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Lauenburg Arbeitslosigkeit im Herzogtum weiter auf Tiefstwert
Lokales Lauenburg Arbeitslosigkeit im Herzogtum weiter auf Tiefstwert
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11:41 29.11.2018
Die Zahl der vakanten Stellen mit fast 1 400 liege weiter auf höchstem Niveau. Quelle: dpa
Ratzeburg

Noch einmal 46 Arbeitslose weniger – damit ist die Arbeitslosigkeit im Herzogtum-Lauenburg seit Erhebung der Arbeitslosendaten 1997 im November die niedrigste, die je erhoben wurde. Die Arbeitslosenquote bleibt trotzdem unverändert bei 4,6 Prozent.

Vor einem Jahr waren noch 5.301 Menschen arbeitslos gemeldet und damit 512 mehr. Die Arbeitslosenquote lag damals bei 5,2 Prozent. „Der nach den Sommerferien einsetzende Herbstaufschwung hat im Kreis Herzogtum Lauenburg im November angehalten. Im zweiten Monat in Folge liegt die Arbeitslosenquote mit 4,6 Prozent auf dem niedrigsten Wert.. Auch waren seitdem nie weniger Menschen arbeitslos gemeldet als aktuell“, sagt Dr. Heike Grote-Seifert, Chefin der Agentur für Arbeit Bad Oldesloe.

1400 Stellen frei

„Auf Seiten der Unternehmen hat sich die Herbstbelebung ebenfalls deutlich bemerkbar gemacht. In den vergangenen drei Monaten haben sie uns knapp über 1.000 neue sozialversicherungspflichtige Stellen gemeldet, ein Plus von 16 Prozent im Vergleich zum Vorjahrszeitraum“, so Grote-Seifert weiter. Die Zahl der vakanten Stellen mit fast 1 400 liege weiter auf höchstem Niveau. Es zeige aber, dass es den Unternehmen immer schwerer fällt, Stellen schnell adäquat zu besetzen. Die Agenturchefin empfehle Unternehmen, jedem Bewerber eine Chance zu geben und die Unterstützungsleistungen von Jobcenter und Arbeitsagentur zu nutzen. „Wenn ein Bewerber nicht dem Stellenprofil entspricht, können wir die Aufnahme einer Beschäftigung je nach Umfang der Einschränkung mit Eingliederungszuschüssen unterstützen. Auch die Qualifizierung ungelernter Beschäftigter fördern wir, um den Unternehmen auf diesem Weg zu neuen Fachkräften zu verhelfen. Dazu beraten gerne hierzu.“

Saisonales Kurzarbeitergeld: Fachkräfte über den Winter halten

In den witterungsabhängigen Branchen, beginnt jetzt eine harte Zeit. Frost, Schnee, Regen und Sturm können zu Arbeitsausfällen führen. Nicht selten wird gut ausgebildetes und eingearbeitetes Personal in die Arbeitslosigkeit entlassen. „Das muss nicht sein“, erklärt Grote-Seifert. „Betriebe im Bauhauptgewerbe können bei witterungsbedingten Ausfällen oder Auftragsmangel in der kalten Jahreszeit das Saison-Kurzarbeitergeld in Anspruch nehmen.“ Dies ist in der Zeit vom 1. Dezember, im Gerüstbau bereits ab 1. November, bis zum 31. März möglich. So bräuchten die Unternehmen ihr Stammpersonal nicht entlassen und können dies sofort einsetzen, wenn die Witterungslage die Arbeit wieder zulässt.

Denn entlassene Mitarbeiter könnten Unternehmen häufig an die Konkurrenz verlieren und sich a wieder auf langwierige Personalsuche begeben. Immer mehr Unternehmen im Kreis Herzogtum Lauenburg haben das in den vergangenen zehn Jahren erkannt. Die Zahl derer, die das Saison-Kurzarbeitergeld über die Wintermonate in Anspruch nehmen, hat sich seitdem fast verdreifacht. Sie ist von durchschnittlich 40 im Jahr 2007 auf 107 im vergangenen Jahr gestiegen.

Das Saison-Kurzarbeitergeld kann ohne vorherige Anzeige beantragt werden. „Der bürokratische Aufwand ist reduziert. Lediglich der Arbeitsausfall, die Angabe der betroffenen Baustellen und die Art der Arbeiten müssen nachgewiesen werden“, so die Agenturchefin. Interessierte Unternehmen können sich an ihren bekannten Ansprechpartner im Arbeitgeber-Service wenden oder über die kostenfreie Service-Nummer 0 800/4 555 20 Kontakt aufnehmen.

Statistik zur Unterbeschäftigung

Von den derzeit 4.789 arbeitslosen Menschen im Kreis Herzogtum Lauenburg sind 490 Schutzsuchende, 15 weniger als im Vormonat. Insgesamt werden von der Agentur für Arbeit und dem Jobcenter Herzogtum Lauenburg aktuell 1.210 geflüchtete Menschen betreut. Der Großteil von ihnen besucht einen Sprach- oder Integrationskurs oder eine der berufsvorbereitenden Maßnahmen der Arbeitsagentur oder des Jobcenters. Damit gelten sie nicht als arbeitslos.

Nicht als arbeitslos gelten Teilnehmer an Weiterbildungsmaßnahmen, Arbeitsgelegenheiten oder Arbeitsuchende, die derzeit erkrankt sind. Sie alle werden zusätzlich zu den arbeitslos gemeldeten Menschen in der Statistik zur Unterbeschäftigung erfasst. „Die Unterbeschäftigung zeigt, wie viele Menschen im Kreis Herzogtum Lauenburg insgesamt auf der Suche nach einer neuen Beschäftigung sind“, erläutert die Agenturchefin. Aktuell beträgt ihre Zahl im Kreis Herzogtum Lauenburg 6.687. Dies sind 591 oder 8,1 Prozent weniger als im November des vergangenen Jahres.

tc

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