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Anreiz fürs Ehrenamt – Was tun die Städte dafür?

Ratzeburg Anreiz fürs Ehrenamt – Was tun die Städte dafür?

Erste Kommunen bieten bereits Aktionen vom Freien Parken bis zum Rabatt im Schwimmbad an – für Feuerwehren.

Ratzeburg. Die Bedeutung des Ehrenamts wird in Zukunft wachsen, darüber herrscht Einigkeit. Nicht zuletzt das große bürgerschaftliche Engagement in der Flüchtlingshilfe ist Beispiel dafür, dass staatliches Handeln längst nicht alles regeln kann. Doch die Bereitschaft, zeit- und arbeitsintensive Ehrenämter zu übernehmen, sinkt. Die Anforderungen ans Ehrenamt wachsen, Bestätigung und Anerkennung hält da aber nicht mit. So stößt in einer zunehmend flexibilisierten Arbeitswelt und einer auf indivduelle Verwirklichung ausgerichteten Gesellschaft ein Ehrenamt mit Aufopferungspotential immer schneller an Grenzen. Wie aber das Ehrenamt, das wir alle zunehmend brauchen, unterstützen?

 

LN-Bild

Ratzeburgs Wehrführer Christian Nimtz mit der „Roten Karte“: freies Parken im Stadtgebiet.

Quelle: Foto: Wr

Die Stadt Flensburg will jetzt einen Antrag der SSW-Fraktion umsetzen und ihren ehrenamtlich Tätigen die Arbeit erleichtern, indem sie kostenlose Parkausweise ausgibt. So sollen etwa Tafel-Helfer nicht lange Wege mit Waren durch die Stadt oder gar Knöllchen in Kauf nehmen müssen.

Im Kreis Herzogtum Lauenburg sind solche Gedanken nicht völlig neu. Auch wenn die Rahmenbedingungen zwischen einer Mittelstadt und den lauenburgischen Kleinstädten und Gemeinden nur bedingt vergleichbar sind, fällt der Gedanke, mit Anreizen und Unterstützung Ehrenamtler zu motivieren oder gar neue zu gewinnen, auf fruchtbaren Boden.

Ratzeburgs Stadtsprecher Mark Sauer, selbst ehrenamtlich aktiv, hält den Flensburger Vorstoß für „einen interessanten Ansatz“, stellt allerdings gleich für seine Person klar: „Für meine Beweggründe, mich im Verein Miteinander leben zu engagieren, wäre es unerheblich, ob ich irgendwo frei parken könnte.“ Ratzeburg hat aber bereits ein besonders weites Herz zumindest für seine Feuerwehrleute. Sie bekamen anlässlich des 150-jährigen Bestehens der Freiwilligen Feuerwehr Ratzeburg im vergangenen Jahr eine „Rote Karte“ – nicht Platzverweis, sondern Parkausweis im Stadtgebiet.

Lauenburgs Bürgermeister Andreas Thiede gibt sich aufgeschlossen: „Die Flensburger Idee klingt gut. Wir haben allerdings noch keine Parkplatzbewirtschaftung, die muss aber dieses Jahr wegen der Konsolidierungsanforderungen kommen.“ Immerhin dürften die Lauenburger Feuerwehrleute kostenlos das Freibad besuchen. Thiede gibt sich überzeugt: „Es wird in Zukunft immer wichtiger, das Ehrenamt zu fördern.“ Das sieht auch Schwarzenbeks Bürgermeisterin Ute Borchers-Seelig ähnlich: „Wir können in das Lied leider auch nicht mit einstimmen, denn wir haben weder gebührenpflichtige Parkplätze noch ein Freibad.“ Nachdenkenswert hält Borchers-Seelig Überlegungen wie etwa freien Eintritt in Museen für Ehrenamtler. Oder die Einrichtung einer Ehrenamtskarte, wie sie bereits im Landkreis Harburg existiere oder in der Stadt Geesthacht geplant ist.

Möllns Bürgermeister Jan Wiegels betont, dass Mölln das Ehrenamt sowohl ideell auch finanziell fördere, etwa durch Sportlerehrungen und Rabatt für aktive Feuerwehrkameraden im Möllner Familienbad „Welle“. Zudem gewähre die Stadt Übungsleiter-Zuschüsse an die Sportvereine, im aktuellen Haushaltsansatz 68300 Euro.

Idee Ehrenamtskarte

2013 schon stießen die Grünen im Lauenburgischen Kreistag die Initiative an, eine Ehrenamtskarte ins Leben zu rufen. Aktive, die ein bestimmtes Quantum an Engagement nachweisen können, sollten Vergünstigungen bei Eintritten und ähnlichem erhalten. Die Politik sah aber schnell formelle Hemmnisse. Zum Bedauern der Ehrenamtler, wie der Kreisseniorenbeiratvorsitzende Dr. Hubert Hoser sagt: „Man ist da nicht wirklich weiter gekommen.“

Matthias Wiemer

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