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Lauenburg Arbeit jenseits des Gefrierpunkts
Lokales Lauenburg Arbeit jenseits des Gefrierpunkts
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20:18 05.01.2016
Für Hans-Jürgen Poggensee (l.) und Benjamin Kozivol herrschen im Wald jetzt optimale Bedingungen zum Arbeiten.

Und dann ging es doch ganz schnell. Nach den milden Temperaturen über Weihnachten brach der Winter über das Lauenburgische hinein — zweistellige Minusgrade über Nacht. Auch Tagsüber bis zu minus acht Grad. Da geht nur vor die Tür, wer unbedingt muss, zum Beispiel, weil er seinen Arbeitsplatz im Freien hat.

Dirk Markowski ist Fischer auf den Ratzeburger Seen und der Wakenitz. Früh morgens, wenn es noch dunkel und bitterkalt ist, fährt er mit seinem kleinen Boot hinaus auf den Domsee. „Wenn es so kalt ist, fahre ich morgens früh raus und stelle die Netze“, sagt er. Hechte, Barsche und Edelmaränen fischt er. Gegen die Kälte helfen ihm mehrere Schichten Kleidung und sogenannte Ölsachen. Die sind wind- und wasserdicht. Bei jeder Temperatur fährt er raus auf die Seen. „Am schlimmsten ist es, wenn Wind dazu kommt — oder Schneeregen“, sagt er. Sind die Gewässer zugefroren und Markowski kann nicht rausfahren, kümmert er sich um seine Ausrüstung. „Ich schlage neue Stellnetze an oder repariere sie, wenn sie kaputt sind.“

Für Förster herrschen jetzt optimale Arbeitsbedingungen. Die Baumkronen sind kahl, es regnet nicht, kaum Wind. Das ist sicherer. Die Gefahr, auf nassen Ästen auszurutschen, ist geringer. Die Hauptaufgabe der Forstarbeiter ist in diesen Tagen das Fällen von Bäumen. Wärmend wirkt Tee im Bauwagen. Und Bewegung, sagen Hans-Jürgen Poggensee und Benjamin Kozivol. Außerdem seien die Griffe ihrer Motorsägen beheizt. Im Fredeburger Wald haben die Männer gerade eine Buche gefällt — 26 Meter lang, gut 80 Jahre alt. Aus ihr werden unter anderem Eisstiele gemacht.

„Für unsere Arbeit sind minus fünf bis zehn Grad optimal“, sagt Poggensee. „Im Dezember haben wir bei der Arbeit noch geschwitzt“, sagt Kozivol. Außerdem sei der Saft aus den Bäumen raus. Damit seien sie unempfindlicher: Berührt ein fallender Baum einen anderen, werde der nicht so leicht beschädigt, berichten die Forst-Profis.

Andere sorgen für die Sicherheit auf den winterlichen Straßen. Die plötzlichen Minustemperaturen schrecken die Mitarbeiter der Bauhöfe und Straßenmeistereien nicht. „Unsere Leute stehen Gewehr bei Fuß“, sagt Schwarzenbeks Bürgermeisterin Ute Borchers-Seelig. Die neue Salzhalle an der Industriehalle ist gut gefüllt. 25 Tonnen Salz stehen zur Verfügung.

Winterdienst sei für die Mitarbeiter des Bauhofes an der Industriestraße Tagesgeschäft. Seit November werde das Wetter täglich intensiver beobachtet. Wenn notwendig, fahren die Leute nachts zum Streuen raus, damit die Straßen mit Beginn des Berufsverkehrs frei sind. „Die Kälte kam nicht plötzlich, es ist Winter“, sagt ein Mitarbeiter der Straßenmeisterei Breitenfelde trocken auf die Frage, wie die Straßenmeisterei mit dem plötzlichen Kälteeinbruch umgehe. Zu den primären Aufgaben der Straßenmeisterei gehört die Straßenunterhaltung (Wartung, Sanierung, Maßnahmen zur sicheren Verkehrsabwicklung), in diesen eiskalten Tagen ist besondere Aufmerksamkeit der Mitarbeiter bei der Kontrolle der Straßen im Kreis Herzogtum Lauenburg geboten. Wird es kalt, müssen sie raus. Für die Straßen- und Autobahnmeistereien ist der Winterdienst während der Wintermonate eine Hauptaufgabe, um die Verkehrssicherheit aufrecht zu erhalten.

„Wir haben uns frühzeitig vorbereitet und arbeiten jetzt professionell und routiniert“, so der Leiter der Landesbetriebe Verkehr, Jens Sommerburg. Auf den wichtigen Straßen Schleswig-Holsteins bestehe eine Einsatzbereitschaft täglich von 3 bis 22 Uhr.

Ab morgen soll es wieder etwas milder im Kreisgebiet werden. Plusgrade sind angesagt, dazu Regen und Schneeregen. Die nächsten bitterkalten Tage werden aber kommen. Im Lauenburgischen hat der Winter ja gerade erst begonnen.

Silke Geerken und Philip Schülermann

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