sondern auch Storchenansammlungen und so genannte Winterstörche. Der Nabu bittet um Rückgabe der verteilten Beobachtungsbögen bis Ende August nach Abflug der Störche. Die gesammelten Daten werden an das Michael-Otto-Institut im Nabu in Bergenhusen gemeldet, um sie nicht nur landes-, sondern auch bundes- und weltweit auswerten zu können.

Joachim Strunk

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