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Lauenburg Anstich bei den Spargelbauern
Lokales Lauenburg Anstich bei den Spargelbauern
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20:15 14.04.2016

Auf dem Hof Falkenhusen an der Wakenitz ist der erste Spargel da. Und es ist nicht nur Saisonstart für das schlanke Gemüse, es ist auch Premiere für Bio-Qualität. Vor zwei Jahren hat Familie Aewerdieck auf den Feldern am Drägerwanderweg die Spargelpflanzen gesetzt, jetzt ist dort erstmals die Ernte möglich. Verkauft wird sie im benachbarten Hofladen.

Vom Wanderweg bis zum Waldrand reicht das Feld, von dem sechs Hektar mit Tunnelfolie abgedeckt sind. Hier wachsen Sorten mit Bio-Zertifikat, in den kommenden Jahren soll auf der gesamten Fläche solcher Spargel geerntet werden. „Eigentlich dauert die Spargelsaison nur sechs Wochen“, erklärt Landwirt Jörg Aewerdieck (54), „doch mit einem guten Tunnelmanagement kann man früher anfangen und später aufhören.“ Mit weißen Folien wird das Wachstum gebremst, mit schwarzen vorangetrieben, und mit Klarsichtfolie obendrüber geht es noch schneller. „Das ist wie ein Treibhauseffekt“, sagt der Fachmann, „vor allem, wenn die Sonne scheint.“

Schluss mit der Ernte ist aber auf jeden Fall am 24. Juni. „Das ist St. Johanni und man sagt: ,Sind die Kirschen rot, ist der Spargel tot‘.“

Aber daran denkt auf dem Hof im Absalonshorster Weg jetzt noch niemand. „Mit jedem Tag Sonne, wächst der Spargel besser“, erzählt Regina Aewerdieck (46) und schaut über die Felder des Betriebes, den die Familie seit Generationen von der Stadt pachtet. Insgesamt gehören zum Hof 140 Hektar Land mit über hundert Rindern sowie Enten, Gänsen, Wildschweinen, Angler-Sattelschweinen, Hühnern und einigen Tieren mehr.

Für die Spargelernte gehen Landwirte und Arbeiter derzeit täglich durch die Reihen und stechen die Stangen aus dem Boden, der seit 1999 biologisch bewirtschaftet wird. Mit der Umstellung der Landwirtschaft hat die Familie bereits im Jahr 1996 begonnen, und nach und nach soll der gesamte Hof den Gesetzen des Ökolandbaus folgen. „Dafür verzichten wir zum Beispiel auf den Einsatz von synthetischen Pflanzenschutzmitteln und verwenden nur unseren hofeigenen Dünger.“ Um „Unkräuter“ aus den Spargelbeeten zu jäten, haben sich Aewerdiecks einen kleinen Spezialtraktor angeschafft. „Der kann durch die Reihen fahren und die Dämme bearbeiten.“

Um in der Spargelzeit die Mehrarbeit zu stemmen, sind bis zu 20 Saisonkräfte im Einsatz. Sie reisen aus Osteuropa an und wohnen teilweise auch mit auf dem Bauernhof. Zeljiko Lucic (43) kommt aus Kroation und bringt die ersten Stangen in den Hofladen.

Dort steht Regina Krisp-Heinzner (57) hinter dem Tresen und verkauft auch Kartoffeln, Kürbis, Fleisch, Geflügel und einiges mehr vom Hof.

Beim Spargel geht es so langsam los — ähnlich wie im Vorjahr — und es gibt verschiedene Sortierungen. Was das Gemüse kostet, das variiert von Tag zu Tag. „Es hängt auch von der Wetterlage ab“, sagt die 46-Jährige und rechnet mit sechs bis zwölf Euro pro Kilo Bio-Spargel. Wer lieber konventionelle Stangen kaufen will, bekommt auch die im Laden. „Noch haben wir nicht alle Flächen auf Bio umgestellt.“

Insgesamt gilt, dass der Spargelanbau zeitintensiv und mit viel Handarbeit verbunden ist. Um die Ernte zu feiern, wird auch in diesem Jahr ein Spargelfest stattfinden. Am Sonntag, 22. Mai, lädt die Familie große und kleine Gäste auf den Hof ein. Los geht es um 10 Uhr, und es gibt Spargelsuppe sowie Spargel für zu Hause. Auf Wunsch wird er kostenlos geschält. Außerdem: Torten, Gegrilltes und Spielspaß für Kinder. Wer möchte, kann an Hofführungen teilnehmen oder sich an Kunsthandwerk, Staudenverkauf und Musik erfreuen.

• Mehr Infos zum Hof und Spargelfest gibt es unter hof-falkenhusen.de

Von Cosima Künzel

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