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Ahoi Frau Kapitän! Charmante Reise über die drei Möllner Seen

Mölln Ahoi Frau Kapitän! Charmante Reise über die drei Möllner Seen

Eine Fahrt mit Inga Morgenroth auf Stadt-, Schul- und Ziegelsee ist lustig und lehrreich.

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Kapitänin mit eigenem Schiff: Inga Morgenroth genießt ihren Job am Ruder der „MS Till“ in vollen Zügen.

Quelle: Fotos: Dorothea Baumm

Mölln. Nett sieht sie aus, die großgewachsene junge Frau. Sie begrüßt die Gäste an Bord ihres Motorschiffes „Till“ mit einem warmherzigen Lächeln, hilft die paar Holzstufen runter an Bord. Ja, bei der fühlt man sich sicher, die ist kapitänspatent, das merkt man gleich. Die Gäste sitzen vergnügt an ihren Tischen, heute wird in See gestochen, heute möchte man vergnügt sein und den Tag genießen. Die junge Frau löst das letzte Seil, dass die „Till“ am Anleger an der Möllner Seestraße hält, hüpft die Stufen runter, schwingt sich auf den Kapitänsstuhl, schnappt sich das Mikro. „So, Sina, ich hab’ jetzt abgestoßen. Kannst die Paddel rausholen.“

LN-Bild

Eine Fahrt mit Inga Morgenroth auf Stadt-, Schul- und Ziegelsee ist lustig und lehrreich.

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Die junge Frau ist Inga Morgenroth. Ihrer Familie gehört „Till“, sie hat heute das Ruder in der Hand. Sina ist die zweite großgewachsene Blonde an Bord, sie ist für das Wohl der Passagiere zuständig – und sie wird gegen Ende der Fahrt kassieren. Jetzt aber haben wir gerade erst abgelegt. Los geht’s: auf Drei-Seen-Fahrt, und gepaddelt wird natürlich nicht. Das war nur ein Vorgeschmack auf die launige Moderation der Schiffsführerin, denn die, das ist schnell klar, kennt nicht nur jedes Zentimeterchen Ufer, an dem es nun lang geht. Nein, sie hat auch einen Clown gefrühstückt heute, oder vielleicht ist sie ja auch immer so zu Scherzen aufgelegt. Wie auch immer: So soll es sein, wenn jemand Land und Leute erklärt: Zahlen und Fakten in verdaubaren Häppchen und auf jeden Fall lustig serviert.

Eine Stunde dauert die Fahrt auf Stadt-, Schul- und Ziegelsee. Immer wieder nimmt Inga Morgenroth das Mikrofon in den Hand. Und während das Schiff an schönen und manchmal auch nicht so schönen Häusern, an jungen und alten Schwänen, an Möllns einzigem Hausboot vorbei und unter zwei Brücken hindurch tuckert, erfahren ihre Gäste Eckdaten, Kuriositäten und Fakten, die bodenloses Staunen hervorrufen. Bodenlos! Im Wortsinn, denn die gut aufgelegte Kapitänin erzählt, dass man überall in den Möllner Seen stehen könne. Ungläubige Gesichter. „Wirklich wahr“, versichert sie, „allerdings hat man manchmal vier oder fünf Meter Wasser überm Kopf.“

Ja, so eine Seefahrt mit Inga Morgenroth ist lustig. Aber lehrreich, denn nach einer Stunde wissen wir: St. Nicolai zu Mölln ist eine Wehrkirche, denn sie hat Schießscharten. Und es gibt eine zweite Möglichkeit, die Stadt zu verteidigen: die Wassertorbrücke. „Sind Ratzeburger an Bord?“ Schweigen. „Nö? Na bitte – die Brücke funktioniert immer noch.“ Mölln ist überhaupt eine sichere Stadt, denn Mölln ist komplett hochwassersicher. Sagt Inga Morgenroth, und sie versichert sofort, dass das nun keine Eulenspiegelei, sondern die hoch und heilige Wahrheit sei. „Bis 1851 waren Stadt- und Ziegelsee ein See. Dann wurde die Eisenbahnbrücke gebaut, und dafür wurde einfach ein Damm aufgebaut.“

