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Alternative Energie – Dörfer zeigen, wie es geht

Salem Alternative Energie – Dörfer zeigen, wie es geht

13. Salemer Dialog zwischen dezentralen Beispielen, fehlenden Stromtrassen und drohender Klima-Katastrophe.

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Informationen und Diskussion beim 13. Salemer Dialog.

Quelle: Fotos: Thomas Biller

Salem. Nach den engagierten Diskussionen im vergangenen Jahr zu Windkraftanlagen in der Schaalseeregion lag es für die etablierte Dialogreihe in Salem auf der Hand, sich mit der Zukunft von Energiegewinnung im ländlichen Raum auseinanderzusetzen. Moderatorin Gabriele Heise konnte wegen der seit Dezember vorliegenden neuen Regionalpläne das Thema Windkraftanlagen für die Region um Salem weitestgehend ausklammern, so dass ausführlich weitere Formen von Energiegewinnung aus regenerativen Quellen vorgestellt wurden.

LN-Bild

13. Salemer Dialog zwischen dezentralen Beispielen, fehlenden Stromtrassen und drohender Klima-Katastrophe.

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Große Beachtung

„Sonne, Wind

und Wasser sind

die Zukunft.Jürgen Rosenfeldt, Professor

Einen Überblick über die Anteile dieser Energiegewinnung und die Schwierigkeiten beim Abtransport gab Thomas Boldt von der Schleswig-Holstein Netz AG. „Wir bekommen immer mehr nicht über die Elbe“, sagte Boldt und begründete damit die Entschädigungszahlungen, die beispielsweise Windmüller erhalten, wenn sie kapazitätsbedingt ihre Anlagen herunterfahren oder stoppen müssten. Für 2017 erwartet Boldt einen Anstieg von Abriegelungen. „Wir wollen, dass Leitungen gebaut werden“, betonte Thomas Boldt. Allerdings vergehen nach seinen Worten zwischen Planung und Realisierung dieser Stromtrassen etwa zehn Jahre. Eine Lösung könnte somit die dezentrale Nahversorgung mit Wärme und Strom sein.

Landwirt Hubert Ulrich aus Sterley-Neue Welt stellte dazu ausführlich den Betrieb seiner Biogasanlage und die Versorgung von gut 20 Dorfeinheiten mit Wärme vor. Für die regionale Versorgung aus Kombinationen von Biogasanlagen und Blockheizkraftwerken erläuterte auch Manfred Wulf aus Klinkrade das Modell einer Wärmenetzgenossenschaft. Fünf Gemeinden könnten dort bis 96 Prozent des Wärmebedarfs abdecken, zu Zeiten von Spitzenlasten wird mit Gas ergänzt. Die Experten machten darauf aufmerksam, dass private Heizungsanlagen den größten Anteil am Energieverbrauch haben. Manfred Wulf: „Wir müssen Abschied nehmen von individuellen Heizungsanlagen!“

Das Wort „Klimawandel“ lehnt Jürgen Rosenfeldt ab. Der Professor am Fachbereich Bauwesen der Fachhochschule Lübeck spricht von „Klima-Katastrophe“. Rosenfeldt nannte es eine „exponentielle Angelegenheit“. Nach seiner Meinung muss künftig alles vermieden werden, was Kohlendioxid produziert. Dazu gehöre das Verbrennen fossiler Brennstoffe. Rosenfeldt beklagte, dass „Flächen der Photosynthesegewinnung drastisch dezimiert“ werden. Biogasanlagen halte er wegen der Flächenvorhaltung für eine vorübergehende Brückentechnologie. „Wir müssen uns ernähren!“, sagte Prof. Rosenfeldt, „Sonne, Wind und Wasser sind die Zukunft!“

Das Minimieren von Energieverlusten bei Sanierung oder Neubau von Gebäuden, das Einsparen von Energie überhaupt und der bewusste Umgang und Einkauf von Energie-Anbietern gehörten zu den Empfehlungen der Fachleute. Verwiesen wurde auf zertifizierte Energieberater, die sich auch mit Fördermöglichkeiten der KfW auskennen. BUND-Kreisvorstand Hans- Heinrich Stamer wünschte sich, dass so eine offene Informations- und Diskussionsveranstaltung jährlich in jedem Amtsbereich stattfinden sollte. Umweltingenieur Stamer: „Die Energiewende ist mehr als eine Jahrhundertaufgabe; sie ist Aufgabe der Menschheit!“

Im Jahr 2013 startete der „Salemer Dialog“. Drei bis vier themenzentrierte Veranstaltungen finden seitdem jährlich statt. Bürgermeister Herbert Schmidt, Organisatorin Annette Andresen und Moderatorin Gabriele Heise laden bei den jeweiligen Veranstaltungen Experten und Publikum zum Gedanken- und Informationsaustausch ein.

Viele Interessierte kommen mittlerweile auch von außerhalb zu den etwa zweistündigen Gesprächsrunden am Sonntagnachmittag.

Thomas Biller

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