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Lauenburg AKW Krümmel: Kiel will Betreiber zum Rückbau zwingen
Lokales Lauenburg AKW Krümmel: Kiel will Betreiber zum Rückbau zwingen
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15:51 23.10.2012
Einen Rückbau zur "grünen Wiese" will Energiewendeminister Robert Habeck. Derzeit ist offen, was mit dem stillgelegten Kraftwerk passiert.
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Herzogtum Lauenburg

Seit über einem Jahr ist das Atomkraftwerk (AKW) Krümmel stillgelegt, doch über dessen Zukunft schweigt sich Betreiber Vattenfall aus. Abriss oder Einschluss der radioaktiven Ruine? Jetzt will Kiels grüner Energiewendeminister Robert Habeck den Konzern zum Handeln zwingen. Mit einer Änderung des Atomgesetzes sollen AKW-Betreiber verpflichtet werden, spätestens drei Monate nach Stilllegung einen Rückbau- Antrag zu stellen. Im November soll der Bundesrat beraten.

Bislang sieht das Atomgesetz keine solche Frist vor. „Die Unternehmen können das aussitzen und nichts tun“, klagt Habeck. Man könne aber nicht zulassen, dass der Rückbau bis auf unbestimmte Zeit hinausgezögert werde. „Und wir brauchen den Rückbau zur grünen Wiese.“ Ein „sicherer Einschluss“, bei dem das stillgelegte Atomkraftwerk stehenbleibt, sei „politisch und fachlich falsch“. Die Option soll im Gesetz gestrichen werden.

Für Krümmel habe man in Kiel das Signal, dass ohne Zwang auf absehbare Zeit nicht mit einem Rückbau-Antrag zu rechnen ist, so der Minister. Bei Vattenfall wollte man sich zu seinem Vorstoß gestern nicht äußern. Die Opposition im Landtag übt scharfe Kritik an Habeck. „Das ist nichts als Aktionismus“, erklärt die FDP-Bundestagsabgeordnete aus dem Herzogtum Lauenburg, Christel Happach-Kasan. Ein Rückbau-Antrag umfasse meterweise Aktenordner. Bei dem Verfahren gehe es um Sicherheit, also sei es falsch, dabei Zeitdruck aufzubauen. Außerdem gebe es noch gar keine Endlagerstätte für den radioaktiven Abfall. „Habeck weiß doch auch weiterhin nicht, wohin mit dem Müll“, schimpft der CDU-Kreispolitiker Markus Matthießen. Beim Kreis als zuständiger Katastrophenschutzbehörde hält man sich bedeckt. Der Rückbau werde Jahre dauern, bis dahin gebe es auf dem Gelände so oder so eine radioaktive Last, sagt Sprecher Karsten Steffen. Auch bei der Wirtschaftsförderungsgesellschaft ist man zurückhaltend. Der Rückbau werde gut und gerne bis 2025 dauern, das Gelände wegen seiner Geländebeschaffenheit ohnehin wohl kaum als Gewerbefläche zu nutzen sein, sagt Geschäftsführer Werner Hesse.

Bei der Stadt Geesthacht begrüßt man Habecks Vorstoß dennoch. „Wir hätten dann endlich Klarheit, wie es weitergeht.“ Ein Rückbau sei „das sicherste Zeichen“. Auch Anti-AKW-Aktivistin Bettina Boll setzt auf einen Erfolg Habecks im Bundesrat: „Krümmel ist ja top-saniert, wäre jederzeit wieder einsatzbereit. Wir wären sehr beruhigt, wenn die ersten wichtigen Teile auch wirklich ausgebaut werden.“ Und damit sollte man auch schnell beginnen – so lange das Personal noch im AKW tätig ist, das sich mit dem Reaktor auch wirklich auskennt. Seite 2

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