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Lauenburg Große Anteilnahme, aber die Sorgen bleiben
Lokales Lauenburg Große Anteilnahme, aber die Sorgen bleiben
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17:49 19.10.2018
Katrin und Dirk Benke sind unglaublich dankbar für die viele Hilfe von LN-Lesern, müssen aber weiterhin um ihre Tochter bangen, die auf der Intensivstation des UKSH liegt. Quelle: Matthias Wiemer
Groß Grönau

Die Anteilnahme vieler LN-Leserinnen und Leser am Drama, das die Groß Grönauer Familie Benke gerade im Zuge der lebensgefährlichen Tumorerkrankung ihrer Tochter Anna Lina (11) durchleidet, ist ungebrochen. Nach mehreren LN-Berichten über das Schicksal des Mädchens, dessen aufwendige und zunächst noch lange nicht erfolgreiche Behandlung die ganze Familie (Mutter, Vater und älteren Bruder) in existenzielle Not zu reißen drohte, hat eine überwältigende Welle der Hilfsbreitschaft eingesetzt.

Anna Lina (11) nach der Hirntumortherapie. Ihr geht es nach wie vor kaum besser. Quelle: Matthias Wiemer

Allein, so gut der Familie die Hilfe tut, so erleichterter wäre sie, wenn es dem kranken Mädchen bald besser gehen würde. Doch Annas Zustand ist nach wie vor kritisch, und die eigentliche, dringend notwendige zweite Tumortherapie kann wegen zusätzlicher Erkrankungen immer noch nicht angewandt werden. Ein zermürbender Zustand, beschreibt Dirk Benke.

„Wir können bald nicht mehr, immer wieder diese Rückschläge bei Anna Lina“, sagte am Sonnabend der Vater. Wie berichtet, waren nach der tief greifenden ersten Hirntumorbehandlung nach einer leichten Besserung weitere Tumore im Kopf des Mädchens festgestellt worden. Eine schnelle Anschlusstherapie musste aber wegen einer Sepsis und einer schweren Lungenentzündung zunächst ausgesetzt werden. Nach wie vor liegt die Elfjährige im UKSH in Lübeck, aktuell wieder auf der Intensivstation. „Jetzt kam auch noch ein Nierenversagen hinzu“, berichtet Dirk Benke, viel Wasser habe sich bei Anna Lina gebildet, das aufwendig abgesaugt werden musste. Eine Tortur für das Mädchen, das ja auch noch an einer schweren Lungenentzündung leidet. Zu allem Übel wurde auch noch Hämophagozytische Lymphohistiozytose (HLH) diagnostiziert, eine der Infektion ähnliche, aber sehr viel gefährlichere Erkrankung des Immunsystems.

Ins künstliche Koma versetzt

Um die Behandlungsmöglichkeiten zu erleichtern und die Qualen für das Mädchen abzumildern, wurde es in ein künstliches Koma versetzt. Zwischenzeitlich war Anna Linas Zustand so kritisch, dass man mit allem rechnen musste, berichtet der Vater: „Man weiß in solchen Stunden nicht, wie der nächste Morgen aussieht.“ Nach dem in den letzten Tagen leichte Besserung eingetreten war, soll der Komazustand wieder beendet werden.

Dirk Benke: „Es ist so schwer erträglich, dass man gar nicht weiß, wann bei Anna endlich die eigentliche Tumortherapie wieder aufgenommen werden kann. Uns bleibt im Moment einfach nur zu hoffen.“

Schon über 460 Einzelspenden

Eine große Hilfe in dieser Zeit ist die Anteilnahme und ganz konkrete Unterstützung durch mittlerweile 460 Einzelspender und mehrere Aktionen von Sportvereinen und auch der Gemeinde Groß Grönau. Der die Spenden koordinierende Förderverein zur Hilfe für das schwersterkrankte Kind in Büchen hat selten so eine Spendenbereitschaft erlebt, sagt dessen Vorsitzender Peter Schmid. „Die wirtschaftliche Not ist zunächst gebannt, wir können nur tausend Mal Danke sagen den vielen Hilfsbereiten“, sagt Schmid.

Peter Schmid, Vorsitzender des Fördervereins. Quelle: LN-Archiv

Dirk Benke ergänzt: „Wir sind nach wie vor sprachlos über so viel Hilfsbereitschaft. Es hilft auch, dass wir so viele Karten geschickt bekommen mit den besten Wünschen für unsere Anna.“

Kontakt zum Förderverein über www.rz-foerderverein.de oder Telefon 04155/5668.

Matthias Wiemer

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