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Amtsbonus war entscheidend — Reimann fehlte Unterstützung

Bürgermeisterwahl 2016 Amtsbonus war entscheidend — Reimann fehlte Unterstützung

Ein engagierter Wahlkampf, der Bürgermeisterstatus und breite Hilfestellung gaben den Ausschlag für Jan Wiegels Sieg — Anja Reimann mobilisierte nur die CDU-Klientel.

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Blumen für den Sieger: Bürgervorsteherin Lieselotte Nagel (CDU) überreicht Jan Wiegels einen Strauß in rot-weiß.

Mölln. Jan Wiegels (SPD) bleibt Bürgermeister von Mölln. Wirklich überraschend ist das nicht, allenfalls in dieser Deutlichkeit. 64,6 Prozent oder 4,1 Prozentpunkte mehr als bei der ersten Kandidatur sind für einen Amtsinhaber kein überragendes, aber ein gutes Ergebnis — und das gilt auch für die Wahlbeteiligung von 46,4 Prozent.

Alle 14 Wahlkreise hat Wiegels klar gewonnen, selbst das Augustinum. Dort hatte vor sechs Jahren die CDU-Kandidatin Kerstin Magnussen noch deutlich vorn gelegen. Es war Wiegels einziger verlorener Wahlkreis. Eine Scharte, die er im zweiten Anlauf nun ausgewetzt hat.

Bürgermeisterwahl Mölln

Und was lässt sich sonst noch aus den einzelnen Ergebnissen ablesen? Sein bestes Ergebnis holte der alte und neue Bürgermeister im Wahlbezirk 7 (Jochim-Polleyn-Zentrum) mit 71,5 Prozent, sein zweitbestes ausgerechnet mit 68,2 Prozent in der Waldstadt (Wahlbezirk 14) und damit in Anja Reimanns eigenem Wahllokal. Eine Tatsache, die Reimann nach eigenem Bekunden besonders geschmerzt hat.

Immerhin hatte sich die Herausforderin gerade im Wahlkampf für ein Stadtteilzentrum in der ehemaligen Kreissparkassen-Filiale eingesetzt.

Und zu Reimann: Sie hat mit 35,4 Prozent immerhin in etwa die CDU-Klientel der letzten Kommunalwahl für sich mobilisieren können. Die Christdemokraten waren auch die einzige Partei, die sie unterstützt hatte. Wiegels konnte dagegen auf die Unterstützung seiner SPD sowie der Grünen und der Freien Wähler setzen. Die Möllner FDP hatte sich — mal wieder — nicht offiziell festgelegt. Und Wiegels hatte auch außerhalb der politischen Bühne Unterstützer. Das Lebenhilfewerk Mölln-Hagenow, immerhin Empfänger umfangreicher öffentlicher Gelder, widmete Wiegels nicht nur in seiner Zeitschrift ein zweiseitiges Interview und übersetzte seine Wahlkampfseite in leichte Sprache, sondern stellte dem Amtsinhaber auch seine Infrastruktur für eine Ideenwerkstatt zur Verfügung. Und der Möllner Tierschutzverein unter der Führung von Gaston Prüßmann war nicht nur mit vielen Mitgliedern sondern auch mit dem Tierheim-Mobil beim Plakatekleben für den Bürgermeister dabei.

Hinzu kam bei Wiegels ein sehr engagierter und exakt geplanter Wahlkampf auch in den sozialen Medien. In zahlreichen Videos zog er Bilanz. Sogar an seinem Dienstzimmer-Schreibtisch machte er Wahlwerbung. Und wenn es mal Kritik wie am Reinigungszustand der Kitas gab, wiegelte Wiegels das als Wahlkampfgetöse ab.

Für Anja Reimann war es ein ungleicher Kampf. Während Wiegels auch seine offiziellen Termine als Bürgermeister geschickt wahlkampftechnisch nutzte, musste Reimann die Zeit für ihre Auftritte vom eigentlichen Job abknapsen. Aber auch sonst fehlte es ihr über weite Strecken an den frischen Ideen und Aktionen einer Herausforderin. Die Ausgangspositionen waren völlig unterschiedlich: Für Wiegels stand sein Job auf dem Spiel und Reimann konnte eigentlich nur gewinnen — hat sie aber nicht.

Stimmen zur Wahl

Ralf Stegner (SPD-Landesvorsitzender und Fraktionschef in Kiel): „Deutliches Ergebnis für Jan Wiegels! Mölln bestätigte seine hervorragende Arbeit mit 65,1 Prozent Zustimmung trotz einer Mitbewerberin.“

Peter Eichstädt (SPD-Landtagsabgeordneter für den Kreis Herzogtum Lauenburg): „Offensichtlich sind die Möllner Bürger mit Jan Wiegels Arbeit so zufrieden gewesen, dass es keine Stimmung für einen Wechsel gab.“

Birgit Wille (SPD-Kreisvorsitzende): „Jan Wiegels hat das gute Ergebnis des SPD-Kandidaten Olaf Schulze bei der Bürgermeisterwahl in Geesthacht 2015 noch einmal getoppt.“

Gunar Schlage (Kreis-SPD-Kreisverband): „Jan Wiegels hat einen sachlichen Wahlkampf geführt. Im Lauenburgischen stellt die SPD weiterhin drei hauptamtliche Bürgermeister, die CDU nur einen.“

Holger Marohn

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