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Lauenburg Am Gründonnerstag beginnt die Fährsaison in Siebeneichen
Lokales Lauenburg Am Gründonnerstag beginnt die Fährsaison in Siebeneichen
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10:30 16.03.2016
Schranke hoch — die Fährsaison 2016 kann beginnen! Von links nach rechts freuen sich Karlheinz Weber, Ernst Jenner, Harald Richter und Martin Voß über den Fortbestand der seit 56 Jahren pendelnden Fähre über den Elbe-Lübeck-Kanal. Quelle: Fotos: Geercken

Nach vielem Hin und Her geht es doch weiter. Die Fähre Siebeneichen startet am 24. März in die neue Saison. Ehrenamtliche Fährleute sorgen dafür, dass das Kulturdenkmal am Elbe-Lübeck-Kanal in Betrieb bleibt.

 

Die Siebeneichener Kanalfähre — hier ein Bild aus dem März 2001 — wird seit Oktober 2015 vom Förderverein betreut. Quelle: LN

Doch bevor es am Gründonnerstag richtig los gehen kann, stehen einige Arbeiten an: Die Absperrung an der Fähre wird erneuert, die Stege für die Ruderboote an den Fähranlegern in Siebeneichen und Fitzen ebenfalls. Auch die Planken auf der Fähre müssen ausgetauscht werden. Amtsvorsteher Martin Voß geht von einem fünfstelligen Betrag aus, den der Kreis als Eigentümer der Fähre wohl aus dem Stiftungsvermögen nehmen werde. „Es ist die letzte Saison unter der Regie des Amtes Büchen“, betonte Voß in einem Pressegespräch an der Fähre. Ab Oktober gingen die Aufgaben des Amtes auf den Förderverein Fähre Siebeneichen über, der zusammen mit dem Kreis die Verantwortung für die Seilzug-Fähre trage. Eine Kommission des Wasser- und Schifffahrtsamts Hamburg hatte vor wenigen Wochen den Zustand der Fähre geprüft und einen Katalog mit notwendigen Maßnahmen aufgestellt. „Das war mehr ein Fährvernichtungspapier. Plötzlich waren Änderungen gefordert, die vorher überhaupt nicht zur Diskussion standen“, sagte Voß . Unter anderem seien Tore gefordert worden, die eine Last von vier Tonnen aushielten. Die Forderungen konnten in Gesprächen abgespeckt werden, so dass nur kleinere Reparaturen übrig blieben, und es jetzt losgehen kann.

5000 Euro will der Förderverein, der inzwischen auf 75 Bürger angewachsen ist, für die Reparaturen beisteuern. Der Verein hat auch dafür gesorgt, dass ehrenamtliche Fährleute ausgebildet wurden. Sie müssen 90 Stunden auf der Fähre gefahren sein und eine Funkprüfung machen, um das Fährpatent zu bekommen. Vier Frauen und ein Mann werden den verbleibenden Fährmann Harald Richter unterstützen. Drei Leute seien noch in Reserve, so Jenner. „Wir sind optimistisch, dass wir den Fährbetrieb in gemeinschaftlicher Arbeit aufrecht erhalten können.“ Allerdings gibt es reduzierte Fahrzeiten. So pendelt die Fähre nur noch Freitag bis Sonntag sowie an Feiertagen zwischen 10 und 18 Uhr. Die Preise für die Überfahrt sind konstant geblieben (drei Euro pro Auto, 1,50 Euro pro Person). 5000 Personen haben die Fähre 2015 genutzt. Das „Anfährfest“ am Kanal mit Showprogramm auf der Fähre startet am 2. April um 13 Uhr.

Auch Siebeneichens Bürgermeister Karl-Heinz Weber freut sich: „Das Engagement der vergangenen Monate hat gezeigt, dass die Bewohner mit der Fähre verwurzelt sind“.

Technisches Denkmal in Geldnot

Die Seilzug-Fähre ist ein technisches Denkmal, das seit 56 Jahren zwischen Siebeneichen und Fitzen über den Elbe-Lübeck-Kanal (1895 bis 1900 gebaut) pendelt. Ende 2015 hat das Land die Fähre unter Schutz gestellt. Die Fähre ist eine Stiftung des Kreises. Um aus der Verantwortung zu kommen, hatte das Wasser- und Schifffahrtsamt Lauenburg dem Kreis damals eine Million Mark gegeben. Das Geld wurde in eine Stiftung überführt. Von den Zinsen wurde der Fährbetrieb bezahlt.

Wegen zu niedriger Zinsen ist es nicht mehr möglich, davon die Betriebskosten zu finanzieren. Das Stiftungskapital beträgt 507000 Euro. Der Amtsausschuss Büchen hatte bereits im März 2014 beschlossen, den Betrieb nur unter gewissen Voraussetzungen fortzusetzen.

Von Silke Geercken

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