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Lauenburg Angefräste Leitung: Dreizehn Gemeinden mehrere Stunden ohne Strom
Lokales Lauenburg Angefräste Leitung: Dreizehn Gemeinden mehrere Stunden ohne Strom
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14:03 07.07.2017
Silke Hartz vom Landhaus Hartz in Gudow zapfte Bier bei Kerzenschein. Quelle: jeb
Gudow

Das bestätigte Volker Mielisch, Pressesprecher der SH-Netz AG schon am späten Donnerstagabend auf Nachfrage der Lübecker Nachrichten. Mehrere Teams des Unternehmens seien unterwegs, um den Fehler lokal einzugrenzen. Es habe mindestens zwei Auslösungen  gegeben. Doch man könne derzeit nicht vom Leitstand in Rendsburg andere Leitungen schalten, da es sich in den betroffenen Gemeinden und auch über Land sowohl um Erdleitungen als auch um Freileitungen handele und die Fehler örtlich nur schwer einzugrenzen seien, so Mielisch.

Für die Alarmierung der Feuerwehren und des Rettungsdienstes besteht unterdessen keine Gefahr. Die digitalen Alarmumsetzer werden automatisch bei Stromausfall auf Notstrombetrieb umgeschaltet. Weil aber auch in Gaststätten das Licht ausging und auch die Kühlungen der Bierzapfanlagen nicht mehr liefen, stellte zum Beispiel Silke Hartz vom Landhaus Hartz in Gudow Kerzen und Teelichter auf und zapfte weiter leckeren Gerstensaft für ihre Gäste. Bei solch romantischem Kerzenschein schmecke den Gästen das Bier trotzdem. 

„Es hat dieses Mal deutlich länger gedauert als sonst, bis wir die Fehler gefunden hatten“, erklärte Mielisch gegen 2 Uhr in der Nacht. „Um 22.41 Uhr, also eineinhalb Stunden nach dem Blackout waren die ersten Haushalte wieder am Netz, die letzten dann um 01.28 Uhr.“ Es seien nicht nur zwei, sondern sogar drei Fehler gefunden worden. Je einen Erdschluss habe es in Müssen zwischen der Raiffeisenbank und der Straße „Am Sande“ und in Gudow zwischen dem Feuerwehrhaus und der Parkstraße gegeben. Und die Kollegen hätten einen Fehler direkt in einer Station am Übergang zum Erdkabel in Büchen zwischen „Auf der Geest“ und dem Moorweg gefunden“, erklärte der Pressesprecher.

Am Morgen danach nannte Mielisch auch den wahrscheinlichen Grund für diesen großflächigen Stromausfall. „In diesem speziellen Fall vermuten unsere Experten von SH Netz einen Zusammenhang mit einem Leitungsschaden am 4. Juli. Hier kam es beim Ausfräsen von Baumstümpfen in Büchen zur Beschädigung eines 11.000 Volt-Stromkabels. Dies führte zu einem Stromausfall in Teilen von Büchen und Pötrau. Durch das Anfräsen der Leitung kam es im umliegenden Stromnetz zu einer Spannungsspitze, die die Kabel stark belastet haben. An Leitungsabschnitten, deren Isolierung in der Vergangenheit bei Tiefbauarbeiten leicht beschädigt wurde, kann es in der Folge dann zu Erdschlüssen kommen. Dies kann durchaus erst Tage oder Wochen später passieren, wenn Feuchtigkeit in die beschädigte Isolierung eindringt.“

jeb

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