Weil damals die Schiffe zwar Güter in die Stadt brachten, insgesamt aber doch deutlich kleiner waren, nämlich im Schnitt zwei Meter breit und acht Meter lang, wurde die Durchfahrt unter der Brücke entsprechend gebaut, berichtet die ortskundige Steuerfrau. Ihre „Till“ aber misst 18,5 Meter Länge auf 3,60 Meter Breite – weswegen die bei den Fahrten durch die Brücken das Mikro beiseite legt, vorher laut tutet, und das gute alte Schiff sorgfältig durch die Enge manövriert.

Zurück zur Hochwassersicherheit. Eigentlich könnte die ganze Gesellschaft nun direkt in die weite Welt hinausschippern, erklärt Inga Morgenroth. Weil: Zur einen Seite könnte man Mölln gleich hier und jetzt Richtung Lübeck und damit auch Ostsee verlassen. Und in der anderen Richtung ging es via Kanal nach Hamburg, und von dort, ja klar: Welthafen! Panama! Kap Horn! Beschauliches Mölln, ade! Nun liegt aber Lauenburg sieben Meter höher als Mölln, und Lübeck liegt elf Meter tiefer. „Wir liegen hier mit elf Metern über Normalnull an der höchsten Stelle des Kanals. Wenn also wirklich mal zu viel Regen kommt, bitten wir einfach drum, dass die Schleusen ein wenig geöffnet werden und, zack, kein Hochwasser!“ Donnerlüttchen, das leuchtet ein. Und überhaupt hat die Frau am Ruder jetzt so viel erzählt, dass vermutlich keiner mehr so recht durchblickt. Vielleicht war jetzt doch wieder eine Eulenspiegelei dabei?

Andreas und Gerti Puk aus Ahrensburg haben jedenfalls eine Menge Spaß. Sie haben mal von links nach rechts gewechselt während der Fahrt, mal dies und mal jenes fotografiert. Sie sind begeistert: „Ich finde es toll“, sagt Gerti Puk. „Und was ich auch klasse finde: Die servieren an Bord fair gehandelte Getränke. Das imponiert mir.“

Auch Marlene und Horst Schwarz aus Hamburg sind glücklich mit ihrer Wahl: „Wir hatten gezielt nach einer Tagestour geguckt – besser hätten wir es nicht treffen können.“ Am meisten Grund zu Strahlen hat aber die 8-jährige Sarafina. Sie ist mit ihren Großeltern Alke und Peter Samuelsson an Bord. Sie war es, die die Fahrt ausgesucht hat. Und jetzt darf sie doch tatsächlich eine Weile ans Ruder!

Einstündige Tour

Die „MS Till “ liegt nicht vor Madagaskar, sondern am Anleger Seestraße in Mölln. Und sie hat auch nicht die Pest an Bord, sondern Kaffee, Kuchen und mehr Leckeres. Die Drei-Seen-Fahrt kostet 11 Euro, für Kurkarteninhaber gibt es eine Ermäßigung.

Die Fahrt wird nahezu täglich angeboten. Heute um 15 Uhr. Morgen und Freitag je 14 Uhr und Sonnabend um 12 und 13.15 Uhr. Um 15 Uhr am Sonnabend beginnt eine Schleusenfahrt (2 1/4 Std.), um 20 Uhr eine Abendfahrt.

Wer selbst schippern möchte, kann bei „Schiff & Boot Morgenroth“ diverse Boote und Kanus mieten. Segeln, rudern, Tretboot fahren: alles möglich.

Kontakt: Schiff & Boot Morgenroth, Mölln, Anleger Am Stadtsee, Seestraße 47, ☎ 04542/3888, www.SchiffundBoot.de

 Dorothea Baumm

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