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20:53 07.12.2017
Diese Spielhalle in Börnsen war im Februar 2017 von drei Männern überfallen worden. Quelle: Fotos: Jens Burmester

Dem heute 22 Jahre alten Mann wird vorgeworfen, die beiden bereits verurteilten Männer zu dem Überfall überredet zu haben, sie mit Sturmhauben sowie Waffen – einer Machete und einer Schreckschusspistole – ausgestattet und dann zum Tatort nach Börnsen gefahren zu haben. Nach der Tat soll er den Mittätern mit seinem Fahrzeug zur Flucht verholfen haben. Die Mittäter sollen mit den Waffen einen 77-jährigen Angestellten der Spielhalle sowie die sich dort aufhaltenden Gäste bedroht und einen Betrag von 345 Euro erbeutet haben.

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Am 12. Februar dieses Jahres haben zwei junge Männer aus Mölln eine Spielhalle in Börnsen überfallen. Ein weiterer Mann hat die beiden zum Tatort gefahren. Zwei von ihnen sind vor zwei Wochen vom Amtsgericht Ratzeburg jeweils zu einer vorbehaltlichen Jugendstrafe verurteilt worden. Die Urteile haben bereits Rechtskraft. Der dritte an der Tat Beteiligte muss sich seit gestern vor dem Landgericht in Lübeck verantworten.

Allerdings so klar, wie es scheint, ist die ganze Sache dann wohl doch nicht abgelaufen. Während der Angeklagte zunächst seine Version der Geschichte schilderte, hatten die beiden als Zeugen in diesem Prozess geladenen und bereits verurteilten Mittäter jeweils eine andere Geschichte erzählt. Für den Angeklagten war klar, dass er nach Börnsen gefahren sei, um seine dort wohnende Freundin zu besuchen. Die beiden jungen Männer, die er sogar kannte, habe er mitgenommen, weil sie ihm „Spritgeld“ versprochen haben sollen.

Als er dann in Börnsen merkte, dass die beiden einen Überfall auf die Spielhalle geplant hätten, habe er damit nichts zu tun haben wollen. Möglich auch, dass er von der Tat zuvor gewusst und dann kalte Füße bekommen hatte. Er warf die beiden jungen Männer nach der Tat kurzerhand aus dem Auto und rief selbst die Polizei. Als die Polizisten ihn schließlich an einer Avia Tankstelle fanden, telefonierte er noch mit der Polizeileitstelle. Allerdings war die Geschichte, die er den Beamten dann erzählte, hanebüchen und kaum glaubhaft.

Doch auch die Einlassungen der beiden bereits verurteilten jungen Männer jetzt im Zeugenstand waren auch nur sehr bedingt glaubwürdig. Und es gab am Ende Fragen, die nicht geklärt werden konnten, weil sich niemand mehr so recht erinnern konnte oder wollte. Es waren eben zwei Geschichten, die sich zwar ähnelten, aber nur wenig miteinander gemein hatten. Unter anderem blieben Fragen nach den beiden Waffen und den Sturmhauben offen.

Deshalb bat Verteidiger Wolfgang Schulz aus Hamburg das Gericht unter Vorsitz von Richter Kai Schröder darum, auch noch einmal die Freundin eines der beiden jungen Männer zum nächsten Termin am kommenden Mittwoch zu laden. Auch die Frage, ob der Angeklagte nun die beiden anderen zum Überfall überredet hatte oder nicht, konnte in der bisherigen Beweisaufnahme nicht geklärt werden.

Wolfgang Schulz ist im Übrigen schon der dritte Rechtsanwalt, der den Angeklagten vertritt. Beide zuvor tätigen Anwälte hatten sich offensichtlich nicht um den Fall gekümmert, sodass der Angeklagte sich Schulz als neuen Verteidiger suchte.

Wenn nun nichts mehr dazwischenkommt, ist mit der Befragung der Freundin eines der beiden Zeugen am kommenden Mittwoch die Beweisaufnahme beendet. Dann wollen Staatsanwältin Jessica Frey und Anwalt Schulz ihre Plädoyers halten und will Richter Kai Schröder sein Urteil fällen. Sollte der Angeklagte im Sinne der Anklage schuldig gesprochen werden, drohen ihm mindestens fünf Jahre Haft. Sollte es zu einer Verurteilung wegen Beihilfe kommen, könnte er mit einer Bewährungsstrafe davonkommen. Er ist laut seinem Verteidiger bislang polizeilich nicht in Erscheinung getreten.

Von Jens Burmester

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