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Lauenburg Asylbewerber: Hilfsangebote bei Suche nach Wohnraum
Lokales Lauenburg Asylbewerber: Hilfsangebote bei Suche nach Wohnraum
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20:15 04.11.2013
Ratzeburg

Bei der dringender werdenden Suche nach Wohnraum für Asylbewerber im Lauenburgischen zeichnen sich offenbar neue Möglichkeiten ab. „Ich freue ich mich, dass sich durch die Berichterstattung in den Lübecker Nachrichten zu diesem Thema bereits einige Institutionen gemeldet haben, um Wohnraum anzubieten. Das ist schnelle, humanitäre Hilfe, die diese Menschen im Moment brauchen“, teilte gestern die Vorsitzende des Kreissozialausschusses, Gitta Neemann-Güntner (SPD) aus Büchen, mit.

Wie die Sozialdemokratin weiter berichtete, gebe es außerdem weitere positive Neuigkeiten bei der Wohnraumsuche für Asylbewerber. Bei einer Veranstaltung am vergangenen Wochenende habe sie von Landesinnenminister Andreas Breitner erfahren, „dass zwei weitere Großraumprojekte in unserem Landkreis zurzeit leer stehen und als Unterbringungsmöglichkeit dienen könnten“. Das könne nur eine Zwischenlösung sein, argumentiert Gitta Neemann-Güntner, denn Einzelunterkünfte seien besser geeignet, „diese Menschen in unserer Gesellschaft zu integrieren und nicht auszugrenzen. Darüber hinaus denkt das Land über einen Sonderfonds nach, um notwendige Instandsetzungsarbeiten für Wohnraum zu ermöglichen“.

Die Vorsitzende erinnert an die jüngste Sitzung des Kreissozial- und Bildungsausschusses, bei der die Entwicklung der ansteigenden Asylbewerberzahlen auf der Tagesordnung stand. Bis zum 30. September dieses Jahres seien 2646 Asylsuchende in Schleswig-Holstein aufgenommen worden. Gegenüber dem Vergleichszeitraum 2012 bedeute das einen Anstieg um rund 84 Prozent, habe das Innenministerium des Landes festgestellt. Tendenz steigend.

Die Vorsitzende, die auch sozialpolitische Sprecherin der lauenburgischen SPD-Kreistagsfraktion ist, wies darauf hin, dass sie im Kreissozialausschuss auf die Dramatik der Situation aufmerksam gemacht habe: „Wir brauchen dringend einen Kurswechsel in der Flüchtlingspolitik, um den Menschen in ihrer persönlichen Not zu helfen. Dabei ist es unerheblich, warum diese Menschen zu uns kommen.

Niemand verlässt ohne Grund sein Heimatland und riskiert dabei sein Leben. Besonders viele Familien mit Kindern sind dabei.“

Wichtig sei schnelle Hilfe, damit die Betroffenen die Sprache lernen könnten und damit sie sich in die Gesellschaft und in den Arbeitsmarkt integrieren ließen. Denn die meisten wollten arbeiten, dürften es nur nicht. Für Kinder sei Deutsch für den Schulbesuch unerlässlich, das Programm „Deutsch als Zweitsprache“ müsse weitergeführt werden. Zurzeit seien die Klassen an den Standorten überbelegt. Gitta Neemann-Güntner: „Das sind kleine, wichtige Schritte vor Ort, um dem aktuellen Problem Abhilfe zu schaffen. Strukturell muss allerdings sehr viel mehr im Bereich Asylpolitik und Entwicklungshilfe passieren. Da erhoffe ich Unterstützung und Initiative der jeweiligen Landtags-, Bundestags- und Europaabgeordneten.“

Zentral oder dezentral?
Diskutiert wird zurzeit von den Fraktionen des Kreistages, ob es im Kreisgebiet eine weitere Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber geben sollte. Die vorhandene Einrichtung in Gudow mit ihren 45 Plätzen ist voll ausgelastet. Bleibt es bei der einen Unterkunft, müssen Wohnungen für die Neuankömmlinge gefunden werden. Die Kreispolitiker sind noch dabei, Vor- und Nachteile der beiden möglichen Lösungen abzuwägen.

Martin Stein

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