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Lauenburg Ansichten über Wespenstachel und Wespentaillen
Lokales Lauenburg Ansichten über Wespenstachel und Wespentaillen
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22:25 02.11.2013
Naturfotograf Wolfgang Buchhorn ging ganz dicht heran mit seiner Kamera: Die Wespe labte sich scheinbar seelenruhig an einer Frucht. Auch Naturexperte Georg Peinemann kann vom Hunger der Wespe auf Früchte berichten. Quelle: Wolfgang Buchhorn

Zwei Jugendliche sind in einem stacheligen Streit. Der eine: „Wespen haben keinen Stachel!“ Der andere hält dagegen: „Wespen haben genau so einen Stachel wie Bienen!“ Tut mir leid, keiner der beiden hat recht. Die Lösung: Wespen haben einen Stachel, der aber etwas anders aussieht als der Bienenstachel. Wespenstachel sind ohne, Bienenstachel mit Widerhaken. Das ist durchaus ein wichtiger Unterschied. Bienstachel sind schwer aus einer Stichwunde zu entfernen; den Stachel der Wespe kann man leichter herausziehen. Ein weiterer Unterschied, der Wespen berühmt macht, ist die so genannte „Wespentaille“, auch menschlich bei Frauen beliebt. Erklärung gefällig? Gemeint ist die schmalste Stelle des Rumpfes.

Wir bleiben jetzt aber „tierisch“. Wespen bauen Erdnester, die von „Arbeiterinnen“ erweitert werden. Sie jagen für die Larven kleine Insekten, die mit dem Stachel getötet und dann zerkaut verabreicht werden. Und jetzt wird es doch irgendwie wieder menschlich. Wespen landen gern auf saftigen Fürchten, Torten und auf Süßspeisen aller Art. Natürlich wissen das alle Hausfrauen, alles Süße muss daher abgedeckt werden. Betroffene meinen, Wespenstiche seien im allgemeinen ungefährlicher als Bienenstiche. Da will ein Witzbold abwiegeln: „Wir essen ja sogar Bienenstich“. Und wie kommt der Wespenbussard zu seinem Namen? Er schätzt als Beute Wespen- und Hummelbrut.

In der Delvenau-Niederung beobachteten wir den Angriff eines Wespenschwarms auf einen Fuchs, der sich wahrscheinlich Wespennestern genähert hatte. Reineke blieb nur die Flucht. Er hatte es bestimmt nicht auf Wespennachwuchs abgesehen, sondern wohl eher auf Mäuse. Ein Angler berichtete (garantiert ohne Anglerlatein), dass er tote Wespen als Köder benutzt hätte. Das ungewöhnliche Angebot sei am Gewässergrund von Barschen und an der Oberfläche von Forellen angenommen worden.

Im Vergleich zu einer Zeit vor 50 bis 60 Jahren sind Wespenangriffe auf Menschen seltener geworden. Doch die Freude darüber ist eher gering, bedeutet es doch die Abnahme des Wespen-Bestandes. Alle Tiere, auch die so genannten Schädlinge, bewirken Nützliches im Naturhaushalt, ausgenommen Läuse und Flöhe. Doch wer weiß, vielleicht haben auch sie einen Nutzen?



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