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Lauenburg Andrea Nahles blieb keine Antwort schuldig
Lokales Lauenburg Andrea Nahles blieb keine Antwort schuldig
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21:31 07.04.2017
Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) machte am Donnerstagabend eine Stippvisite in Geesthacht, begleitet von MdB Nina Scheer und dem DGB-Nord-Vorsitzenden Uwe Polkaehn (von links). Quelle: Foto: Silke Geercken

Was haben SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz und Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SDP) gemeinsam? Beide haben Probleme mit dem Aussprechen des SCH – es kommt oft ein CH. Und das hat nichts mit Dialekt zu tun. Der eine kommt aus Nordrhein-Westfalen, die andere aus Rheinland-Pfalz. Der kleine Sprachfehler macht die Politiker aber nicht unsympathisch.

Im Gegenteil. So menschlich. Überhaupt kam Andrea Nahles gut rüber, als sie am Donnerstag vor rund 130 Besuchern in der Geesthachter Buntenkampschule sprach.

Die Ministerin kam etwa zehn Minuten zu spät. Der Arbeitstag war lang, hatte sie vom Flughafen Hamburg nach Lübeck, Stockelsdorf, Neumünster und schließlich Geesthacht geführt. Sie war schon etwas heiser vom vielen Reden, ließ sich aber keinerlei Müdigkeit anmerken. Flott betrat sie das Podium, nahm Haltung an und legte los. „Gute Arbeit und sichere Rente“ war ihr Thema. Es sei eine spannende Zeit, was das Thema Arbeit angehe, so die Bundesministerin. Die Arbeitswelt verändere sich aufgrund der Digitalisierung, aber Schleswig-Holstein habe „die beste Weiterbildungsstruktur“ und somit gute Voraussetzungen, den Herausforderungen zu begegnen.

Sorgen bereiten der Ministerin Plattformen wie Facebook und Co. „Die pflanzen sich in unsere Wirtschaft, ohne Steuern oder Sozialabgaben zu zahlen. Zuckerberg ist kein Gutmensch, sondern ein Kapitalist mit nettem Gesicht.“ Das sei keine soziale Marktwirtschaft, so Nahles, die sich vor kurzem im Silicon Valley umgeschaut hat.

Zur deutschen Rente betonte die Ministerin ihr zentrales Ziel: Stabilisierung der Rente auf heutigem Niveau. Dass in diesem Moment das Licht ausging, war sicherlich ein Zufall, es sollte noch mehrfach an diesem Abend geschehen. Nahles ließ sich davon nicht aufhalten. Sie kann auch im Dunkeln wunderbar reden. Und sie war glaubwürdig: „Das Niveau zu halten, ist nicht billig. Es erfordert Beitragsteigerungung und zusätzliche Steuermittel.“ Auch Selbstständige und später mal die Beamten müssten einbezogen werden. Das mit den Beamten sei schwierig. Die Länder zögerten, weil es 30 Jahre lang teuer werde, bevor der Gewinn eintrete.

Zum Schluss dann Wahlkampf: „Machen Sie von Ihrem Wahlrecht Gebrauch. Zeigen Sie Position gegen Rechts und wählen Sie eine Demokratie – am besten die soziale“, so ihr Appell. In der anschließenden Fragerunde (es blieben noch 20 Minuten) blieb Nahles keine Antwort schuldig, gab keine Versprechungen, weckte keine Illusionen – sympathisch.

 Silke Geercken

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