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Lauenburg Alt sein aber nicht allein – das ist das Ziel eines Kankelauer Vereins
Lokales Lauenburg Alt sein aber nicht allein – das ist das Ziel eines Kankelauer Vereins
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20:20 22.10.2016
Vorsitzende Ingrid Lang (links) und Schatzmeisterin Claudia Riegler vom Verein „Von Minsch to Minsch“ in Kankelau. Quelle: ge

Im Alter allein auf dem Land wohnen und doch gesellschaftlich mittendrin sein. Das ist das Ziel des Vereins „Von Minsch to Minsch“ (Mi.t.Mi) in Kankelau.

60 Mitglieder hat diese Nachbarschaftshilfe, die im Kreis einzigartig und ein gegenseitiges Geben und Nehmen ist.

Vor dreieinhalb Jahren hat Ingrid Lang die Idee umgesetzt. „Die Gesellschaft hat sich verändert. Durch den demografischen Wandel gibt es mehr ältere als jüngere Menschen. Familien leben oft weit voneinander entfernt. Der Verein möchte älteren Menschen die Möglichkeit bieten, in ihrem Haus auf dem Land zu bleiben,etwas gegen die Einsamkeit anbieten, Gemeinsinn fördern“,sagte die Vorsitzende.

„Mi.t.Mi“ habe zwei Facetten: Die Mitglieder bieten ihre Hilfe bei der Bewältigung des Alltags an, bekommen für ihre Dienstleistung eine Pauschale von acht Euro pro Stunde. Auf der anderen Seite stehen diejenigen, die der Hilfe bedürfen, oftmals Senioren, denen die Arbeit in Haus und Garten zuviel wurde oder niemanden haben, der sie zum Arzt fährt. „Durch unser Angebot besteht noch lange die Möglichkeit, im eigenen Haus zu bleiben“, sagt Lang. Die 60 Mitglieder des Vereins kommen aus elf Orten: Elmenhorst, Geesthacht, Groß Pampau, Kollow, Kankelau, Müssen, Niendorf/St., Büchen, Schretstaken, Talkau und Schwarzenbek. Die Mitgliedschaft kostet für Einzelpersonen 30 Euro, für Paare 45 Euro im Jahr.

Zu den Angeboten gehören Begleitungen zum Arzt oder zum Einkaufen, Fahrdienste, Hilfen im Haushalt, Hausmeistertätigkeiten, Hilfen beim Schriftverkehr. Der Verein bietet auch kulturelle Angebote sowie einen regelmäßigen Mittagstisch in fröhlicher Runde im Kankelauer Dorfgemeinschaftshaus an. Jeden Mittwoch versorgt ein dreiköpfiges Kochteam die Besucher mit einer frisch gekochten Mahlzeit.

Es kommen etwas 14 bis 16 Besucher. „Es ist aber nicht nur das Essen, sondern die Gemeinsamkeit, die dabei entsteht, die die Mittagsgäste schätzen“, sagt Ingrid Lang. Soziale Kontakte zu bieten, auch als Rentner noch aktiv zu sein und sich in die Gesellschaft einzubringen – das sind die vorrangigen Ziele des Vereins, der in Schleswig-Holstein seinesgleichen sucht. „In Süddeutschland ist diese Form des Miteinanders sehr viel verbreiteter. Dort gibt es schon seit zwanzig Jahren Seniorengenossenschaften“, sagt Lang. Die Vorsitzende und ihre Schatzmeisterin, Claudia Riegler, sind oft im Land unterwegs, um das Kankelauer Projekt vorzustellen. Auch bei der WVS- Messe an diesem Wochenende (22./23.10.) in Schwarzenbek werden sie mit einem Stand im Messezelt vertreten sein. Unlängst haben zwei Mitglieder des Vereins an einer Qualifizierung zur Nachbarschaftshelferin teilgenommen, die der Paritätische zusammen mit dem Sozialministerium angeboten hatte. Die Teilnehmer können nun auch Menschen mit der Pflegestufe 0 betreuen – gegen Bezahlung. Bürger mit der Pflegestufe 0 erhalten 104 Euro monatlich von der Krankenkasse für Hilfeleistungen bei der Pflege.

Kontakt: Ingrid Lang, Telefon

0177 / 1751399, www.mi-t-mi.de

Silke Geercken

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